Sonntag, 31. Juli 2011

...vergraben, verbuddeln, vergessen





Vor 31 Jahren wurde in der Nähe von Gor­leben die  Republik freies Wendland ausge­rufen. Damals war Christoph zwar erst 3 Jahre alt, aber er war dabei: "Meine Mutter hat mich mit dort hingenommen." Im Widerstand gegen ein geplantes Atom­mülllager vereint, haben Atomkraft-Gegner  ein provisorisches Hüttendorf er­richtet, das selbstverständlich ohne Atom­strom ausgekommen ist.
Basisdemokratisch ging es zu, und einen eigenen Pass bekam, wer Bürger der freien Republik wurde. Gesinnung ist nicht auf einen Ort zu begrenzen, und so hatte der Pass Gültigkeit im ganzen Universum. Auch Christoph besitzt einen, und heute ist er selbst aktiver Atomkraftgegner. Von einem Endlager für radioaktiven Abfall im Salz­stock bei Gorleben hält er gar nichts: "Vergraben, verbuddeln, vergessen, das ist so die Mentalität. Und da wird mit einer Materie umgegangen, die überhaupt keiner kontrollieren kann."
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About 31 years ago the  Free Republic of Wendland was established. Back than Christoph was at the age of 3, but  he has been present, anyway: "My mother took me with her." United in resistance to a radioactive waist dump in Gorleben a large number of anti-nuclear demonstrators builded up a village of improvised shacks, which of course didn't consume nuclear energy.
The protest camp was organized direct democratically, and people even got passports, if they became citizen of the Republic. For the reason that the cast of mind is not limitable on only one region, the passport area of validity included the whole universe. Christoph owns one, as well, and today he himself is against nuclear power. He thinks nothing of a final depot for nuclear waist at the salt domes of Gorleben: "First bury, then forget, that's the mindset. And they deal with a matter, which no one reliably can handle."
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Mittwoch, 27. Juli 2011

Dienstag, 19. Juli 2011

Im Herzen vereint


Als ich Herrn B. frage, ob ich ein Foto machen darf, wie er da so auf der Bank sitzt, denkt er, ich möchte dass er weg­geht. Schließlich versteht er und nickt,  und nimmt dann  für das Foto seine Kappe ab. Herr B. ist Rumäne, er ist 85 Jahre alt, und seit ca. 20 Jahren lebt er in Deutsch­land. "Meine Frau war Deutsche, und als ich pensioniert wurde sind wir hierher gezogen." Mit ihr hat er immer rumänisch gesprochen, deswegen fällt es ihm schwer schnell die passenden Worte zu finden.
Letztes Jahr ist seine Frau gestorben. Sie war lange krank, und hat in einem Pflege­heim gelebt. Herr B. hat sich immer um sie gekümmert, und er sagt, dabei sei er selbst auch irgendwie krank geworden: "An der Seele." Nun besucht er jeden Tag das Grab seiner Frau. Er zeigt mir seine Monats­karte: "Ich fahre jeden Tag mit der Bahn hierher." Dann kümmert er sich um die Blumen, sitzt eine Weile auf der Bank, und macht noch einen Spaziergang über den Friedhof. Morgens geht er auch spazieren: "Den Weg, den ich immer gemeinsam mit ihr gegangen bin." Ich sage, dass er ja auf seine Art noch immer mit ihr zusammen lebt: "Ja, hier." ant­wortet er, und hält die Hand vor die Brust. "Jeden Abend spüle ich einen Teller, eine Gabel, ein Messer ab, und dabei denke ich immer an sie."
When I ask Mr. B. if I may take a picture of him, sitting there on the bench, he first thinks I ask him to go away. Then he understands, nods, and for the photo he takes off his cap. Mr. B is romanian, he's 85 and since about 20 years he lives in Germany: "My wife was german, and when I retired we moved to Germany." They were speaking romanian together, and for that reason it's not so easy to find the right german words quickly.
Last year his wife died. She has been  ill for a long time, and needed to stay in a nursing home. Mr. B. took good care of her all the time, and he says in a way he got ill, as well: "In my soul." Now he visits his wife's grave every day. He shows me his monthly ticket: "Every single day I come here by tramway." He keeps up the grave, waters the flowers, and then he takes a walk through the cemetery park. He also takes a walk every morning: "The way I used to walk along with her." I say, that he still shares his life with her, in his own way: "Yes, here." he replys, holding his hand in front of his chest. "Every evening I wash up a plate, a knife, a fork, and doing this I think of her."


