Samstag, 31. Dezember 2011

In die Töpfe gucken

Es ist soweit, der Verlosungs-Tisch ist gedeckt. Zeit, endlich die Topfdeckel zu lüften, die phänomenale Spendensumme zu verraten, das Los zu ziehen und sich vom braunen Cord-Anzug zu verabschieden:



1000 Dank an Dickus, der all dies so wunderbar zu einem Video zusammengeschnitten hat!
Und allen, die sich, in welcher Form auch immer, an unserer Aktion beteiligt und oder auch gespendet haben, gilt der ausdrückliche Dank des  spontan entstandenen Kochtopfdreigestirns auf Zeit, bestehend aus Elisabeth Lorscheid, Johann König und mir selbst.

Die glücklichen Gewinner werden in den nächsten Tagen benachrichtigt, dürfen aber sehr gerne von selbst schon mal eine email mit ihrer aktuellen Anschrift an mich richten. (smilla(ät)anders-anziehen.de)

Ich hoffe alle anderen sind nicht allzu traurig; ich selbst bin nämlich immer furchtbar enttäuscht, wenn ich bei einer Verlosung nix gewinne. (Da hilft auch älter werden nicht und keine Schokolade...)

Und sonst noch: einen guten Rutsch euch allen! Setzt die Segel für 2012...
Ich freu mich auf das nächste Jahr!

Samstag, 24. Dezember 2011

Schneefest


"Sehr kalt in Deutschland!" finden Addam, Daniela und Alan aus Venezuela, und dass sie die zu den schneefesten Skihosen passenden Jacken nicht tragen, liegt daran, dass sie eigentlich gerade Fußball spielen. Mitten im Weihnachtsgewimmel in der Fußgängerzone haben sie eine freie Ecke gefunden. 8 Tage verbringen sie in Europa, 3 davon in Deutschland, und auch wenn es für mein Empfinden in Köln zur Zeit bad-warm ist, in Venezuela  liegen die Temperaturen an Weihnachten bei ca 30 Grad und mehr.
Wie man in Venezuela traditionell die Feier­tage verbringt steht hier und hier geschrieben, (falls jemand in der besinn­lichen Hektik den Blick in die Welt schwei­fen lassen möchte)
Ich muss ja sagen, ich hab mir sehr gewünscht, dass es auch dieses Jahr ein weihnachtliches Schneefest gibt,  aber ich habe wohl zu oft mein Tellerchen nicht leer gegessen.
Euch allen schöne Tage, das wünsch ich in die Runde, und schließe mit dem Google-Suchwort der Woche: "Christkind bei der Arbeit"
"Very cold in Germany!" That's the opinion of Addam, Daniela and Alan from Venezuela, and they don't wear their jacketts just for the reason, that they are playing football at the moment. In the middle of the christmas-hurry-scurry at the retail-strip they found an empty space to play. They stay in Europe for 8 days; 3 days in Germany. And eventhough it is, to my mind,  quite warm in Cologne in these days; in Venezuela the temperature rises up to 30 degrees and more.
Well, I made my wish for a snowy christmas, but obviously I didn't clean my plate too often.
Anyway; Merry Christmas to all of you, and I'll end with the google-search-word of the week: "Christ Child at work"

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Flüchtig


"Der Jugend unbeschwertes Spiel...", das hab ich mal in einem Buch gelesen; leider will mir nicht einfallen in welchem. Gesagt hat es ein alter, kauziger Mann der weder mochte, was er solcher Art kommentierte, noch das Herz der Leser  zu erobern sonderlich im Stande war.
Der Jugend unbeschwertes Spiel. Ein paar Bilder aus dem späten, sommerlichen Herbst. Als Widmung und auch zur Er­innerung, falls das unbeschwerte Spiel mal allzusehr Vernachlässigung erfährt.
Ich glaube, das obere Bild werde ich mir eines Tages in sehr groß an die Wand hängen. Ich seh es so gern an.
"The youths light-hearted plays..." I've red this in a book once, unfortunately I can't remember in which one. An old and grumpy man said these words, and neither he appreciated what he was commenting on, nor did he prove himself able to win the readers hearts.
The youths light-hearted plays. A few photos from the late and summerly autumn. As a dedication or maybe as a reminder, if the light-hearted play is getting neglected too much.
I think one day I will put the photo above on my wall in huge size. I simply love to look at it.


