Sonntag, 5. Juni 2011

Mentor





Zwischen dem ersten und dem zweiten Studium von Herrn Müller liegt ein langes, intensives Berufsleben. Als er mit 66 Jahren pensioniert wurde ("...ich hätte ja lieber noch weiter gearbeitet, aber das ging nicht.") hat er einfach noch mal 9 Semester studiert. Und zwar das gleiche wie beim ersten Mal: Chemie. "Es hat sich ja so vieles geändert." Allerdings bleibt auch einiges beim Alten, wie Herr Müller betont: "Wenn man von der Uni kommt, dann hat man zwar einen Abschluß oder ein Diplom. Aber können...kann man eigentlich nichts." Deswegen ist es, seiner Meinung nach, auch so wichtig, dass man eine Arbeit findet die einen Erfahrungen sammeln lässt, und am besten auch einen Mentor: "Sie brauchen jemanden, der sie mitzieht. Jemand der ihnen hilft, der sie unterstützt. Und der ihnen auch mal vor die Knochen tritt und sagt: 'Na, Müller, das war aber 'ne schwache Leistung...' Es ist wichtig, dass man in eine Gemeinschaft fällt, in der es einen Gründungsgedanken gibt, wo Entwicklung stattfinden soll."
Inzwischen studiert Herr Müller nicht mehr. Er war lange krank, und nun erholt er sich. Aber er denkt gerne an die Zeit zurück, in der er auch selbst noch Referate gehalten hat, und mittags mit seinen viel jüngeren Mitstudenten in die Mensa gegangen ist.
Between Mr. Müllers first and his second study he had a long and intense pro­fessional life. When he retired at the age of 66 (...I'd rather would have kept on working, but they didn't let me.") he decided to visit the university again. And again he studied Chemistry, like he did the first time: "So many things have changed in the meantime..." But there are some things which never change, as well,  Mr. Müller points out: "If you leave the university you may have earned a degree, or you're awarded with a diploma. But you're still a beginner, you don't know much." For that reason, to Mr. Müllers opinion,  it is so important to find a good job, which enables one to make experiences, and at best to find a mentor, as well: "You need someone who takes you under his wings, who lends you his support, and who says his piece, from time to time, like: 'Well, Müller...this was quite a lousy performance..." It's important to find ones place in a community with a founding conception, with the ambition of develop­ment."
By now Mr. Müller doesn't study anymore. He was seriously ill, and now he takes his time to get well again. But he likes to remember those days when he presented a paper at the university, or when he had lunch at the canteen with his classmates, who where many years his junior.

Kommentare:

  1. Ich bin schwer beeindruckt!
    Oona

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  2. Wow! Da kann man nur hoffen, dass man im hohen Alter noch genauso motiviert und offen für Neues sein wird! Hut ab!

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  3. Wie Du es nur immer machst, die interessantesten Menschen von Köln zu entdecken... ich kann mich Kat und Oona nur anschließen und bin ebenfalls beeindruckt.

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  4. Schon wieder so eine faszinierende Persönlicheit, die du da gebannt hast. Hut ab!

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  5. ich überlege auch andauernd, ob ich nicht nochmal mathe studieren sollte ;)... allerdings denke ich, daß ich später eher bock auf sozialwissenschaften/kommunikationswissenschaften/psychologie haben werde. wir werden sehen. nächstes WE ist erstmal das abschluß-WE vom fernstudium, sozialkompetenz. das war schonmal ein guter anfang :)!

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  6. rebhuhn; heisst das studienfach sozialkompetenz? klingt ja auch interessant.

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