Herr B. zeigt mir das Grab seiner Frau, und den heutigen Spaziergang über den Fried­hof machen wir gemeinsam. Wir gehen langsam, wir reden und schweigen, und Herr B. erzählt einiges aus dem Leben seiner Frau. Er erklärt mir auch die Wege­führung des Friedhofs, er kennt sich hier ja aus. Beim Abschied drückt er fest meine Hand, lüftet kurz die Kappe, und deutet einen Handkuss an. "Danke für sprechen", sagt er und geht.
Mr B. shows me his wifes grave, and today I accompany him on his daily walk through the cemetry park. We walk slowly, we talk and we keep silence, and Mr. B. tells me a bit about his wife's life. He also explains  the cemetrys structure to me,  he knows the place. When we say good bye he presses my hand, raises his cap and adumbrates a kiss on my hand. "Thanks for talking." he says, walking away

Montag, 18. Juli 2011

Gastgeber





Mein kümmerlich ausgeprägter Orientie­rungssinn hat mich schon so manches Mal an Orte geführt, die aufzusuchen ich gar nicht geplant hatte. So war es auch mit dem Café Sedan in Freiburg. Etwas ratlos umherirrend habe ich mich vor dem kleinen Café wiedergefunden, und leicht entrückt überlegt, wo ich denn diesen Namen nur schon mal gehört habe. Es war hier.
Hinter der Theke treffe ich Christoph, der das Café seit 3 Jahren mit viel Leiden­schaft betreibt: "Wir bieten hier nur Sachen an, wie man sie auch zuhause machen würde... also, wie ich sie zuhause machen würde." Verwendet werden nur Zutaten und Produkte aus der Region, wie zum Beispiel der selbstgemachte Ziegen­frischkäse, der gerade an mir vorbei­getragen wird.
Das Publikum im Café Sedan ist bunt gemischt. "Hier sind alle willkommen, und es kommen auch alle, also nicht nur eine bestimmte Gruppe von Menschen."
My barely developed sense of direction yet many a time took me to places I didn't plan to visit, at all. It was the same with Café Sedan in Freiburg. Cluelessly wandering about the streets suddenly I found myself in front of the café, trying to remember where I had heard this name before. Here it was.
Behind the counter Christoph welcomes me, who passionately runs the café  since about 3 years now. "We only offer things like you would prepare them at home, well...like I would prepare them at home." Only local products and ingredients are used, like the home-made goat cream-cheese, which just passes me on a dinner tray.
The clientele of Café Sedan is quite variegated: "Everyone is welcome, and everyone is coming, also. Not only a special group of people."


Bevor Christoph das Café eröffnet hat, hatte er diverse andere Jobs: "Ich hab eine Ausbildung als Einzelhandelskaufmann, und dann hab ich, ach, alles mögliche ge­macht." sagt er und zählt einen wilden Mix an Tätigkeiten auf. "Aber ich wollte immer einen eigenen Laden haben. Was das sein sollte, da war ich gar nicht so festgelegt. Aber einen eigenen Laden machen, das war klar." Dass es ein Café sein würde, hat sich fast zufällig ergeben, denn durch einen seiner Jobs ist im klar geworden, dass er einfach sehr gerne Gastgeber ist.
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Before Christoph opened up his café he has been busy with quite some different jobs: "I'm a trained retail salesman, and then I did, well, so many things." he says, listing a wild mix of various jobs. "But I always wished to run my own shop. I wasn't really commited to something special, but an own shop, that was clear." That it would be a café happened almost by accident. One of his former jobs made him realize, that he likes to act as host.
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Freitag, 15. Juli 2011