...und noch mehr, bitte hier entlang...
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Dienstag, 20. Dezember 2011

"Ich rechne ja in Nudeln..."





Das ist Elisabeth Lorscheid, die Ende 2009 den Kalker Kindermittagstisch e.V. ins Leben gerufen hat. Aufmerksamen Blog­lesern wird nicht entgangen sein, dass ihrem Projekt die Spendensumme zugute kommt, die durch die Verlosung von Johann Königs Bühnenanzug gesammelt wird. Details und alle Infos dazu aus­führlich hier und in Kurzform hier; (jede noch so kleine Spende hilft!)
Die Aktion geht noch bis 29.12.2011.

Für 150 bis 180 Kinder kocht Frau Lorscheid gemeinsam mit ein oder zwei Unter­stützerinnen an 5 Tagen in der Woche ein frisches, warmes Mittagessen: "Es kommen aber auch schon vormittags immer Kinder rein, die holen sich dann Obst oder ein trockenes Bröt­chen. Viele Kinder gehen morgens ohne Essen im Magen, und ohne Schulbrot aus dem Haus." Nur durch Spenden und Zu­wendungen jeder Art finanziert sich der Verein. "Die Räume stehen uns mietfrei zur Verfügung, aber Strom und Nebenkosten müssen wir selbst bezahlen." Viel Platz ist nicht; ca 60 qm inklusice der Toiletten. Da wird es Mittags richtig eng.
This is Mrs. Lorscheid, who invented the Kalker kids-lunchtable in 2009. The gentle blog-reader probably may have realized yet, that all donations, collected for Johann Königs stage-outfit, are for her projects benefit. More details and informations you may find here and here.
Even a small donation helps! 

Mrs. Lorscheid and her assistants prepare a warm and fresh cooked meal for 150 up to 180 kids; 5 days a week: "Some kids show up in the morning already, they grab some fruits or bred. Many children leave home without having breakfast, or any breaktime sandwiches." The lunchtable is financed only by donations and benefits of all kind: "We don't have to pay rent, but additional expenses and the costs of electricity." There's not much space for all of them, 60 square metres, including the restrooms." So it's getting quite crowded at lunch-time.



Frau Lorscheid, die selbst 2 Söhne hat, erzählt im FrauTV-Video wie und warum sie auf die Idee kam, den Mittagstisch zu gründen. Letzen Winter habe ich den Bericht zufällig im Fernsehen gesehen, und ich war sehr beeindruckt von der tat­kräftigen Frau, die eigene Wege sucht und findet, mit Notlagen umzugehen. Die Grundsituation des Vereins hat sich wenig geändert: noch immer weiß Frau Lorscheid nie wie es weitergeht. Spenden kann sie daher dringend brauchen, denn Geld ist die Garantie, dass sie weitermachen kann. "Die laufenden Kosten müssen bezahlt werden, und trotz der Lebensmittelspenden müssen wir ja auch noch Nahrungsmittel zu­kaufen."
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Mrs. Lorscheid, who has two sons herself, tells at the Frau-TV-video how and why she invented the kalker kids-lunchtable. Last winter I've seen this report on TV, and I was immidiately impressed by this woman, who searches and finds her very own ways out of states of emergency. The basic situation of her project is still the same; Mrs. Lorscheid never knows how she can manage to continue. So she really needs any donation, for the reason that money is kind of a guarantee, that she can keep up her work. "We need to pay the running charges, and although we get donatons of food, we still have to buy some."
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Sonntag, 18. Dezember 2011

