Dienstag, 17. Mai 2011

Museumsbesuch


Ich mache gerade ein kleines Experiment und gehe jeden Tag in ein Museum. Wohin ich gehe entscheide ich spontan nach Lust und Laune und natürlich nach den äußeren Gegebenheiten; welches Museum hat ge­öffnet und liegt wenigstens annähernd auf meiner persönlichen Tagesroute?
Üblicherweise bin ich nicht unbedingt eine passionierte Museumsgängerin, ich bin auch keinesfalls bei den angesagten Ver­nissagen vertreten oder gar überhaupt in­formiert wo was wann stattfindet. Ohne­hin gehöre ich eher, und das mag überraschen, zu den Menschen, die recht zurückgezogen ihr Leben leben.
Der tägliche Museumsbesuch allerdings deu­tet sich schon jetzt als enorme Be­reicherung an; Kontemplation, Medi­tation, Beruhigung, Anregung, Entschleu­nigung; all dies beobachte ich unmittelbar an mir. Auch wenn ich dafür früher auf­stehen muss, um noch mein Tagewerk zu schaffen und andere Dinge dafür wegfallen.
Wie ist es bei euch mit den Museums­besuchen? Geht ihr oft, geht ihr gern, und wenn ja; wohin geht ihr? Nach welchen Kriterien wählt ihr aus wohin ihr geht, und was bewegt euch?
Was bedeutet euch "Museum', bzw, der Besuch darin? Freude, Stress, Lust oder Unlust?
Recently I carry out an experiment: every day I visit a different museum. Which museum I visit I decide as the whim takes me, and of course external cicumstances matter; which museum is open and somehow situated on my personal day-map.
Usually I'm not the typical visitor of a museum; and I don't show up at all those exhibition previews. I'm not even well informed about what's going on concerning all this, and I live my life quite reclusively, which may appear surprising.
This daily museum visits yet seem to turn out as an enormous self-enrichment. Contemplation, meditation, calming, inspiration, deceleration; all this I can notice already. Even though I have to get up a little bit earlier to get all my stuff done, and some other things need to be dropped.
How do you think about visiting museums? Do you often go to visit a museum, and if so; where do you go, what possibly touches you? What does "museum" mean to you, resp. visiting one? Pleasure, stress, delight, aversion?

Kommentare:

  1. Ich habe schon Museumsbesuche erlebt, die tatsächlich ganz nett wurden, nachdem andere Menschen mich mit dorthin geschleppt hatten, aber zugegebenermaßen käme ich von allein wohl kaum auf die Idee, ein Museum aufzusuchen. Das liegt nicht an dem, was dort ausgestellt wird, sondern, glaube ich, eher daran, dass die dort meist herrschende Stille mich abschreckt. Dies mag wiederum überraschen, wenn man weiß, dass auch ich recht zurückgezogen lebe. Wenn man um ein anderes Puzzlestück in meiner Geschichte und in mir weiß, überrascht es nicht mehr. (Aber das werde ich hier nicht darlegen!)

    Interessant, über diesen Zusammenhang mal kurz nachgedacht zu haben - danke, Smilla, für die Anregung!

    Nun bin ich gespannt auf die Erfahrungen der anderen LeserInnen!

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  2. Ich gehe gerne ins Museum, wenn sich mir die Chance bietet und ich es mir leisten kann. Kunstmuseen, Historische Museen, Naturkunde-Museen oder Spezial-Museen, die Themen behandeln, die ich interessant finde oder die mich schlicht locken.
    Da ich, wie erwähnt, nicht so oft die Chance dazu habe, sind Museumsbesuche oft wie eine "erfrischende Dusche" für mich. Ich sauge alles auf wie ein kleiner Schwamm und kann mich total begeistern und zehre lange von diesen Besuchen.

    Weniger schön (und/oder stressig) finde ich persönlich es, wenn es sich um interessante Sonder-Ausstellungen handelt, mit Massenandrang, der wohlmöglich (innerhalb des Museums) noch schlecht organisiert ist und man quasi nur "durchgeschoben" wird und kaum eine Chance hat, ein Kunstwerk oder Ausstellungsstück wirklich auf sich wirken zu lassen oder auch mal länger in Ruhe zu betrachten.

