Samstag, 24. März 2012

Das Land in dem man lebt


Als Florian 14 Jahre alt war lief im Fern­sehen eine Serie in der sich 15 Menschen 16 Folgen lang auf das Leben in einem Gutshaus um 1900 eingelassen haben. Und genau dieses Leben, dieser historische Zeit­raum  hat Florian damals so fasziniert, dass es ihn bis heute nicht mehr los­gelassen hat.
"In gewisser Weise," sagt Florian, "lebe ich in der Vergangenheit." Das ist keineswegs immer leicht. Denn zum einen ist er, anders als beispielsweise Retrofans der 50er Jahre, mit seinem Lebensentwurf allein auf weiter Flur. Zum anderen sind die Reaktionen auf sein Anders-sein oft­mals verletzend. "In der Schule habe ich schnell gemerkt, dass ich nicht mehr dazu gehöre. Klar, die anderen reden noch mit einem, aber man spürt doch schnell, dass man inhaltlich nicht mehr dazugehört. Man wird ausgegrenzt."
Was genau es ist, das ihn an  dieser Zeit derart fasziniert, dass er sie weiterleben lässt kann er nicht er im Detail erklären. "Es ist wie der Moment, wenn man in einer Beziehung ist und man merkt man liebt diese Frau. So ähnlich ist das. Besser kann ich es nicht erklären."
When Florian was 14 he saw a show on TV, in which 15 people has lived for 16 weeks in an old estate house like people used to live back in 1900. Florian was so fascinated about the life, about the historical period, that bit by bit he started to live like that himself.
"In a way I'm living in the past" Florian says. That isn't that easy. On the one hand Florian is quite alone, different than people who live the retro-style of the fifties for example. On the other hand the reactions of other people often are very offending. "At school I had to realize that I didn't belong to the circle anymore. Well, they talked to me and all that, but I could feel, that I contentualy was the odd one out. They excluded me."
Florian can't excactly tell what it is which fascinates him so much about 1900, that he decided to keep this time up. "It's like the moment when you're together with a girl, realizing that you love her. It's like that in a way, I can't explain it better."



"So zu leben wie ich lebe bedeutet für mich eine große Zufriedenheit. Ich kann mir keine schönere Lebensform vorstellen. Ich bin gelandet. Vorher bin ich rumge­flogen, rechtsrum, linksrum, geradeaus, vorwärts, rückwärts... und dann habe ich quasi das Land gefunden, in dem ich nun lebe."
Anfangs dachten seine Eltern Florians Ausflug nach 1900 sei nur eine Phase die wieder vorübergeht. "Aber als dann die ersten gößeren Anschaffungen kamen, wie der Schreibtisch, das Bett oder auch Kleidung, da haben sie gemerkt; oh, dem Jungen ist das ernst."
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"To live like I do satisfies me very much. I can't imagine a better way of living. I've landed. Formerly I used to fly around, this way, that way, left, right, forth and back... and now I found the country where I want to live in a way."
His parents first thought that it would be just a period which will pass by, but when Florian started to invest in a board or a bed or clothes, they had to realize that he was serious about it.
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Mittwoch, 21. März 2012

Alex


So richtig schön finden ihn offenbar die wenigsten: den Alexanderplatz.  Die einen bemängeln die alten, die anderen die neuen, zur Sünde gekürten architekto­nischen Bauwerke.
Mich hat er gestern gerufen, der Alex. Aus keinem bestimmten Grund und ohne irgend­eine Absicht, außer der, mich zu zerstreuen, bin ich ihn besuchen gegangen. Nicht dass er oder jemand sonst  davon Notiz genommen hätte. Aber wie ich so über ihn hinweglief, über den Platz, da kam mir folgender Satz in den Sinn: "Es ist ja wirklich beruhigend hässlich hier." Und auch wenn das verwundern mag; ich meine es im besten Sinne. Die monströs gereihte Betoneinfalt ist planvoll  misslungen. Aber sie wimmelt von Menschen und ist von einer aufrichtigen Hässlichkeit, die groß­zügig und nonchalant den Charme des Schönen zu verbreiten versteht. Das rechne ich ihm hoch an, dem Alex, und verneige mich mit dieser Fotoreihe vor des Platzes Stolz und Würde.
Dass vor dem Haus des Reisens nun Palmen wedeln, die ebensowenig ihr Versprechen einzulösen vermögen wie ehemals das Haus des Reisens selbst, das zeugt von Haltung und Humor.