Radrennen





Zuerst überholt Lu mich mit dem Fahrrad und anschließend ich sie; ich bin neugierig, die Frau mit dem bunten Schal und der bestickten Weste von vorne zu sehen. Dass ich sie fotografieren darf freut mich, und nachdem wir ein Weilchen geredet haben ziehe ich beschwingt und gut gelaunt von dannen. Manche Menschen haben dieses Talent, eine aufgehellte Stimmung zu be­wirken, und für mich gehört Lu unbedingt dazu.
Lu ist in Köln geboren. Sie hat in Heidel­berg studiert und dann ein halbes Jahr in England verbracht. Nun ist sie frisch zu­rückgekehrt, und tritt demnächst ihre neue Stelle an. Lu ist Musiktherapeutin und arbei­tet hauptsächlich mit Wachkoma­patien­ten. Sie erklärt mir worauf es bei der Arbeit ankommt, worum es geht und was sie macht. Ich muss gestehen, ich fühl mich hier und heute nicht in der Lage, das kompetent und ohne Gestammel wieder­zugeben. Was ich aber sagen kann ist, dass ich wiederum an Lus Kompetenz keinerlei Zweifel habe. Sie erzählt lebendig und konzentriert und es ist mehr als deutlich, mit wieviel Leidenschaft sie bei der Sache ist.
"Bewusst zu leben, zu wissen was man tut" ist ihre Antwort, als ich frage, worauf es ihr im Leben ankommt.
First Lu is overtaking me with her bike, then I overtake her; I'm curious to look into the face of the woman with the colorful scarf and the embroidered vest. I'm happy that she agrees when I ask her for a photo and after a while of talking together I go away cheerful and delighted. Some people have this talent to create a cheeful atmosphere, and to me Lu definitely is one of those people.
Lu was born in Cologne, she studied in Heidelberg and stayed in England for six months. Now she just came back to Cologne, starting her new job in a short while. Lu is musictherapist and she mainly works with patients in a vigiliant coma. She explains the matter of this work, what this means and what she's doing. I have to admit that today I don't feel competent enough to repeat it without starting to stammer. But about Lu's competence I don't have any doubts at all; she's thoroughly concentrated and speaks in such a vibrant way, that her passion for her work is very obvious.
"Being conscious in life, being aware." she replys, when I ask her what she considers important in life.

Samstag, 17. Dezember 2011

Spendenaktion in Kurzform


  • Verlost wird der einigermaßen zerbeulte aber tourbegleitende Bühnenazug von Johann König.
  • Das Geld kommt komplett und ohne Abzug dem Kalker Kinder­mittags­tisches e.V.,  zugute.
  • Jeder der auf unten genanntes Konto spendet nimmt an der Verlosung teil.
  • Auch wer nicht spendet, kann gewinnen: Zusätzlich werden je 10 Johann König Bücher und DVD's, sowie 2 Gästelistenplätze verlost.
  • Wer den Spendenaufruf weitersagt, verlinkt, kurz, wer hilft, ihn zu verbreiten, hinterlässt hier im Blog einen Kommentar und nimmt so an dieser 2. Verlosung teil.
  • Gespendet werden kann bis zum 29.12.2011 um 12:00.
  • Am nächsten Tag nimmt Johann König höchstselbst beide Auslosungen vor. Das Video dazu wird hier gepostet.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  • Das ganze in ausführlichster Form: hier.
  • Kommentare am liebsten im vorigen Post "Wasser mit Wassergeschmack"


Kontoinhaber: Kalker Kindermittagstisch e.V.
Kontonummer: 386054
Bankleitzahl: 370 502 99 Kreissparkasse Köln

Bitte im Verwendungszweck  eine Kontaktmöglichkeit hinterlassen. Wer eine Spendenquittung benötigt, fügt seine Adresse und das Wort Quittung an.

Edit: Der Kalker Kindermittagstisch hat hier übrigens einen Dankes-Kommentar an alle hinterlassen, die sich beteiligen.

