Samstag, 2. März 2019

Karneval im Planquadrat




Ich mache mal nicht viele Worte: es folgen Fotos meines traditionellen Spaziergangs durch die Weiberfastnacht. Erstaunliche 18 km bin ich gelaufen, dabei sind viele der Fotos im Planquadrat rund um den Eigelstein entstanden. Keine Ahnung wie das kommt - Fußfaulheit und mangelnder Wille ist jedenfalls nicht der Grund.
Gleich zu Beginn meiner Wanderung bin ich einer wunderschönen Version von Frieda Kahlo begegnet. Das war ein schöner Start und es ging prima weiter. Wie so oft in den letzten Jahren hatte ich Glück und die Ahl Säu haben meinen Weg gekreuzt; wenn die mit ihren Trommeln loslegen verliert die Zeit jede Bedeutung. Man wird sozusagen gründlich und unmittelbar ins 'einfach so da sein' hinein getrommelt; die Zeit vergessen und draußen feiern; so geht Straßenkarneval. Vor lauter Begeisterung bin ich ein gutes Stück mitgelaufen. Überhaupt bin ich viel gelaufen, getanzt hab ich und reichlich fotografiert.
Ich hoffe nun die Fotos sprechen für sich, denn mir geht das Schreiben gerade nicht gut von der Hand.



















Schließlich bin ich dann aber mal anders abgebogen als die Ahl Säu.




















Vor einigen Jahren habe ich eine Freundin dieser Dame fotografiert und im Blog vorgestellt, wie sich im Gespräch herausstellt. Wir freuen uns beide über diesen schönen Zufall. Die Freundin ist leider inzwischen verstorben, was mich bestürzt und seitdem immer wieder beschäftigt.



















Diese  Marilyns habe ich schon als Fahrstuhl, als Zirkus und als Zebras fotografiert.

































































































Freitag, 7. Dezember 2018

Liebe Leute...


...Symbolbild, entstanden in der Alanus Hochschule bei einer Kinder-Uni zum Thema Architektur

...ich, die sich im Entscheiden so schwer tut, die wankelmütigste Zaudererin (sagt man so?) unter der Sonne, überlege ob, nein, dass ich meinen Blog umbenennen möchte. (Und umziehen dann auch, weg von Blogspot auf eine eigene domain, längst überfällig.)

Ich habe so viele Ideen für Namen gehabt inzwischen, so viele domains auf Verfügbarkeit, Namensähnlichkeit, unfreiwillige Gesinnungsassoziationen und alles mögliche andere überprüft, ich bin Menschen in meinem Umfeld und jenen, die ich um Rat angeschrieben habe, gehörig (und obendrein zu den falschen, weil späten Uhrzeiten) auf die Nerven gegangen und noch immer probiere ich immer neue Wort-Kombinationen aus. Wie so eine komplett Irre. Ich finde kein Ende. Ich habe mein brain gestormt, Refraimingtechniken angewandt, Wortsalate erstellt, Anagramme bemüht, Worte auf visuelle Schönheit getestet und allerlei derlei Dinge.
Inzwischen ist der Punkt erreicht wo ich 1. überlege die Psyichatrie zu verständigen und mich 2. ernsthaft frage, was ich abends eigentlich machen soll, wenn endlich eine Name gefunden ist. Achso, ja, bloggen...

Aber bloggt man heutzutage überhaupt noch?? Wäre es nicht klüger das anders zu nennen? Herrje. Blöde Klugheit, steht nur im Weg herum.

Ich will jedenfalls gerne eine eigene Plattform beibehalten; nicht alles in den großen Content-Schluckern Instagram, Facebook und Co der Willkür anheim geben.

Ich hätte gerne einen Namen, der beschreibt, dass mich Menschen und Orte interessieren, dass ich die Welt als fragil und stabil zugleich ansehe, im besten Sinne, dass ich selbst mich auch fragil und stabil in sie hineinbegebe und dass mich eigentlich ganz ehrlich auch nichts anderes interessiert, als der Fragilität Platz zu geben, die Stabilität findet ihren Platz im Zweifel selbst, darauf kann man sich immerhin ein paar Meter lang verlassen.

Hätte vielleicht jemand eine Idee? Öh?

Sonntag, 11. November 2018

Neulich vor zwei Jahren


Cape Town Railway Station

Aus der Reihe „Was ich schon längst mal machen wollte“ habe ich nun tatsächlich eine kleine Auswahl meiner Südafrika-Fotos von vor zwei Jahren zusammengestellt. Zeitnah berichten? Kann ich.
Nein, gut, ich geb' es zu. Ich kann es nicht. Mir fehlt die Zeit, die Kraft, die Muße, der Wille - oder alles zusammen, ich weiß es doch auch nicht.
Eines was mir fehlt kann ich allerdings sehr genau benennen: Mein Blog, das Bloggen, das Schreiben. All das.
Deswegen versuche ich es einfach noch mal. So. Mal sehen was draus wird.