Erste Geige





Eigentlich wollte Frau Z. in Köln nur Musik studieren, und anschließend nach Korea zurückkehren. Aber dann hat sie hier ihren Mann kennengelernt, und alles kam anders. Nach dem Studium hat sie im Gürzenich Orchester die erste Geige gespielt, ihren Beruf dann aber aufgegeben, weil sie ihr erstes Kind bekommen hat. Diese Ent­scheidung ist ihr nicht sehr schwer ge­fallen, und Frau Z. hat ohnehin wenig Verständnis für die mangelnde Wert­schätzung die Müttern und Hausfrauen entgegengebracht wird: "Das kann mich richtig wütend machen. Ich bin keine Feministin, aber das Frauen, egal ob im Beruf oder zuhause, selbst in westlichen Ländern immer noch weniger wert sind als Männer, das ist verkehrt." Sie selbst hat immer sehr viel Wert darauf gelegt, sich nicht unterzuordnen, und mit Männern auf Augenhöhe zu sein. "Es ist viel leichter, zu sagen 'Ich arbeite hier, oder da' als 'Ich bin Hausfrau'." Dabei erachtet sie beispiels­weise die Erziehung von Kindern als sehr bedeutsam: "Man muss sich mit seinen Kindern auseinandersetzen. Das ist nicht immer leicht, aber es ist wichtig."
Außerdem wichtig ist für Frau Z, dass sie einen weiten Horizont behält: "Dass ich nicht immer nur sehe, was ich schon kenne, sondern dass mein Blick offen bleibt. Deshalb reise ich sehr gern."
Initially Mrs. Z came to Cologne just to study music and then go back to Corea. But she met her husband here, and everything turned out differently. After her study she was playing the lead violin at the Gürzenich Orchestra, but when her first child was born she quitted her job. This hasn't been a hard decision for her, and Mrs. Z. anyway is unsympathetic to the absence of appreciation for mothers and housewifes: "I can get really angry about that; I'm not a feminist, but that women, whether in the job or at home, even in western countrys still are less worth than man, that's wrong." She herself always took care that she wouldn't have to accept a subordinate role, and to stay at eye level with men. To educate children she considers important: "You have to talk and to dispute with your children. That's not easy at all times, but it's of importance."
Furthermore keeping a wide horizon is of importance to Mrs. Z: " That I don't only lay eyes on what I already know, but rather having a wider view. For that reason I like to travel."

Mittwoch, 13. Juli 2011

Reisetagebuch





"Sorry? We're english." Lisa und Roger kommen aus Großbrittanien. Dort leben sie in einer kleinen Stadt 'by the sea', und auch während ihrer derzeitigen Reise sind sie dem Wasser ganz nah: Mit dem Schiff sind sie von Basel nach Amsterdam unterwegs, und da liegt Köln so ziemlich mitten auf der Strecke.
Seit 50 Jahren sind Lisa und Roger ver­heiratet; vor 2 Wochen haben sie goldene Hochzeit gefeiert. Beeindruckt spreche ich meine Glückwünsche aus und frage das Naheliegende: Was ist ihre Empfehlung für eine gute Beziehung und Partnerschaft? "Man braucht Feingefühl für die Bedürf­nisse des anderen." antwortet Roger lang­sam und mit pointierter Betonung.
"Communication." sagt Lisa. Und nicht zu­letzt das verschmitzt anmutende Gespräch der beiden, das ich beobachten konnte, während sie näher kamen, hat mich be­wogen, sie anzusprechen.
Früher sind Lisa und Roger durch die ganze Welt gereist, seit ein paar Jahren be­schränken sie sich auf Europa. Auf meine Frage, worauf es ihnen im Leben an­kommt, antwortet Roger: "Das Wissen zu vermehren." Lisa nickt, und ergänzt: "Interessante Menschen treffen."
Im Weggehen fällt ihr noch etwas ein: "Wir führen ein Reisetagebuch. Darin werden Sie heute vorkommen, als ein Ereignis dieses Tages."