Freitag, 16. Dezember 2011

"Wasser mit Wassergeschmack"





Das ist Johann König in seinem Bühnen­anzug. Dass er darin auch auf der Straße posiert hat einen Grund, und zwar einen guten: "Was machen wir jetzt mit dem Anzug? Versteigern?" hat Johann mich letzten Dienstag, wenige Minuten nach der letzten Aufführung seines Programmes "Total Bock auf Remmi Demmi" im Kölner Tanzbrunnen, gefragt. 257 mal ist er im braunen Cordanzug,  den ich, auch das soll hier Erwähnung finden, höchstpersönlich entworfen und angefertigt habe,  auf die Bühne gegangen. Die Entstehungsfrage Anfang 2009 lautete übrigens ganz ähnlich: "Wie machen wir jetzt den Anzug?" Näheres (aus der Erinnerungsperspektive des Künstlers) dazu im unten angefügten Videoausschnitt.

Seinen Bühnendienst hat er also getan, der braune Cordanzug. Jetzt soll er helfen Gutes zu tun:
Zugunsten des Kalker Kinder­mittags­tisches e.V.,  den die unglaub­liche Frau Lorscheid ins Leben gerufen hat, und gegen eine Spende, verlosen wir das gute Stück (und noch ein paar andere Dinge mehr, s.u.). Frau Lorscheid versorgt mit ihrem Mittagstisch täglich zwischen 150 und 180 Kinder in Köln-Kalk mit warmem Essen. Wie sie dazugekommen ist erzählt sie am besten selbst im Frau-TV Bericht. Natürlich stelle ich sie und ihr Projekt hier im Blog auch noch persönlich vor.
Edit: hier zu finden: "Ich rechne ja in Nudeln" (O-Ton Frau Lorscheid)

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This is Comedian Johann König in his stage outfit. He strikes a pose on street as well for  a reason, and it's quite a good one. "What are we going to do with the suit now? Put it up to auction?" Johann asked me shortly after his last tour performance of his show "Total Bock auf Remmi Demmi" at the Cologne Tanzbrunnen last tuesday. For 257 performances he dressed up in his brown corduroy suit, which is of my own making, if I may take my chance to mention that. Back in 2009 the first question concerning his new tour outfit sounded quite similar: "How are we going to make the suit?" The video below tells the story from the point of view of the artist himself.


The suits stage-work is done, now it is supposed to do a good deed: To the benefit of the Cologne Kids lunch table, invented by the incredible Mrs. Lorscheid, and for a donation we raffle the suit off. Mrs. Lorscheid serves from 150 to 180 kids every single day with a warm meal for lunch. She does this, because she one day suddenly felt there was a need for this. In a very few days I will show a portrait of her and her awesome project of course.

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video

Dienstag, 13. Dezember 2011

Love is all you need





Eine Woche haben Albina und Edward Zeit sich ein wenig in Deutschland umzusehen. Sie machen einen Städtetrip, der in München begonnen hat und über Köln nach Berlin führt.
Die beiden leben in St. Petersburg, wo Edward einen technischen Beruf ausübt, der im weiteren Sinne wohl mit Gas zu tun hat, uns aber an die Grenzen der Verstän­digung bringt. Da ist es mit Albina's Berufs­wünschen schon leichter. Sie möchte gerne Modedesignerin werden. Eine Ausbildung in dieser Richtung hat sie nicht gemacht: "Aber es ist meine Leidenschaft, und ich versuche es einfach." Den Mantel, den sie trägt, hat sie zum Beispiel selbst ent­worfen und genäht.
Albina and Edward are in Germany for one week. They're on a city-trip, starting in Munich, travelling  further to Cologne and finally Berlin.
They live in St. Petersburg, where Edward is working in a technical profession which has something to do with gas, but unfortunately we reach the limit of verbal communications while he tries to explain. It's easier for Albina to tell her career choice: she want's to become a fashion designer. She's not educated in this line of work: "But it's my passion, and I simply have a try." She designed and sewed her coat by herself, for example.



Die Antwort auf die Frage worauf es im Leben ankommt ist kurz und kommt spon­tan. Albina sagt: "Love. Love is all you need." Edward stimmt zu: "I live for her."
Und weil ich mich nicht entscheiden kann, und Albina so schön in den Niesel­regen hineinlächelt, kommen hier noch ein paar Bilder.
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On my question what they consider impor­tant in life Albina replys spontaneously: "Love. Love is all you need." Edward agrees: "I live for her."
And for the reason that I found it too hard to sort out photos, and because Albina was smiling so nice although it was drizzling, here are some more photos.
This way, please..