Cape Town, Bloubergstrand

Zwei Jahre ist es her, dass ich mit meinem Mann in Südafrika war. Drei Wochen Zeit zu zweit; Urlaub sollte es sein, aber reisen wollten wir auch; so war es also eine Urlaubsreise.
Für uns beide war es der erste Aufenthalt in Südafrika, bzw. überhaupt auf diesem Kontinent, und wir waren ja nur in einem denkbar kleinen Teil davon. Drei Wochen ist nicht viel Zeit; es ist nicht möglich zu verstehen wo man sich eigentlich befindet. Zumal in einem Land mit einer solchen Geschichte - und wenn man dann auch noch unter dem Aspekt des gemeinsamen Urlaubs unterwegs ist.

Natürlich hatte ich meine Kamera dabei und ich hab auch überall mal so rumfotografiert. Anders kann ich es wirklich nicht formulieren. Ich bin ganz nach Lust und Laune vorgegangen, habe versuchsweise mehrere ungenaue Serien begonnen, die mir als Thema diffus interessant erschienen. Aber ich habe viel zu wahllos mal fotografiert und mal wieder nicht, so dass nichts wirklich sinnvolles dabei entstanden ist.

Neugierig, schüchtern, beeindruckt, beschämt, müde, planlos, schauend. So bin ich erst durch Kapstadt und dann die Garden-Route entlang gestolpert. Übervoll von Eindrücken und Erlebnissen, die ich noch aus Deutschland mit mir herumgetragen habe, müde auch, sogar erschöpft, habe ich mich eigentlich nur aufnehmend durch das neue und fremde Land bewegt: Schauen, Hören, Riechen, Schmecken, Anfassen - was man eben alles so macht unterwegs. Staunen eben.


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Freitag, 16. Februar 2018

Blumen der Liebe



Heute durfte Deniz Yücel das Gefängnis verlassen. Überall lese und höre ich, dass er frei ist.
Ist das so? Hier ist zu lesen, dass ein Gericht Anklage zulässt und der Staatsanwalt 18 Jahr Haft fordert.

Frei, das klingt so gerecht. Es wäre schön, wenn es so wäre.

Was es mit der Petersilie und der Colaflasche auf sich hat, steht hier beschrieben. Für Deniz Yücel und seine Frau Dilek sind es Blumen der Liebe.

Mich rührt das sehr. Alles.

Donnerstag, 15. Februar 2018

50 Kilometer Karneval



Eins steht fest: in meinem Karneval wird viel gelaufen. In diesem Jahr ca. 50 km in 4 Tagen. In meinem Karneval wird auch viel fotografiert. Nun frage ich mich allerdings: darf man am Tag nach Aschermittwoch eigentlich noch Karnevalsbilder posten? Oder verstößt das gegen die guten Sitten und das kölsche Grundgesetz?
Nun, ich bin spät dran - was vor allem daran liegt, dass ich zwei lange, laute, kalte und bunte Tage im Kundenauftrag sehr, sehr viele Fotos gemacht habe, die dann natürlich ganz flott fertig gemacht und verschickt werden mussten.
Aber wenn ich nun nicht mal mehr einen Post an Karneval schaffe, dann kann ich das mit dem Blog ja wirklich bald ganz sein lassen.

Eine Überlegung, die ohnehin seit langem beständig, wenn auch ohne Ergebnis oder gar Entscheidung, schwerelos durch mein Hirn wabert. Konsequent wäre das ja; einfach beenden, was ohnehin kaum noch stattfindet. Aber, herrje, ich bringe es nicht übers Herz.