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Obviously there aren't too many people who think the Alexanderplatz is beautiful. Some critizise the old, some critizise the new buildings, which both are always labeled as architectural sins.
Yesterday the Alex called for me quietly.  For no special reason, having no purpose in mind than to take my mind off things, I went there to pay him a visit. Neither the Alex nor anybody else took notice of my visit of course. But when I passed the Square suddenly these words crossed my mind: "Well, it is reassuringly ugly around here." And even if this probably sounds weired, I mean it in the best sense. The monstrous sea of concrete is unsuccessful in a well organized way. But the square is full of people and it is of an honest ugliness which is able to radiate beauty at the same time; nonchalantly and with generousness. I give great credit to the Alex for this, and so my todays photo series is ment as a bow to the squares pride and dignity.
In front of the formerly House of travelling are palms placed now, which aren't able to keep their  promise, as well as the house of travel didn't before. But anyway this tells of humour and attitude somehow.

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Freitag, 16. März 2012

Südafrika


Ralf, das kann man sagen, ist schon tüchtig um die Welt gekommen: Nepal, Kambod­scha, Burma, China, Thailand, Australien, Neuseeland, Venezuela, Nordamerika, Eu­ropa sowieso, so lautet die unvollstän­dige Liste. "Am schönsten, also am schönsten war Nepal." sagt Ralf, und was die bloßen Buchstaben hier nicht zu transportieren vermögen ist die Intensität und Über­zeugung mit der er das sagt.
Und trotzdem gibt es ein Land auf dieser Welt, dass ihn persönlich noch viel mehr ins Herz getroffen hat: Südafrika. Auf seinen Reisen hat Ralf immer wieder Menschen getroffen, die so begeistert von einem Land waren, dass sie dorthin aus­gewandert sind. "Es ist fast ein bisschen schade, dass ich Südafrika erst so spät für mich entdeckt habe." Auszuwandern war nie sein Plan, aber wenn dann wäre Süd­afrika das Land seiner Wahl.
Ralf erzählt von wunderbaren Orten, Menschen, Straßen, Stränden und Begeg­nungen. Von Gefahren, Apartheid und Town­ships. Er erzählt vom Licht, vom Essen, von der Weite des Landes und der Enge des Stacheldrahts, von Überfällen, von Armut und  Reichtum und wie sehr diese Schere auseinander­klafft.
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Ralf, that's fair to say, has quite travelled the world: Nepal, Cambodia, Burma, China, Thailand, Australia, New Zealand, Venezuela, North Amerika, Europe anyway, that's just the incomplete list. "Most beautiful, well,  the most beautiful country was Nepal." And written letters can't tell of the intensity and honesty with which he said this.
Nevertheless there is one other country which pierced him to the heart: South Africa. On his journeys he has met quite some people who fell deeply in love with a country, so that they finally decided to live there. "It's almost too bad, that I discovered South Africa that late." Ralf never planned to out-migrate, but if, South Africa would be the country of choice.
Ralf tells about beautiful places, people, streets, beaches and encounters. He tells of danger, appartheid and townships. Of food, of light, of the widths of the landscape and  the narrowness of barb wire, of poverty and richness and how remarkably great the difference occurs.
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Mittwoch, 14. März 2012