Sonntag, 11. Dezember 2011

"Schöner unsere Paläste"...





...so heisst der Bildband von Gerd Danigel, und am liebsten würde ich nun eine Aus­wahl der darin enthaltenen Fotos ver­öffentlichen. Allein, am Ende wäre es wohl beinah das ganze Buch, denn daraus auszuwählen gleicht einer Unmöglichkeit. Die Schwarz-Weiss-Fotos, zwischen 1978 und 1998 auf den Strassen Berlins ent­standen, zeigen Gerd Danigels hinter- und feinsinnigen real-poetischen Blick auf eine Welt, die inzwischen gründlich und mehr­fach erneuert wurde.
Meine ausdrückliche Begeisterung für Gerd Danigels Fotos wechselt sich mit fast demütiger Dankbarkeit für sein Werk ab. Keines seiner Bilder ist belanglos oder beliebig. Mit durchlässigem Gespür für kleine und große Augenblicke und vor allem für den richtigen Moment, teilt er mit, was er gesehen hat. Seine Bilder sind Würdigungen ohne zu romantisieren, sie entlarven ohne Niedertracht, und immer wieder fangen sie die rhythmische Eigen­komposition des Alltäglichen ein, dessen Verweildauer nicht selten eine Sekunde unterschreitet.

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Gerd Danigel is a Berlin based photo­grapher.  A few months ago his photos have been published in a  book, and I definitely would like to show a selection. But probably I would post all of his photos, for the reason that it seems impossible to me to narrow down the choice. His monochrome pictures, taken between 1978 and 1998 in the streets of Berlin, present Gerd Danigels subtle and sensitive poetical view into a world which has been rigorously modified in the meantime.
My explicit enthusiasm for Gerd Danigels photos alternates with a thankful humble­ness for his complete work. His photos are appreciations without romanti­cizing, they reveal without baseness, and over and over again they catch the rhythmical self­composition of everyday occurrences which often last for less than a second.

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Samstag, 10. Dezember 2011

Zoey Zoley!





Eisprinzessin, dieses Wort macht es sich sofort in meinem Kopf bequem, als ich Zoey in einem Berliner Café sehe.  Zoey ist eine ganz und gar echte Berlinerin: "In der dritten Generation. Ja, na echt, dass muss man ja dazusagen. Bin ich auch stolz drauf." Zoey lacht, und ich bin verloren. Ihr Großvater war Schuhmacher am Prenzlauer Berg, zumindest meine ich mich zu erinnern, dass Schuhmacher der Beruf war. Denn ganz ehrlich: Zoey zuzuhören lenkt mich ab von dem was sie sagt. Sie spricht so schön. Wenn sie nicht im Café arbeitet, dann singt sie übrigens.
(Vielleicht auch manchmal im Café, aber nicht so lange ich da war.) Nach einem ausführlichen Spaziergang auf ihrer Seite, den ich hier mit erheblicher Verblüffung begonnen habe, kann ich nun sagen, ihr Gesang fasziniert mich nicht minder.
"Ice princess" is what first comes to my mind when I see Zoey in a cafe in Berlin. Zoey is a true blue Berlin girl: "Third generation." She mentiones this for the reason that it's not too easy to meet original inhabitants in Berlin, especially in her district. "I'm proud of it!" she says and laughs and I'm lost. Her grandfather was a shoemaker at Prenzlauer Berg, at least I seem to remember that she said shoemaker. To tell the truth; listening to Zoey is distracting me from conceiving what she tells. She's speaking in a such a nice way. When she's not working at the cafe she also sings. (Maybe sometimes at the cafe as well, but not as long as I was there) After a delightful excursion to her site, which I started quite astonished here, I can tell; listening to her singing is fascinating me as well and definitely worth it.