    Ich beobachte, dass sich viele Museen inzwischen wirklich viel haben einfallen lassen, um ihre Exponate oder auch Ausstellungen wirklich gut an den Mann, die Frau, das Kind zu bringen. Das empfinde ich als positiv.

    Mir persönlich gefallen auch die Audio-Guides, die es inzwischen in vielen Museen leihweise gibt, meist recht gut. Ich mag es lieber, wenn ich bestimmen kann, wo ich im Museum wann hingehe und mir etwas erzählen zu lassen. Aushänge mit schriftlichen Erklärungen sind zwar auch hilfreich aber gerade wenn es mal etwas voller ist, sind sie häufig von anderen verdeckt oder blockiert etc. Mit den Audioguides hat man einfach etwas mehr Freiheit und bekommt doch an den Stellen Informationen und Erläuterungen, an denen man sie braucht (meistens jedenfalls. bisher ist mir nur ein oder zweimal ein schlecht gemachter Audioguide untergekommen).

    "Stressig" finde ich auch, dass es noch so viele Museen gibt, die ich liebend gerne einmal besuchen würde und von denen ich jetzt schon weiß, dass ich aller Voraussicht nach in diesem Leben nicht mehr die Chance dazu bekommen werde, selbst wenn ich 90 oder 100 werden sollte. :)

    Ach ja, noch so ein "Stress-Faktor" - Museumspersonal ("Wärter", "Wächter") die offenbar ihren Selbstwert aus ihrem Job beziehen und sich aufführen wie kleine Diktatoren und die ganze Zeit möglichst grimmig schauen. Sowas kann einem hier und da regelrecht die (Museums-)Laune verhageln.

    Manchmal (tag)träume ich davon, dass ich die Chance bekomme ganz allein in gewissen Museen oder tollen Ausstellungen herumzuwandeln (ohne große Menschenmassen um mich herum)! :))

    Oups, ich glaube, Du hast mit Deiner Frage udn dem Thema irgendeinen Knopf bei mir erwischt! Hoffe, der Kommentar ist jetzt nicht zu lang ausgefallen.

    Toll, dass Du die Chance hast, jeden Tag ein Museum zu besuchen!

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  3. Guten Morgen Smilla,
    ich gehe super gerne in Museen und kann deine Beschreibungen gut nachempfinden. Obwohl ich manchmal auch lieber einfach nur zu Hause bleibe und dadurch bestimmt die ein oder andere Ausstellung verpasst habe, die mir gefallen hätte.
    In den letzten Monaten war im Wallraf Museum eine Ausstellung mit wunderbaren Gemälden von Cabanel, einem Salonmaler aus dem 19. Jhdt. Da war ich 3x drin, einfach weil mich diese Bilder so inspiriert haben. Ich gehe oft gezielt ins Museum, wenn ich durch Plakate auf tolle Ausstellungen aufmerksam werde oder mir jemand in meinem Bekanntenkreis von einer tollen Ausstellung erzählt.

    Warst du schon im neuen Rautenstrauch-Joest-Museum? Das ist direkt am Neumarkt neben der VHS. Ein absolut tolles Erlebnis-Völkerkundemuseum. Das kann ich nur empfehlen, weil es wirklich Spaß macht. :)
    Ganz liebe Grüße
    Julia

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  4. Im täglichen Leben bin ich nicht so der Museumsgänger, wahrscheinlich weil ich mir nicht die Zeit nehme um die für mich interessanten Ausstellungen zu suchen und zu finden.
    Aber als Touristin in anderen Städten und Ländern informiere ich mich vorher über Museen, die mich vom Thema her interessieren (spontan fällt mir zum Beispiel das Frida Kahlo Museum in Mexiko ein) und dann freue ich mich doch immer sehr über die Erfahrung. Gerade wenn man sich schon vorher mit dem Thema auseinandergesetzt hat, kann man sich ja auch an kleinen, "unbedeutenden" Dingen der Ausstellung erfreuen, die einem ohne die vorherige Beschäftigung mit dem Thema gar nicht auffallen würden.

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  5. ...ich gehe gern ins museum. allerdings hätte ich es dann gerne für mich alleine, weil es dann sehr entspannend sein kann. auf jeden fall ist es immer irgendwie inspirierend.
    ich gehe aber nur, wenn mich eine ausstellung wirklich anspricht und nicht "weil man das gesehen haben muß"...manchmal kann eine führung einem einen ganz anderen blickwinkel aufzeigen, was natürlich stark vom führenden abhängt.
    solltest du je nach ostfriesland kommen: ein besuch der kunsthalle in emden wäre empfehlenswert:-)

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  6. Das ist ein toller Plan :)! Hier in Dortmund wäre der Spaß allerdings schnell vorbei....

