Sonntag, 16. Februar 2014

Erste Schritte in den Himmel


Herkuleshochhaus. Blick vom Plateau des Feuertreppenhauses

Langsam aber kontinuierlich nimmt mein Projekt „Herkuleshochhaus“ Formen an. Heute habe ich das 27. Stockwerk erklommen und es war im wahrsten Sinne des Wortes erhebend. Meiner Begeisterung über den Ausblick konnte ich dank eines verstehenden Gastgebers ungehemmt Ausdruck verleihen. Kraftausdrücke und Ausrufe wie „Boah“ und „Ah ... Oh“ habe ich mich wiederholt sagen hören, während der Wohnungseigentümer, den ich im 27. Stockwerk besuchen durfte, mich mit gelassenem Wohlwollen und wissend nickend hat gewähren lassen. Schließlich hatte auch er die Wohnung bei seiner Suche nach einem neuen Zuhause nur aus Neugier angesehen, weil er dachte, es wäre eine gute Gelegenheit, mal von so weit oben einen Blick auf Köln zu werfen. Ernsthaft in Betracht gezogen hatte er sie  zunächst nicht.
Die Begeisterung über den Ausblick und auch die zur Gewissheit werdende Vermutung, einen Rückzugsort zu finden, der die gewünschte Ruhe verspricht,  hat ihn schließlich bewogen, die kleine Eck-Wohnung mit Blick in zwei Himmelsrichtungen zu mieten.

Die Geschichten und Erlebnisse, die ich in den nächsten Wochen und Monaten hoffentlich das Glück haben werde notieren zu können, werde ich gesammelt veröffentlichen. Das wird sicherlich noch dauern. Womöglich auch recht lange.

Bis dahin freue ich mich über jeden Kontakt zu Bewohnern des Hauses, der mir vermittelt oder erleichtert wird.

Mittwoch, 12. Februar 2014

Discover the „I" in GIRL



Manche Erlebnisse haben ein langes Echo. Oder anders formuliert, sie hinterlassen einen bleibenden Abdruck auf der inneren Landkarte des eigenen Lebens. Im Laufe der Jahre sammeln sich mehr und mehr solcher, manchmal sehr deutlicher Abdrücke, denen oftmals starke Eindrücke vorangegangen sind. Und manchmal verbinden und verweben sich diese Abdrücke miteinander, möglicherweise weil sie durch Erfahrungen ganz gegensätzlicher Art entstanden sind. Sodass etwas Neues aus ihnen erwächst: eine Idee vielleicht, ein Verständnis oder der Wunsch, die erlebten Gegensätzlichkeiten nicht reglos hinzu­nehmen, auch wenn sie nicht aufzulösen sind.

Auf Sonjas innerer Landkarte ist ein solch deutlicher Abdruck vor gut 15 Jahren entstanden. Da war sie zum ersten Mal in Indien, um ihre Schwester zu besuchen, die mit behinderten Kindern im Süden des Landes gearbeitet hat. Wie viele Menschen, die aus westlichen Ländern das erste Mal nach Indien reisen, war auch Sonja zunächst überfordert: von den Umständen in denen die meisten Inder leben, vom indischen Alltag, von den hygienischen Gegebenheiten, von Indien an sich. Es war keine Liebe auf den ersten Blick.
Besonders erschüttert hat Sonja die Situation der Kinder, die sie durch die Arbeit ihrer Schwester kennengelernt hat. In deprimierend armen Verhältnissen wurden diese Kinder unterrichtet. Aber nicht etwa in einer Schule, sondern in einem Hospiz, Tür an Tür mit Menschen, die an Lepra erkrankt waren und dem Tod entgegensahen.





Ein anderer deutlicher Abdruck auf der eigenen inneren Landkarte, der gegensätzlicher kaum sein könnte, ist die Geburt von Sonjas erster Tochter vor 12 Jahren.
Einige Jahre später hat Sonja ein weiteres Kind zur Welt gebracht und vor 3 Jahren hat sie ihr drittes Kind bekommen. Für ihre drei Kinder empfindet Sonja eine tiefe Liebe. Aber sie empfindet auch eine tiefe Dankbarkeit; dafür, dass alle gesund sind, dass es allen gut geht, dass sie in Sicherheit leben und aufwachsen können.
„Natürlich könnte ich mich jetzt einfach hier hinsetzen und mich freuen, meinen Kindern zusehen und alles wäre schön“, sagt Sonja. Aber genau das kann sie nicht. Sie kann es nicht, weil da noch der andere Abdruck ist; das Wissen um die Ungleichheit, die Erinnerung an die Armut und Hoffnungslosigkeit von Kindern in anderen Teilen der Welt. Ihr Glück, sagt Sonja, möchte sie gern teilen, sie möchte etwas davon zurückgeben.
Weiter gehts, bitte hier entlang ...

Montag, 10. Februar 2014

Fünf auf einen Streich



Es gibt ein paar Neuigkeiten zu berichten, und die fasse ich ganz effizient hier mal alle zusammen. Los gehts:

* In der Samstagsausgabe der Rhein Main Presse vom 25.1. gab es einen, wie ich finde, sehr schönen Artikel von Ute Strunk über mich, meinen Blog und meine Arbeit. Hier gehts zur Onlineversion, (leider ohne Fotos.)

* Außerdem habe ich einen Zweitblog gestartet; was es damit auf sich hat steht im gleichnamigen Eröffnungspost: hintergrundrauschen.

Auch wenn es naiv erscheinen mag, so bin ich zuversichtlich, dass ich hier wie da genügend Zeit zum Schreiben finden werde. Obwohl das Schreiben mir gerade in den letzten Wochen eher schwer fällt. Ich scheitere wieder und wieder am eigenen Anspruch und weiß, es ist die Leichtigkeit, der ich eine bessere Gastgeberin sein muss. (... ach, möchte, ich meine natürlich möchte ... )

* Seit einer Woche gibt es hier im Blog nun einen Flattr Button. Es ist ein Versuch. Wiederholt habe ich nämlich beim hochgeschätzten Herrn Buddenbohm von seinen Reiseunternehmungen gelesen, in die er seine Flattr-Zuwendungen einfließen lässt. Ich denke, bei mir wird es wohl auf eine beförderungsfreie Tageswanderung hinauslaufen, denn der Zähler steht nach wie vor auf Null. Und ehrlicherweise flattre ich selbst erst, seitdem ich diesen Button hab.

* So, dann habe ich mir ( warum, habe ich vergessen) zum allerersten Mal ein Ticket für die re:publica gekauft. Das war im letzten Jahr; es handelt sich um ein Early Bird Ticket. Dem frühen Vogel ist nun natürlich etwas dazwischen gekommen. Im Mai werde ich also nicht in Berlin sein können. Ich werfe es hiermit wieder auf den Markt. (re:publica & Media Convention Combined Standard)

* Und dann fand ich im mail-Postfach heute die Nachricht, dass ich im Rahmen des von der Featurette ausgerufenen Jahres der Bloggerin, nun ebendiese der Woche bin. Wer es noch nicht kennt: die Featurette ist ein Webmagazin, das „Frauen im Netz sichtbarer machen und gute Webinhalte stärker herausstreichen“ möchte. Allerlei interessante Blogautorinnen sind dort versammelt, deren aktuelle Beiträge stets verlinkt werden.

Und zum Schluss noch ein leichtes, also ein Leichtigkeits- Lied.