Zoey drückt sich musikalisch auf unter­schiedlichste Weise aus. Zum Beispiel spielt sie manchmal gemeinsam mit einem Akkordeonisten in Berliner Altersheimen Stücke von Brecht und Weill, und allerlei anderes aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Die dem Vortrag lauschen begeben sich nicht selten auf eine Zeitreise in die eigene Kindheit oder gar Jugend. "Das ist schön" sagt Zoey.
Über meine Assoziation der Eisprinzessin freut sie sich: "Ja, ich zieh mich mal an wie 'ne Schneeflocke, dachte ich." Zoey trägt gern weiß oder bunt. Oder bunt und weiß: "Jedenfalls nicht gerade schwarz, grau oder blau, wie das im Winter so üblich ist."
Was im Leben wichtig ist? "Die Liebe."
Während ich hier so vor mich hinschreibe läuft übrigens im Hintergrund Zo(e)lec­triCity.
Zoey has diverse forms of musical expression. For instance she sometimes performs together with an accordionist in retirement homes. They play pieces of Brecht and Weill and other stuff from the first half of the last century. Those who listen to them often go on a journey through time, back to their childhood or youth. "That's very nice." Zoey says.
When I tell her about my ice-princess association she's pleased. "Yeah, I thought to myself I could dress up like a snow­flake." Zoey likes to clothe herself in white or in colourful.  Or in white and colourful: "Anyway, not in black or grey or blue, like most people in the wintertime."
What she considers important in life? "Love."
While I'm writing all this I'm listening to Zo(e)lectriCity, by the way.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Reiseglück





Die letzten Tage habe ich (hurra) in Berlin verbringen dürfen und dort habe ich mich am Sonntag auf den Weg gemacht um den Travelettes Christmas market zu besuchen und dort vielleicht Katja kennenzulernen, die ihn mitorganisiert. Katja fotografiert für ihren Blog Glamcanyon Menschen auf den Strassen Berlins und der Welt. In Berlin lebt sie, durch die Welt reist sie. Und zwar oft und gern und am liebsten allein. Und weil sie so gern bloggt hat sie auch noch Travelettes- backpacking in heels ins Leben gerufen, den sie gemeinsam mit 12 anderen Frauen schreibt. Das Reisen hat sie früh für sich entdeckt, ihr Zuhause trägt sie in sich selbst: "Facebook und Twitter machen es natürlich auch leichter Kontakte zu halten." Katja beschreibt sich selbst als verwurzelten Menschen mit starkem Rückhalt in der Familie: "Vielleicht kann ich gerade weil ich so verwurzelt bin so gut reisen." Worauf es ihr im Leben ankommt? "Glücklich sein. Ich frage mich immer: Katja, bist du glücklich? Oder wie könntest du noch glücklicher werden?" Das Leben vergleicht sie mit einem Tablett voller Möglichkeiten: "Und es wäre doch töricht nicht zuzugreifen."

Was Katja so macht unterwegs? Zum Beispiel dies:
I took the chance to stay in Berlin for a few days and there I visited the Travelettes Christmas market on sunday. I was curious to meet Katja, one of the organizers. For her blog Glamcanyon Katja takes photos of people on the streets in Berlin, where she lives and (almost) the whole world, where she travels. For the reason that Katja loves travelling she travels a lot, and she enjoys most to travel alone. She also loves blogging, and so she founded  Travelettes - backpacking in heels, a blog she writes together with 12 other women. Early in her life she discovered her passion for travelling, she contains home within herself: "Of course it is much easier to stay in touch with friends by using twitter or facebook." Katja describes herself as a rooted person with a strongly backed up by her family: "Maybe beeing rooted is excactly the reason why it is so easy for me to travel the world." What she considers important in life? "To be happy. I always ask myself: Katja, are you happy? Or what could you do to attain more happiness?" She collates life with a tray full of possibilities: "And wouldn't it be foolish not to help oneself?"

What Katja does while she's travelling? Well, this for instance:


Bangkok smiles from Travelettes on Vimeo.