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  7. Ich freu mich über euer ausführliches feedback, das ist wirklich toll und echt interessant wie jeder so denkt..

    Anna, was an der ruhe ( die mir persönlich übrigens häufig fehlt im museum, will sagen, dass es mir hie und da eher zu laut ist) stört dich denn?

    Feemail; mmhh, ich kenn ja die Museums-situation in Dortmund nicht, aber es gibt doch sicher auch allerleih galerien usw, wo was stattfindet, ausgestellt wird??
    man wundert sich ja manchmal, was alles so im eigenen Umfeld geboten wird...wenn man erst mal anfängt zu gucken

    Liisa, ja, da hab ich ja wohl echt ins schwarze getroffen bei dir :-) aber sehr interessant was du schreibst, vielen dank!
    was ich so beim lesen dachte; du verwendest ganz oft das wort "Chance", ich dachte dann hinterher so 'Museum als Chance' :-) auch n schöner Gedanke..

    mimizuku, ja im Rautenstrauc joest war ich schon, und gerade gestern erst wieder. da hab ich mir die Laurenz v. Arabien ausstellung angesehen, und war noch mal oben auf dem om-sofa...erstaunlich was so ein paar fäden von der decke und diese sofas mit einem anstellen können. kennst du den Teil da oben?

    suse; was gibts denn in der kunsthalle?

    a-m , das ist glaub ich recht häufig so; kaum ist man auf reisen guckt man sich museen, kirchen, bauten usw an... ich glaube das ist ein versuch sich mit dem ort, der noch fremd ist, zu verbinden. aber das geht ja auch in der eigenen stadt, das verbinden. ich geh übrigens jetzt mal los, meinen täglichen museumsbesuch, bzw ausstellungsbesuch erleben :-)

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  8. Finde dein Vorhaben auch sehr interessant und beneide dich ein bisschen, dass du das in deinen Tagesablauf integrieren kannst.

    Bei mir geht es nur am Wochenende, dann muss ich in die Stadt fahren... Darum besuche ich eigentlich nur Ausstellungen, von denen ich lese und die mich ansprechen, vor allem Kunst finde ich sehr interessant.
    Leider ist hier das Angebot diesbezüglich recht mager. Wenn ich in Köln wäre, wäre ich bestimmt oft im Wallraf-Museum.

    Und Suse stimme ich zu: die Kunsthalle in Emden ist klasse!

    Ulrike

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  9. Das schönste "Museum" ist für mich die Kunst-Insel Hombroich bei Neuss! Ich bin dort ganz oft zu allen Jahreszeiten zu finden, da ja die Natur alles immer wieder verändert und natürlich die dort lebenden Künstler auch immer wieder neue Objekte ausstellen. Ich habe sogar mal in einem (Klang)Raum mit einer Freundin spontan getrommelt - (naja, wir hatten natürlich Trommeln mit, aber ich dachte wir trauen uns nur in der freien Natur) - es war wunderbar.
    Und wer es sich leisten kann, unbedingt wochentags hinfahren. Am Wochenende ist es recht voll, wobei auch das noch ok ist.
    Ansonsten gehe ich nur in Ausstellungen, wo das Thema oder der Künstler mich interessiert. Kunst lebt ja immer von der (Be-)Deutung.

    Das ist jetzt ja hier übrigens eine sehr konsequente Art des Weglassens... Ich war schon betrübt nicht weiter über die tolle Frau in weiß erfahren zu haben und nun guckt mich nur noch eine Holztür an. Hm, war kein interessanter Mensch im Museum?

    Aber danke für alles hier! Ich finde den Blog soooo toll! Zumal eben immer mehr sichtbar wird, das wir (ich gehöre auch dazu) zu haus arbeitenden und evtl. allein lebenden Menschen mit und durch die Inspiration des Internets leben und gleichzeitig aufgefordert sind, die Welt da draußen auf unsere eigene Art zu erobern!