Nachschlag; Mal wieder auf der Suche nach einem neuen Buch habe ich auch Lisa und Roger nach einer Empfehlung gefragt: Alexander McCall Smith, war, neben anderen, ein begeisterter Tip. McCall schreibt eine Krimiserie um eine Privat­detektivin in Afrika, die, mir gänzlich neu, bereits Welterfolg feiert, und hier und hier gute Kritiken bekommt. Kennt, mögt oder lest  ihr seine Bücher?
"Sorry? We're english." Lisa and Roger are from UK. They live in a small town 'by the sea', and even on their current trip they stay close to the water: they travel from Basel to Amsterdam by boat, and Cologne is right in the middle of the route, more or less.
Since 50 years Roger and Lisa are married; two weeks ago they celebrated golden weddding anniversary. I'm impressed, and I offer my concratulations, asking the obvious: what do they recommend for a happy relationship? "Sensitivity for the needs of the other party." Roger slowly replys, emphazising it pointedly.
"Communication" Lisa answers. And not least because of their gleefully con­versation I could witness while they were coming closer, I decided to approach them.
In earlier days Lisa and Roger were travelling all around the world, but since a few years they focus on Europe. On my question, what they consider important in life, Roger says: "Increasing knowledge." Lisa nods, adding this: "To meet interesting people."
Saying good bye, something crosses Lisa's mind: "We're writing a diary, about our trip. You'll be in it, as an event of this day."




Edit: Always interested in finding new books I asked Lisa and Roger for their recommendations. Among others they are excited about the books of Alaxander McCall Smith. He writes a series about a private investgating women in Botswana, and his books obviously earn international success, yet. I've never heard about him before. But maybe you know, read or like his books?

Montag, 11. Juli 2011

"Self esteem needs a little boost"





Als ich Ayo anspreche und ihr von meinem Blog erzähle sagt sie mit interessiertem Blick und endgültig anmutendem Bedauern in der Stimme: "Ja, gern, aber...also ich bin Künstlerin.", als wäre das ein finales Auschlusskriterium. Verunsichert verge­wissere ich mich im Gegenzug, ob ich denn dann ihr Foto überhaupt verwenden darf; aber so hat sie es nicht gemeint. Ayo ist Musikerin, ihr Name ist nigerianisch und bedeutet Freude. Gerade hat sie auf der Summer Jam in Köln gespielt, und nachdem ich nun einige ihrer Songs gehört habe bedauere ich sehr, dass ich sie nicht auf der Bühne gesehen habe.
Ayo lebt in Paris, aber sie hat schon an vielen Orten auf der Welt gelebt, und "eine feste Heimat hat sie nur im Land der Musik", wie Urban verrät. Auf meine Frage worauf es im Leben wirklich ankommt antwortet sie: "Die Liebe. Also gar nicht unbedingt die partnerschaftliche Liebe. Eher die Liebe überhaupt. Es gibt soviel Angst, die Menschen haben einfach Angst, und das verhindert soviel, vor allem Liebe." Ich frage wovor die Menschen ihrer Meinung nach Angst haben: "...sich einzulassen, zu vertrauen, sich zu zei­gen...so vieles."
When I approach Ayo, explaining her my blog, she answers with interest in her glance and a regret in her voice, which sounds almost finally definite: "Well, yeah, but...I'm an artist." as if this would disqualify her. Uncertain now, I ask her in reverse if I may use the photo, at all, but that's not the way she meant it. Ayo is a musician, her name is nigerian, and means joy. She just performed at the Cologne Summer Jam, and now that I've heard some of her songs I feel sorry that I didn't see har on stage.
Ayo lives in Paris, but she has lived at many places, yet, and the only place, where she's at home is "the land of music." On my question what she considers really important in life she answers: "Love. Not only relationship love. Love in general. There is so much fear, people are fearing so many things, and that impedes so much, above all love." I ask her what people fear, to her opinion: "...to let oneself in, to trust, to show oneself...so many things."



