Donnerstag, 3. Mai 2012

Teddy Boy





Im Hintergrund der 2003 abgebrannte West Pier
Peter ist 77 Jahre alt und genau wie Runa ein echter Brightonian. Über 30 Jahre lang hat er in den Bögen der Strandpromenade verschiedene Fish and Chips Buden und Cafes betrieben. Heute ist er nur noch Teil­haber aber trotzdem fast täglich vor Ort. Er ist hier zuhause: "Und mein Sohn hat hier sein Cafe." sagt Peter und zeigt gleich neben seine Fish und Chips Bude.
Als Peter 10 Jahre alt war, war gerade der Krieg vorbei. Sein Vater war Erfinder, oder auch Erneuerer - jedenfalls ein äußerst um­triebiger Mensch, der Neuem gegenüber aufgeschlossen war. "Er hat Juke Boxen, ein­armige Banditen und Flipper ent­wickelt." Mit 13 hat Peter angefangen für ihn zu arbeiten: "Mein Vater hat die erste Juke Box nach Brighton gebracht; aus Amerika. Die wollte aber niemand haben hier. Deswegen ist er damit im Zug bis Blackpool gefahren. Da wollte sie aber auch keiner haben. Also ist er wieder damit zurück nach Hause und schließlich hat jemand sie auf dem Pier aufgestellt."
Peter is 77 and like Runa he's a real Brightonian. For more then 30 years he has been running fish and chip stalls and cafes in the arches at the seafront. Today he's just an inactive partner, but he's still around almost every day. He's at home at the seafront: "My son runs his cafe overthere." Peter says and points at the cafe right next to his fish and chip stall.
When Peter was 10 the second world war was just over. His father was an inventor, or maybe  a developer, but definitely someone who has been bustling around and who was very openminded to new things. "He developed juke boxes, one armed bandits and pin ball machines." When Peter was 13 he started to work for his father: "My father has brought the first juke box to Brighton; from America. But nobody wanted it. So he went to Blackpool to sell it there; he went by train. But nobody wanted it there, neither. So he came back with it and finally someone took it and put it at the pier."


In den frühen fünfziger Jahren, als England sich langsam vom Krieg zu erholen begann stand Peter in der Blüte seiner Jugend. Es war die beginnende Ära der Teddy Boys, und Peter war fasziniert: "Es war die Musik, die Kleidung, die Haltung. Wir haben Jazz Musik gehört; Louis Armstrong und Dizzy Gillespie. Später kam dann Elvis auf, aber ehrlich gesagt habe ich mir um den wenig Gedanken gemacht." Peters Kleidung war wohlgewählt: lange Jacketts mit schmaler Krawatte oder Bo-Tie, zigaretten-eng geschnittene Hosen, Schuhe mit Krepp-sohlen und ganz wichtig; die Frisur: "D.A. hieß die: Duck-Ass." sagt Peter und deutet an, wie man die Haar dafür zu kämmen hat.
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In the early fifties, when Britain was getting over the austority of war, Peter has been in full bloom of youth. This was when the Teddy Boy era came up and Peter was fascinated: "The music, the clothes, the attitude. We listened to jazz music; Louis Armstrong and Dizzy Gillespie. Finally Elvis, but to tell the truth; I didn't think too much of him." Peter has well and carefully chosen his clothes: long jacketts with small ties, or bo-ties, drainpipe pants and creepers. And finally very important: the hair-cut: "D.A it was called, for duck ass." Peter explains with a laugh, imitating how the hair needed to be combed.
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"Geld hatten wir keins, fast alle waren arm. Aber trotzdem war die Kleidung enorm wichtig, oder gerade deswegen. Wir waren stolz auf alles was wir hatten, und man konnte sehr froh sein, wenn das Geld für einen Scooter reichte." Am Wochen­ende kamen dann die Teds aus London, später die Rocker, die in den 60er Jahren langsam die Teddy Boy Ära abgelöst haben. Es gab die berühmten Prügeleien mit den Mods am Strand. Ob Peter dabei war, frage ich: "Oh yes!" sagt er und lacht, auch wenn er da schon Mitte 20 war. Warum, frage ich: "Warum? Da haben sich Jugendliche geprügelt. Die Jugend macht eben ver­rückte Sachen. Das ist doch heute genau so. Es geht um Rebellion, es geht darum sich zu behaupten."
"We didn't have money, most of us were even poor. But anyway our clothes meant a lot to us, or maybe just because. We were so proud of everything we had, and you were lucky, if you could afford a scooter." At the weekend the teddy boys from London came over, at later time the rockers, who were kind of replacing the teddy after a while. There were the fightings between mods and rockers at the beach in the early sixties. I ask Peter if he had joined them: "Oh yes!" he answers laughingly, eventhough he was in his mid twenties at that time. "Why?" I ask. "Why? Well, young people were fighting against each other. Youth is always doing crazy things, it's the same today. It's about rebellion, it's about standing one's ground."



Hervorgegangen ist der Stil der Teddy Boys übrigens aus einem Revival der Edwardian Ära, die in den 40er Jahren von den Schneidern der Savile Row wiederbelebt wurde. Anfangs wurden  die Teddys des­halb auch als  Edwardians bezeichnet. 
Ob Peters Vater die Entwicklung des Brighton Pier mit der ersten Juke Box entscheidend beeinflußt hat ist schwer zu sagen. Heute jedenfalls gleicht der Pier einem Rummelplatz und beher­bergt neben mehreren Fahrgeschäften und Fressbuden eine riesige Spielhölle mit un­gezählten Spiel­automaten und Daddelma­schinen.
Am Wochenende kommen Menschen aus London.
The teddy boy era came up through a revival of the Edwardian era, by the way, which was caused by some tailors of Savile Row. For this reason the teddys were also called Edwardians in the beginning.
If Peter's father has crucially influenced the developing of Brighton Pier with this juke box is hard to tell. Today the pier is a huge amusement park with funfair rides, snack stalls and a large gambling hall providing lots of slot machines and arcade games.
At the weekends people from London come over.

Kommentare:

  1. Ich würde gern unabgedunkelt in seine Augen schauen können! ;-)

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  2. peter wirkt auf mich, also ob er sich etwas aus seiner jugend als teddy boy bewahrt hätte. ich könnte ihn mir noch immer im weißen nylonhemd mit schmaler schwarzer krawatte vorstellen. danke, dass du mich virutell mit auf die reise nimmst. lieben gruß von sabine

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  3. Das letzte Bild ist spannend und schön!

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  4. Ich mag die Leute und die Geschichten, die du über und mit ihnen zu erzählen weißt.

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  5. Bin gerade schlaflos und weiß deshalb zu sagen, dass seit halb vier auf Arte ein Film namens "Mods & Rockers" läuft und am 24. leider auch mitten in der Nacht wiederholt wird. Passt zum Thema dieses Posts, dachte ich mir.

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  6. anna, danke, das ist ja toll, von dem film hab ich gerade erzählt bekommen und wollte ihn so gerne sehen.
    danke!! vielleicht gibts ihn ja auch schon bei arte+7 mal sehen..

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