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  10. ich gehe selten in museen, schaue mir dann aber alles recht gründlich an :). deine museumbesuchs-reihe find' ich cool - ich habe mir letztes jahr nach dem usa-urlaub vorgenommen, jedes jahr ein neues land zu besuchen. dieses jahr wird es aus mangel an geld [keine weiten wege, bitte!] voraussichtlich belgien :).

    das foto gefällt mir übrigens bombe! [wegen der gewählten schärfentiefe und so :)] und seitdem ich gelesen habe, daß menschen, wenn sie eine zahl zwischen [z.b.] 1 und 1oo nennen sollen, überdurchschnittlich häufig eine primzahl wählen, fällt mir sowas auch sehr oft auf - die 73 meine ich ;)..

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  11. Jetzt musste ich aber doch lachen über meine gehäufte Verwendung des Wortes "Chance". War mir selber gar nicht aufgefallen. Aber da ist tatsächlich was dran: Das Leben steckt voller Chancen, ob wir sie ergreifen (können) oder nicht, hängt oft von uns selbst (manchmal auch von anderen Umständen) ab. Das schließt natürlich auch die Museen mit ihren Sammlungen und Ausstellungen ein, denn auch dort verbergen sich jede Menge Chancen. Sei es die Chance anderen Menschen zu begegnen (Gleichgesinnten oder auch konträr denkenden/empfindenden), sei es die Chance zur Horizonterweiterung, zum dazu Lernen, zum Träumen und Phantasieren (das mach ich z.B. häufig auch in Museen) usw. usf. So viele Museen in Reichweite zu haben, wie wir es haben, ist ein Privileg - was leider häufig vergessen wird, weil sie so selbstverständlich da sind -, das viele andere Menschen auf diesem Erdball nicht haben und auch das ist eine Chance, die wir haben und nutzen oder verwerfen können.

    Ich freu mich schon riesig auf das übernächste Wochenende, da werde ich nämlich endlich mal wieder in Museen kommen und zwar gleich mehrere, die schon lange auf meiner Museums-Wunschliste stehen. Vielleicht hast Du deshalb gerade mit dem Thema bei mir einen Volltreffer gelandet, weil ich nämlich im Kopf schon längst dort bin. :))

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  12. Ich gehe sehr gerne, aber viel zu selten in ein Museum. Am liebsten in ganz große, die so großzügig sind, dass nur ein oder zwei Bilder in einem Raum hängen. So wie im Modern Istanbul ;)

    Fast immer denke ich mir, dass Museumsaufseher irgendwie spannend sind. Jemand sollte ein Projekt mit/über Museumsaufseher machen.

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  13. Hallo Smilla,

    ich bin neugierig: Zeigt das Foto die Schränke zum Sachen einschließen im Kolumba-Museum?

    Die Cabanel-Ausstellung habe ich auch besucht. Sie war ganz toll.

    "Sternstunden des Glamour, Gesellschaftsbilder, Künstlerportäts und Modefotografien des 20. Jahrhunderts" im Museum Ludwig hat mir auch gefallen. Das Richard Avedon-Foto mit einem Model und 2 Elefanten wird dort z.B. gezeigt.

    http://www.museenkoeln.de/museum-ludwig/default.asp?s=3342

    Montag gehe ich in den Mediapark zu August Sander. Es werden Fotografien gezeigt, die er 1927 in Sardinien gemacht hat.

    http://www.sk-kultur.de/web/edit/projekt.php?id=348

    Gruß, Ute

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  14. ...ich nochmal;-) : in der kunsthalle emden gibt es im moment: Zwischen Film und Kunst - Storyboards von Hitchcock bis Spielberg...

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  15. Ich arbeite in einem Museum, dadurch bin ich täglich im Museum, was aber noch lange nicht heißt, dass ich täglich die Ausstellungen bewusst ansehe ... Dafür kann ich, weil ich die Ausstellungen schon ganz gut kenne, umso besser die BesucherInnen beobachten, wie sie sich durchs Haus bewegen und auf die Werke reagieren - eigentlich genauso interessant wie die Ausstellungen an sich :)

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  16. Ute; ja stimmt, Kolumba. Der Lesesaal ist auch sehr schön... der ganze Bau überhaupt.
    Sander, da werd ich noch hingehen.
    Bei der Glamour-Ausstellung hat es mir besonders Horst P. Horst angetan diesmal.