'Schtambul


Ausgeprägte Reiselust zum einen und die inzwischen mehrere Wochen andauernde Arbeit an der Zusammenstellung meines Portfolios haben mich in die unendlichen Weiten meiner Istanbul Bilder geführt. Und auch wenn ich schon einige Geschichten meiner Reise in diese unglaublich schöne Stadt hier erzählt habe; es sind noch so-so viele  Bilder übrig.
'Schtambul, so spricht der Türke es aus, mit Betonung auf dem ersten Wortteil. Ob ich in wenigen Worten auf den Punkt bringen kann, was ich an Istanbul so mag, wurde ich kürzlich von Christoph gefragt. Das mit den wenigen Worten hat nicht mal ansatzweise funktioniert; statt also wieder sehr viele Worte zu bemühen um die Schönheit dieser Stadt zu beschreiben, beschränke ich mich auf heute auf ein einziges: Alles.
Die junge Frau im oberen Bild hat einen Second-hand Laden in Cihangir eröffnet, in dem sie auch selbstdesignte Stücke ver­kauft. Leider kann ich mich an ihren Namen nicht erinnern und auch nichts in meinen Notizen finden. Ich werde also wohl nochmal hinfahren müssen...
Die heutige Fotostrecke habe ich spaßes­halber auch als Karte angelegt; 'Schtambul ist groß und überall anders, und wer sich dort an Strassenkarten orientieren möchte, nunja, dem ist wohl nicht zu helfen.
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A strong desire to travel on one hand, and - on the other hand -  putting together my portfolio since a few weeks by now, brought me to rummage my Istanbul photos. And even though I've already told some stories of my journey to this incredibly beautiful city, there are still so-so many images left.          
'Shtambul, thats how the Turk pronounces it, with emphasis on the first part of word. Whether I can in a few words sum up what I like about Istanbul, I was recently asked by Christoph. I definitely failed, so instead of trying it again, ending up again with a large number of words to describe the beauty of this city, I will limit myself to one single word today: everything. 
The young woman in the picture above runs a second-hand shop in Beyoglu, where she also sells self-designed pieces. Unfortunately I can not remember her name and I found nothing about her in my notes. So I'll probably have to go there again ... 
The today's photo-series, I've marked on a map, as well, just for the fun of it. 'Schtambul is a huge and varying place, and who expects to  get along there by only using a street-map, well, those are beyond help, I guess.

Sonntag, 11. März 2012

Angst und Mut


Asmaa Mahfouz ist eine außergewöhnlich mu­tige Frau: am 18. Januar 2011 hat sie auf ihrer Facebookseite ein Video ge­postet, mit dem sie entscheidend dazu beigtragen hat, dass sich 15.000 Menschen auf dem Tahrir-Platz in Ägypten ver­sammelt und gegen das Mubarak Regime demonstriert haben.
In diesem Video rief sie die Ägypter dazu auf für Demokratie und Freiheit zu kämpfen und sich gemeinsam gegen das repressive Regime zu wenden: "Wir werden am 25.Januar um 14 Uhr zum Tahrir-Platz gehen. (...) Wir werden dahin gehen und unsere Rechte fordern, unsere unveräußer­lichen Menschenrechte..."
Anlässlich der ITB Berlin, deren dies­jähriges Partnerland Ägypten ist, wurde Asmaa Mahfouz zur Podiumsdiskussion Zwischenrufe eingeladen, mit dem Titel: „Die nächste Generation! Die neue Ära in der arabischen Welt hat gerade erst be­gonnen.“
Im Anschluss an die Diskussionsrunde hatte ich die Gelegenheit ein kurzes Interview mit Asmaa Mahfouz zu führen, das weiter unten zu finden ist.
Freundlicherweise hat der Politologe und Autor Hamed Abdel-Samad, ebenfalls Sprecher der Diskussionsrunde, sich spon­tan be­reit erklärt dieses Interview zu dol­met­schen.
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Asmaa Mahfouz is an exceptionally courageous woman: on January 18th, 2011 she has posted a video on her Facebook page, with which she has contributed essentially to the fact that about 15.000 people have gathered on the Tahrir Square in Egypt and demonstrated against the Mubarak regime.
In this video she called on the Egyptians to fight for democracy and freedom and to turn united against the repressive regime: "We want to go down to Tahrir Square on Jan 25th, by 2 o'clock am. We'll go down and demand our rights, our fundamental human rights ..."
On the occasion of the ITB Berlin, of which Egypt is this years partner land, Asmaa Mafouz was invited to the panel: „Interjections“ with the headline: “The next generation! The new era in the Arab world has only just begun”
Subsequent to the discussion I had the opportunity to do a short interview with Asmaa Mahfouz, which can be found below.
Kindly and spontaneously, the political scientist and author Hamed Abdel-Samad, who also spoke on the panel, agreed to interpret the interview.
Come along this way please...