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Sonntag, 18. Juni 2017

Merhaba, benim adım Smilla - Begegnungen in Istanbul



Zum fünften Mal war ich nun in Istanbul. Viele Gedanken habe ich mir vor dieser Reise gemacht: Soll, kann, darf ich das tun? In ein Land reisen, das sich im Ausnahmezustand befindet, in dem Journalisten und Oppositionelle im Gefängnis sitzen. Ein Land, in dem man auch als Besucher keine kritische Meinung zum politischen Geschehen äußern sollte. Wo man nicht den falschen Leuten die falschen Fragen stellen sollte. Ich bin diesbezüglich nicht sehr mutig und bestimmt kein Draufgänger.
Nach Istanbul zu reisen ist für mich, wie eine Freundschaft zu pflegen; diese Stadt berührt mein Herz. So, wie man die Nähe zu den Menschen sucht, die man liebt, so laufe ich durch Istanbul und versuche, der Stadt nahe zu sein. Für mich geht das über den Kontakt zu Menschen: der Topkapı-Palast, die blaue Moschee; ich war noch nie dort. Es sind nicht Sehenswürdigkeiten, sondern Stadtviertel, in die ich meine - im besten Sinne - planlosen Ausflüge mache. Ich fahre mit Bus, Fähre, Metro oder Dolmuş an einen Ausgangspunkt meiner Wahl und laufe los - der Rest ergibt sich.




Diese Spaziergänge lasse ich geschehen; meist laufe ich sehr langsam, machmal stehe ich auch nur so herum und warte, wohin mich der nächste Impuls gehen lässt. Wenn mir auffällt, dass ich auffalle fange ich an, freundlich zu grüßen: „Merhaba!“. Diese Kleinigkeit bewirkt erstaunliches; ich werde angelächelt, ebenfalls begrüßt, herbeigewunken und sogar eingeladen Platz zu nehmen. Ich verfüge über sehr mickrige Kenntnisse der türkischen Sprache (Çok az Türkçe konuşabiliyorum) kann mich aber vorstellen (Benim adım Smilla), höflich etwas zu Essen bestellen, nach dem ungefähren Weg zurück fragen, und habe allerlei Satzfragmente parat, die jedoch niemals ein wirkliches Gespräch erlauben. Wirklich immer finde ich das schade, und gleichzeitig habe ich gelernt, dass einfach nur so Dasitzen und zeigen dass man es gerne tut, oft schon eine wohlwollende Grundstimmung erzeugt, die sehr entspannend sein kann und das Verweilen ermöglicht.



Nach und nach erkunde ich auf diese Weise seit Jahren ein Stadtviertel nach dem anderen: und davon gibt es in Istanbul unglaublich viele. Allein Fatih, eine Gemeinde Istanbuls mit über 400 000 Einwohnern unterteilt sich in 102 kleine Stadtteile, die Mahalle. Diese Fotos sind entstanden auf dem Weg von Ayvansary nach Draman über Balat und Fener. Dabei bin ich so sehr Zick-Zack gelaufen, dass ich natürlich nicht ordentlich von einem zum nächsten Stadtviertel gelangt, sondern immer hin und her gependelt bin, wie ich später rekonstruiert habe. Weil ein Tag für so viel Gegend zudem nicht ausreicht, bin ich am nächsten Tag nochmal dorthin.

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Dienstag, 13. Juni 2017

13 Fotos aus Istanbul



Heute ohne viele Worte: dreizehn Fotos aus Istanbul. Die Anzahl ist - aus Spielerei - ans Datum angepasst: heute ist der 13.  Ich habe Geburtstag, den in Istanbul zu verbringen mein Herzenswunsch war.  Nun zieht es mich zum Tee an den Bosporus...
Seit 10 Tagen bin ich hier, unzählige Fotos habe ich gemacht, vielen Menschen bin ich begegnet, zum ersten, zum wiederholten, zum einzigen Mal... Vor langem schon hab ich mein Herz an Istanbul verloren. Jedes Mal wenn ich hier bin haben sich in der Zwischenzeit Dinge verändert. Manchmal derart gründlich, dass es weh tut. Vieles aber ist noch da, vielleicht ein bisschen verwandelt, aber vertraut. Ich laufe unablässig durch die große Stadt und oftmals mache ich Fotos von Häusern oder Strassenzügen, weil ich Sorge habe, beim nächsten Besuch steht kein Stein mehr auf dem anderen. Oder ich fotografiere, was für mich die Stimmung dieser Stadt ausmacht. Es ist mein Versuch der Würdigung und meine Art mich mit der Stadt und den Menschen zu verbinden. 













Die sichtbarste von vielen Veränderungen auf der Haupt-Einkaufsstrasse in Beyoğlu: die nostalgische Tünel-Strassenbahn, die verlässlich die Istiklal Caddesi hinauf- und hinunter gezuckelt ist - verschwunden, mitsamt den Gleisen. Angeblich soll sie wiederkommen; warum sie nicht mehr fährt habe ich noch nicht ergründet.



Vor sieben Jahren war hier ein kleiner Tee-Salon, dann eine Art American-Diner, nun ist Leerstand.
























Zu Besuch bei Mehmet Ali, dem ich Fotos aus 2014 mitgebracht habe.