Freitag, 2. Dezember 2011

Eigentlich





"Man sagt ja sehr oft 'Eigentlich...', aber man muss auch den Mut haben, dass das Eigentlich wahr wird. Immer wieder." Das ist Herr Hasumis Antwort auf die Frage, worauf es im Leben ankommt, und er lacht, während er das sagt: "Das ist nicht immer so leicht."  Herr Hasumi ist Laute­nist, Frau Abe spielt Geige. Als ich sie anspreche sind sie mit raschen Schritten auf dem Weg in die Minoritenkirche, wo sie mit weiteren Musikern ein Benefizkonzert für Japan spielen.
Beide leben seit Anfang der 90iger in Deutschland und beide haben hier ihr Musik­studium absolviert. In dieser Zeit haben sie sich kennengelernt, auch wenn sie an unterschiedlichen Hochschulen in verschiedenen Städten waren.  Nun leben sie gemeinsam in Köln, und wer sie gerne zusammen spielen hören möchte drückt unten auf den Play-Button.
Ich frage Frau Abe nach ihrem Mantel, und sie erzählt erstaunliches darüber: Im Alter von ungefähr 11 Jahren hat sie ihn in Japan gekauft, und seitdem trägt sie ihn: "Ich hab ihn schon seit 30 Jahren." Auch Herr Hasumi hat seinen Mantel schon lange: "Bestimmt seit 15 Jahren."
Ich bin beeindruckt: 15 Jahre ist schon eine lange Zeit. 30 Jahre alt ist auch der Mantel dieser Dame, die ich kürzlich getroffen habe. Aber ein Kleidungsstück, dass man beinah ein Leben lang besitzt und trägt, hat in meinen Augen eine besondere Würdi­gung verdient.
Welches Kleidungsstück  tragt ihr schon lang und gern, und warum?
"The word is often 'Well, actually...' but it is necessary to let this acually become true. Again and again. " This is Mr. Hasumis reply on my question what he considers important in life, and he says it laughingly. "It isn't always that easy." Mr. Hasumi is a lute player and Mrs. Abe plays violin. When I appraoch them they are heading at full pace towards the Minoriten-church, where they are about to give a charity concert for Japan together with other musicians.
They both are living since the early 90ies in Germany, and they both have studied music here. During this time they have  met each other, although they were living and studying in different cities. Now they are living together in Cologne, and if you like to hear them play together, you may press the button below.
I ask Mrs. Abe about her coat and she tells an amazing story; when she was something like 11 years old she had bought in Japan and since then she's wearing it: "I have it since 30 years yet." Mr. Hasumi owns his coat since quite a while, as well: "About 15 years for sure."
I'm impressed. 15 years is quite a while. The coat of this woman I've met the other day is 30 years old also. But a piece of clothing which one owns and wears almost since forever deserves a special appre­ciation in my opinion.
Which peace of clothing do you own and wear since a long time, and why?






Uccellini Sonata Op42

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Einer mehr im Raum


Heute Abend findet im Berufskolleg in Ehrenfeld die Auftaktveranstaltung zur Bürger­beteiligung  Heliosgelände statt. Der Bezirksbürgermeister lädt dazu ein. Weil er das auf sehr zurückhaltende Weise tut, wie mir scheint, so dass man es glatt übersehen könnte, helfe ich einfach mal ein bisschen mit beim einladen.

Berufskolleg Ehrenfeld, Weinsbergstrasse 72 (Eingang Piusstrasse), 19:30 geht's los. Karte

Ich kann von mir selbst nicht behaupten, dass ich  politisch sonderlich versiert oder aktiv wäre. Ich bin nicht einmal übermäßig informiert. Ich kann aber, aus bürgerlicher Anwendersicht quasi, mit Bestimmtheit sagen, dass ich gegen ein Einkaufszentrum auf dem Heliosgelände bin.
Deswegen werde ich heute abend einfach einer mehr im Raum sein, um so zu zeigen, dass das Heliosgelände und Ehrenfeld was Besseres verdient haben als einen schnöden Konsum­tempel.
Wer sich ein wenig ins Thema einlesen möchte kann dies ganz prima auf der Seite der BI Helios tun, und hier im Blog gabs auch schon was zum Thema.