Viel  technischer Aufwand ist nicht nötig um einen Song zu präsentieren, der mir die Tränen in die Augen treibt. "Black Spoon" beginnt mit der Liedzeile, die in der Über­schrift steht, und der Hintergrund zum Song lässt sich erahnen, wenn man Ayo über ihr Leben erzählen hört.
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It doesn't need a lot of technical effort to present a song, bringing tears to my eyes. "Black spoon" begins with the words from the headline, and the background story of this song may be conjectured if you listen to Ayo, telling about her life. Read more, please follow....

Sonntag, 10. Juli 2011

...nichts an, außer dem Radio


"Kleider machen Leute; um die Hüllen aus Stoff, Leder und Pelz, mit denen wir den evolutionsbedingten Verlust des eigenen Pelzes kompensieren, mit denen wir uns vor den Widrigkeiten des Wetters schüt­zen, oder vor den zudringlichen Blicken unserer Mitmenschen, oder mit denen wir diese Blicke gerade auf uns lenken wollen. Um Kleider also soll es gehen, aber vor allem um die Leute die drin stecken."
Mit diesen wohl gewählten Worten hat Michael Gessat vom Deutschlandradio Wissen den gestrigen Onlinetalk an­moderiert, in dem ich zu Gast sein durfte. Das war eine Radio-Stunde, die mir wirklich Spaß gemacht hat und von hier aus möchte ich mich dafür bei Michael Gessat und seinem Kollegen Konstantin Zurawski bedanken. Wer Lust hat kann die Sendung hier nachhören.
So, und weil das Leben bunt und vielfältig ist, hier noch ein Link, denn im Fernsehen war ich auch. Anlässlich der Fashion Week, die soeben in Berlin zu Ende gegangen ist, gab es im RTL Nachtjournal einen kurzen Beitrag über Modeblogger. Den thema­tischen Fernsehschwenk von Les Mads zu anders-anziehen gibt's hier.
"Clothes make the man; drapes of fabrics, leather and fur help us to compensate the loss of our own fur, due to evolution and protects us from the effects of contrary weather, or from importunate glances of fellow men. Or they can help to catch the attention of others. So we are  about clothes,  or rather about the people  wearing them."
With these well chosen words Miachel gessat from Deutschlandradio Wissen introduced the yesterday's Online-talk, where I was inveted; (thanks for having me). It was a really nice hour I spent with Miachel Gessat and his colleague Konstantin Zurawski, thanks to both of you. If you are interestd you can listen to only german voices here....
And for the reason that life is colorful and diverse here is another link; I've also been on tv lately. In occasion of the Berlin Fashion week, which is  just  over, the RTL Nachtjournal showed a little feature about fashion-bloggers. Here is the contentual about-turn from Les Mads to anders-anziehen.

Samstag, 9. Juli 2011

Shopping sucks





Andreas habe ich zwar auf der Strasse getroffen, allerdings nicht zufällig, wie die meisten der hier im Blog versammelten, sondern in voller Absicht und mit Uhrzeit. Andreas und mich verbindet eine Netz­bekanntschaft, entstanden weil uns, quasi als Kennenlern-Vehikel, ein gemeinsames Interesse verbindet: das Heliosgelände in Köln Ehrenfeld. Dort soll, wenn es nach den Plänen des Investors geht, eine Shopping­Mall mit 20.000 - 30.000 m² Verkaufsfläche errichtet werden. Gegen dieses Vorhaben hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, in der Andreas aktiv ist: "Das Heliosgelände ist, gerade aus Unternehmersicht, natür­lich ein Filetstück. Man darf ein solches Grundstück nicht der Immobilienwirtschaft überlassen."
Wie man das Heliosgelände in Zukunft nutzen könnte, ohne dabei allein auf kommerziellen Profit abzuzielen, darüber gibt es auch innerhalb der Bürgerinitiative unterschiedliche Meinungen und Vorstell­ungen. Neben Gedanken zu den Themen städtebauliche Struktur, Umwelt und Ver­kehr kann man sich auf der Seite der BI über weitere Aspekte und denkbare Nutz­ungen informieren : "Eins kann man auf jeden Fall sagen; eine Shopping-Mall ist die denkbar schlechteste Idee für dieses Gelände."
I met Andreas on the strret, but not  by coincidence,  like most of my blog-residents, but deliberately and with appointment. Andreas and I became to know each other first online, at the web, sharing the same point of interest: the Helios-area in Cologne Ehrenfeld. There an investor is planning a huge shopping mall from 20.000 to 30.000 m² sales floor. Against this plans a citizens initiative was founded, and Andreas is a member and organizer of it: "The Helios-area is, especially from the entrepreneurs point of view, a choice item. A place like that may not be left to the discretion of the real-estate game."
In which various ways the Helios-area could be utilized in the future, without targeting commercial profit only, is under dicussion at the citizens initiative, as well. Among topics like urban development structure, environment and traffic their site informs about many more aspects: "One thing is clearly in any case: a shopping mall is definitely the worst idea for this area."