Donnerstag, 8. März 2012

Die Welt entdecken!


"Ein Haus bauen, eine Familie gründen, einen Baum pflanzen - wer immer diese dreibeinige Definition des Lebens festge­legt hat, er hat einen wesentlichen Punkt vergessen: Die Welt entdecken!" So steht es im Willkommenstext auf Christophs Seite, der sich mit der Entscheidung als Reisejournalist zu arbeiten die allerbesten Voraussetzungen geschaffen hat für diese vierte Option der Dinge, die man im Leben (je nach persönlicher Neigung) angeblich unbedingt gemacht haben sollte.
Neben der professionellen Reisebeschrei­bung, die Christoph für die GEO oder an­dere Magazine essayistisch aufbereitet, schreibt er auch noch seinen eigenen Blog: "Von unterwegs" Darin zu finden: zahl­reiche kurze Videos, die locker aus der Hand gedreht mühelosen Charme verbrei­ten und außerdem neugierig machen auf vergangene Zeiten, in denen Christoph eine eigene Radiosendung moderiert hat.
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"Building a house, starting a family, planting a tree - whoever put up this three-legged definition of live, he omitted something of great importance: discovering the world." These are the opening lines of Christophs page which represents his work as a travel-journalist. Deciding to work in this field gives him the best opportunity to fulfill his wish for this fourth target of things people allegedly should achieve in life.
Besides writing as a professional journalists for quite some travel-magazines Christoph runs his own travel-blog, as well; there you can find a lot of short travel videos, shot with a hendheld camera which occur with ease and charme, arousing my curiosity for bygone times when Christoph was presenting his own daily radio-show.
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Freitag, 2. März 2012

Drei Generationen


Da ist sie wieder, die Sally, bereits zum fünften mal hier im Blog vertreten. Somit hat sie knapp Vorsprung vor Elvis, einem weiteren regelmäßig wiederkehrenden Blogbewohner.
Zum dritten mal habe ich ein Saison-Lookbook für die Kölner Mode-Designerin Gesine Moritz fotografiert; auch ihr ist hier ein Beitrag gewidmet; der einzige Audio­Post bislang. Und zum zweiten Mal haben wir daraus ein Drei Generationen-Shooting gemacht. Selbiges ist schon eine Weile her, aber weil ich erstens gerade viele andere Shootings habe (Hurraaaa!) und zweitens Gesine Moritz morgen einfach mal den  Frühling einläutet, nutze ich den Moment um die Bilder nun endlich zu zeigen. (Nochmal Hurra!)
There she is again: Sally. It's the fifth time she occurs in this blog. So she's in tight advance with Elvis, another constantly recurring blog resident.
For the third time I had the opportunity  to shoot the season look-book of Cologne based Fashiondesigner Gesine Moritz. She also is a very welcome blog resident, the only one presented in an audio-post. For the second time we decided to shoot a 3 generation-shooting, which we've realized last summer, yet. But for the reason that I'm quite busy with quite some shootings in these days (yippie) and because Gesine Moritz opens up her Spring-Season tomorrow I grab my chance to present some photos. (Yippie, again)



Dickus, der Unvergleichliche, hat wie beim letzten Mal einen Behind-the-Scenes Film gedreht, der, nun ja...ach ja...gut Ding will eben Weile haben... Statt dessen nun vorerst seine kleine "sonntägliche Ukulele-Spielerei" zum bewegten Kurzfilmbild.
Dickus, the incomparable, shooted a behind-the-scenes film, which...well...let me put it this way: Rome wasn't built in a day, as well... So, in the meantime here's a little lazy-sunday-ukulele-gimmick-film, by Dickus.



...und noch ein paar Bilder, bitte hier entlang...
...some more photos, please follow....