    Eva Maria; :-), stimmt nch mehr weggelassen...schien mir ganz passend ohne Mensch diesmal. Bleibt ja nicht so, keine Sorge...
    Und danke für den Tip mit Hombroich, da fahr ich mal hin. In der Woche.

    Rebhuhn, ah, da spricht die Mathematikerin, 73 ist also eine Primzahl...ah so... wie kommt das wohl, wenn das stimmt, dass Menschen Primzahlen wählen?

    Liisa, nun wüßte ich ja zu gern wo du ins Museum gehen wirst übernächstes Wochenende? Und welche Museen würdest due denn gerne mal sehen in deinem Leben?

    Isabel, da hast du ja eine ganz andere Meinung über Museumswärter als Liisa zum Beispiel.
    Ich habe gerade heute eine auffällige Anhäufung freundlicher und hilfsbereiter Museumsangestellter angetroffen, einer hat mich quasi mit der Nase auf ein Kunstwerk gestoßen, bei dem ich dann wirklich lange geblieben bin.
    (Gute Idee mit den Museumswachen!)

    Kathrin, das denk ich mir, dass das interessant ist. Was arbeitest du denn da? Bist du etwa eine von den hier viel erwähnten Museumswachen/wärtern...wie sagt man eigentlich? Schön klingt das irgendwie alles nicht wirklich.

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  17. In welche Museen ich gehen werde, verrate ich jetzt hier nicht. Aber Museen von deren Besuch ich noch träume wären z.B. der Louvre oder die Eremitage ... und noch viele mehr. ;o)

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  18. Ach so, noch was! Ich möchte noch klarstellen, dass natürlich nicht alle Museumswächter wie kleine Diktatoren etc. auftreten aber diese Exemplare gibt es immer mal wieder. Je berühmter und größer allerdings das Museum ist, desto mehr wird glaube ich inzwischen auch auf so etwas geachtet und die Museumswächter entsprechend geschult.

    Dann hab ich noch zwei Tipps für zwei "kleinere" Museen

    1. Das Frieder Burda-Museum in Baden-Baden ist zum einen architektonisch interessant, zum anderen werden dort immer wieder wirklich tolle Ausstellungen gezeigt

    2. Und noch kleiner aber auch sehr interessant, wenn man mal in der Nähe ist, das Museum Ritter in Waldenbuch. Ja genau, die Schoko-Ritter! Die haben dort nicht nur ihr Stammwerk sondern auch ein sehr sehenswertes Museum mit Kunstwerken rund um das Quadrat. :)

    So und last but noch least, wo wir gerade beim Thema sind, darf ich dann vielleicht auch nochmal auf diesen Eintrag hier hinweisen.

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  19. Liisa, ah, stimmt, ich erinner mich an deinen psot, sehr toll!! danke, auch für die tips

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  20. Museen gehören schon immer zu meinem Leben dazu, besonders bei interessanten Kunstausstellungen. Museen sind für mich Orte, die einen vielleicht wie Bücher in andere Welten versetzen.

    Und seitdem ich längere Zeit in Paris gewohnt habe und noch teilweise wohne, gehört das Museum bzw. Musée eigentlich zum Alltag, denn eine Stadt wie Paris ist quasi an sich ein grosses "Museum" , in dem sich hunderte von kleineren Museen befinden.

    Wobei man beim Louvre von einem "kleinen" Museum nicht wirklich sprechen kann. Dieses Museum ist in meinem Augen etwas ganz Besonderes. Nicht nur im Bezug auf die immense Auswahl an Kunstschätzen und im Hinblick auf seine Architektur und Grösse. Es bietet noch viel mehr:nämlich Menschen, wohin man schaut. Ein wunderbarer Ort zum Beobachten, Geniessen, Verweilen und Staunen.

    Am Schönsten ist es immer abends zwischen 21.00 und 21.45 an den beiden Tagen (Mittwoch u. Freitag) bei der sogenannten Nocturne. Da hat man manchmal das ganz grosse Glück, fast allein vor der Mona Lisa zu stehen oder die Venus v. Milo einsam in ihrem langen Gang vor Weitem zu erblicken. Das sind Momente, in denen man als Besucher ein Gefühl von starker Intimität verspürt, die in grossen Museen eher selten ist.