Dieser Ansicht scheint auch der in Köln lebende Künstler Rakaposhii zu sein, dessen Werk eine Außenmauer des Helios­geländes ziert.
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The Cologne based artist Rakaposhii obviously shares this opinion; I found his art-piece outside at a wall of the Helios-area.
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Mittwoch, 6. Juli 2011

Echt Pleuger





Mit diesem Herrn feiert heute meine Lieblingsrubrik in diesem Blog Jubiläum. 100 Menschen die ihren 65. Geburtstag deutlich hinter sich gelassen haben sind hier bereits als die Vorhut vereint. Und der aufmerksame Leser weiß, wie sehr mir ge­rade diese Begegnungen am Herzen lie­gen. Den Damen und Herren im fortge­schrittenen Alter  wohnt häufig eine ganz wunderbare Eigenschaft inne; sie nehmen sich ernst, aber nicht so wichtig. Auf die eine oder andere Weise mit der Schwere des Lebens vertraut strahlen sie oft zu­gleich eine Leichtigkeit und Ge­lassenheit aus, die mich verblüfft, mich ermutigt und die mir vor allem Respekt abverlangt.
Herr M., dessen Namen ich aus Gründen einer gewissen Restanonymität frei er­funden abkürze, bringt quasi über Bande noch einen meiner liebsten Blogbewohner mit ins Bild: den Herrn Pleuger. Kein Geringerer als er ist nämlich in diesem Fall der Vater der Klamotte, wenn ich das mal so salopp sagen darf. Herr M. trägt Hose und Jackett in Maßanfertigung, und aus der perfekten Karoführung spricht Qualität und die Liebe zur Schneiderkunst.
Auf meine Frage was ihm im Leben wirklich wichtig erscheint antwortet Herr M., der übrigens 82 Jahre alt ist: "Das ist ja eine sehr philosophische Frage. Da gibt es so vieles." Nach kurzem Überlegen sagt er dann: "...dass man im Leben man selber ist, und nicht versucht ein anderer zu sein. Das klappt sowieso nicht."
With this well dressed man my favourite blog-category celebrates its jubilee today. 100 people who clearly has left their 65th birthday behind them are united as the seasoned in this blog. And the alert reader is aware that these passing aquaintances are near and dear to me in a special way. Those people of advanced age quite often have a special gift; they take themeselves serious without  assuming an air of importance. In one way or another familiar with the severity of life they often radiate the impression of ease and serenity, which surprises and encourages me, and what definitely earns my respect.
Mr. M, whose name I shorten in this fictitious way for the reason of keeping a rest of anonymity, brings along, quasi from behind, one of my favourite blog­residents: Mr. Pleuger. No less a figure than him is responsible for Mr. M.'s clothes, who is dressed in  custom-made jackett and pants. The perfect matching chequer-lines show the fine quality and tell about the love to the tailors-trade.
On my question what Mr. M considers important in life he replys: "Well, that's quite a philosophical question. There are so many things." And then, after a short tome of thinking, he says: "...that you are yourself in life, not trying to be somebody else. That won't work anyway."

