Mittwoch, 11. Dezember 2013

Waldkindergarten



Nina wird demnächst für ein Semester nach Kristiansand gehen, und dafür bereitet sie sich in diesen Wochen vor: zum einen lernt sie Norwegisch, und zum anderen jobbt sie auf dem Weihnachstmarkt, denn ein biss­chen Geld kann sie noch gut brauchen.
Nina studiert Sport in Köln, und auf meine Frage, ob die Aufnahmeprüfung dort so hart ist wie ich zu wissen meine, antwortet sie: „Jaaa, ach ... man muss vieles können, aber nichts richtig gut.“ Ich frage, welchen Sport sie selbst ausübt, was sie besonders gut kann: „Och, ich kann vieles, aber nichts richtig gut,“ antwortet sie und hält sich dann ihr Knoblauchbrot vors lach­ende Gesicht. 







Nina geht es beim Sport nicht um Leistung, sondern um Bewegung und den Spaß daran: „Psychomotorik, das ist zum Beispiel et­was, was mich interessiert; mit Kindern arbeiten.“
In der Psychomotorik wird dem Zusammen­hang von Denken, Erleben und Bewegung im Hinblick auf die persönliche Entwick­lung besondere Beachtung geschenkt, er­klärt mir Nina. „Ich war als Kind in einem Waldkindergarten, wir waren immer drau­ßen, sind rumgerannt, egal wie das Wetter war.“ Später ist Nina dann in eine Zirkus­schule gegangen, wo sie Akrobatik gelernt hat.
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„Das hat sich eher zufällig  ergeben; meine Mutter wollte mich nicht zwei mal die Woche in die Stadt zu einem Sportverein fahren, aber einmal die Woche in die Zirkusschule in der Nähe, das war ok.“ Und Nina hat die Akrobatik Spaß gemacht; viel still gesessen hat sie als Kind nicht.

Ein klares Ziel, was sie später beruflich machen möchte, gibt es bisher nicht: „Es wird irgendwie eine Mischung aus allem werden, was ich bis dahin gemacht und gelernt hab,“ sagt sie zuversichtlich und mischt unsichtbare Zutaten mit den Händen in der Luft zusammen.
„Ich denke nur einfach, dass viele Kinder heute sich zu wenig bewegen, dass sie so viel am Computer sitzen. Und da ist es gut, ihnen den Spaß an der Bewegung und damit auch an sich selbst zu vermitteln.“





Schließlich hat Nina das Knoblauchbrot auf­gegessen und ihre Pause ist rum: „Nun muss ich aber wieder wellen gehen!“ sagt sie und eilt hinter den Holztresen.
Ich mache noch ein paar Fotos von Nina bei der Arbeit in der Flammkuchenbude, wo sie unablässig in Bewegung ist.
Liebe Nina, vielen Dank und alles Gute in Norwegen!










Wer sich nun für Psychomotorik interessiert, findet z. B. auf der Seite majewski-akademie Erhellendes dazu.






Kommentare:

  1. So schöne Farben in den Fotos durch das viele Holz und die Kleidung!

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  2. Sehr schöne Bilder und interessant erzählt.
    LG Sonja

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  3. Sehr interessant. Ganz toller Blog!!!

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  4. super beitrag,
    tolle photos :)
    aber ein alternativer link, für alle, die sich für psychomotorik interessieren hier:
    deutsche akademie für psychomotorik: http://www.dakp.de/
    lg helge

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  5. die Flammkuchenbude kommt mir so bekannt vor - ich glaub in der hab ich vor ein paar Jahren auch mal gearbeitet. Einer der schönsten Nebenjobs, die ich hatte. Anstrengend aber toll. Und die Flammkuchen waren der Hammer. Schön, dass der Stand es dieses Jahr nach Köln geschafft hat....

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  6. Your blog is very nice, congratulations! I admire the way you transform the common people of the streets in stars. Best wishes from São Paulo, Brazil. Dalva.

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