Samstag, 2. Juli 2011

Seile, Seile, Seile





Luza lebt in Marseille, kommt eigentlich aus Ungarn und in Köln hat sie einen Schrebergarten. Ab und an kommt sie des­wegen her: "Ich habe hier auch Freunde, die sich sonst um den Garten kümmern." Luza vermittelt eine so selbst­verständliche Entspanntheit, dass mir gar nicht in den Sinn kommt zu fragen, wieso sie aus­gerechnet in Köln einen Schreber­garten hat. Luza hat Textildesign in Bu­dapest studiert, und momentan ver­knüpft sie Design, Kunst und persönliche Neigung, und zwar im Wortsinn: "Seile, Seile, Seile" ist ihre Antwort auf die Frage, was sie momentan innerlich oder äußerlich beschäf­tigt, und schon holt sie ein kunst­voll geknotetes, kurzes Stück Seil hervor. "Ich mache Knoten, ich fessele damit Menschen, oder mich selbst. Auf eine Art ist es pornographisch." Das ist nun nicht, wie ich es nennen würde, aber als jugend­frei kann Luzas Seite auch nicht  gelten. Vermutlich provoziere ich mit diesen  Worten genau das Gegenteil des von mir beabsichtigten, (was mir ja spätestens klar sein müsste, seit der Kaspar und der Seppel mit der Aufschrift "Vorsicht Gold" den Räuber Hotzenplotz übertölpelt haben). Nun gut...
Luza lives in Marseille, is from Hungary and she owns an allotment garden in Cologne . From time to time she comes here to take care: "Usually friends of mine are looking after ist." Luza conveys an impression of such a deep relaxation, so that the question why she here of all places has a garden doesn't even cross my mind. Luza has studied textile design in Budapest, and at the moment she connects design, art and personal affection in her work: "Ropes, ropes, ropes" ist her answer on my question what keeps her busy in these days, inwardly or outwardly, and immediately she gets an artfully knoted rope out of her pocket. "I make knots, I tie up others or myself. Somehow it is pornographic work." That's not the word I would choose, but I can tell that her site wouldn't get a X-certificate. Probably I trigger a run by youth to her site using these words.  That's what happens, if you put the stamp "forbidden" on things; at least then they become really interesting.


Während ihres Studiums hat sich Luza eine Reihe kunstfertiger Techniken des Kno­tens, Flechtens, Schnürens und Strickens angeeignet, die sie nun in ihrer Kunst anwendet. Das Fesseln lebt und liebt sie: "Viele Menschen sind sexuell fasziniert vom fesseln oder gefesselt sein. Das findet oft heimlich statt. Ich bin nicht dafür, dass das heimlich sein muss." Ebenso klar formuliert sie auf ihrer Webseite die Distanz zum "macho sexist aspect" der in der Bondage Szene so weit verbreitet ist. Sie arbeitet mit sexuellen Subjekten, nicht mit Objekten, wie sie betont. Ihre Kreationen am Leib - und auch die ohne Leib, die an verlassene Häute oder Schalen von Tieren erinnern - werden meist von Fotografen im Bild festgehalten: "Aber ich möchte gerne auch Tanz und Performance miteinbinden, daran arbeite ich gerade." Was Luza fasziniert ist zum einen das Design, das Schöne, zum anderen die menschliche Beziehung und Verbindung.
During her study she learned a lot of skillful techniques of knotting, knitting, lacing and wattling, which now are influencing her artwork. She loves and lives tying: "Many people are sexually affected by tying up somebody, or by being tied up. That often is kept as a secret. I don't think it should be a hidden secret." On her website she points out just as clearly that she's not 'secuced by the macho sexist aspect that is often present in the bondage scene'. She works with sexual subjects, not objects, as she underlines.
Her creations on bodys - or as well those without bodies, remembering on abandoned skins or shells - are often put into scene by photographers. "But I try to combine my work with dance and performance, that's what I'm working on since a while." Luza is fascinated by design and aesthetics on one hand, and by human relationships and interaction on the other hand.