    Aber Paris hat ja nicht nur den Louvre, sondern viele andere Museen, die zum Teil zu den Top-Touristenzentren gehören, aber auch ganz versteckt sind, wie zum Beispiel eines meiner Lieblingsmuseen, das Musée de la Vie romantique. Dieses wirklich sehr kleine Museum befindet sich in der Nähe vom Place Pigalle. Es liegt total versteckt in einer Wohnstrasse, in einem ehrwürdigen Haus mit einem entzückenden Garten mit Café, in dem es sich wunderbar Tee trinken lässt. Neben wechselnden Ausstellungen kann man dauerhaft Bilder und Porträts rund um das Leben der französischen Schriftstellerin George Sand bewundern, die sich hier unter anderem mit Chopin, Lizst und Rossini getroffen hat.

    Ein Leben ohne Museum wäre sicherlich weniger spannend und berreichernd. Deshalb freue mich auf meinen nächsten Spaziergang durch ein Museum, das ich schon kenne, oder zum ersten Mal entdecke!

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  21. Ich habe zum Geburtstag eine Jahreskarte für alle Kölner Museen inkl. Sonderausstellungen bekommen, wunderbar! Ich gehe manchmal nur für ein Bild ins Museum, oder auch mal länger.
    Was ich letztlich in Köln entdeckt habe: Auktionshaus Lempertz am Neumarkt, großartig, man kann einfach so reinspazieren, und bekannte und unbekannte Werke finden.
    Und welches Museum mich in letzter Zeit sehr angesprochen hat, in Rolandseck: http://www.arpmuseum.org/
    sowohl von der fantastischen Architektur als auch von der Sammlung. Eine Reise wert, wie ich finde.
    Natalia

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  22. Durchleser, danke sehr für deinen Kommentar. Das ist so schön beschrieben, dass ich morgen nach Paris fahren möchte.
    Sehr lebendig klingt das alles, und poetisch.

    Natalia,da werd ich auch einfach mal reinspazieren, ich kenn es nur von außen. Und Rolandseck ist auf jeden Fall eine reise wert, danke auch für diesen Tip!


    ich freu mich überhaupt über all die vielen Rückmeldungen, wirklich toll!

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  23. Was für ein herrliches Projekt. Das mach ich auch - vielleicht nicht täglich, aber mit Jour Fixe. Wie lange machst du das jetzt?

    Ich liebe Museen, ich finde sie sogar irgendwie sexy. Wenn sie denn gut sind. Aber da ich in einer Stadt mit hoher Museendichte lebe, gehe ich selten hin. Weil: morgen ist die ganze Pracht ja auch noch da.

    Niederschmetternd sind allerdings verstaubte, didaktisch miserabel aufbereitete Sammlungen in Provinzmuseen. Ich erinnere mich da an ein paar besonders perfide Tierpräparate in Südostsachsen… Da kriegt man gleich Depressionen davon.

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  24. hier [primzahlen.zeta24.com] gibt es eine liste mit den primzahlen zwischen 1 und 1oo - nur so am rande :).

    und wie das kommt, daß man bevorzugt primzahlen wählt? weiß ich leider nicht mehr, aber jetzt bin ich wieder angestachelt und werd' mich mal umhören und umgoogeln ;).

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  25. Ich mag Museen auch. Meist besuche ich aber erst mal eins, wenn ich mal frei habe, und wenn ich wirklich Muße habe. Da ich nicht direkt in Köln wohne, so das die Museen quasi auf meinem Weg liegen, sondern ganz leicht außerhalb, finde ich nicht so oft dorthin. Die Museumsnacht oder Tage in Köln versuche ich auch immer mit zu bekommen. Ich mag die ganze Atmosphäre an diesen Orten. Eine meiner Ideen für dieses Jahr war auch mal für eine Zeit ganz bewusst ein Museum pro Woche - oder alle 14 Tage- zu besuchen... nicht nur um die Atmosphäre dort auf mich wirken zu lassen, und natürlich die ausgestellten Objekte, sondern auch um dort fotografisch Impressionen aufzunehmen.

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  26. Interessantes Projekt, was ich vermutlich keine einzige Woche hinkriegen würde. Jeden Tag ein Museumsbesuch!
    Dabei liebe ich Museen und gehe auch recht regelmäßig in Ausstellungen, allerdings komme ich im Jahr sicherlich höchstens auf 1-2 Ausstellungen pro Monat. Das liegt zum einen am Zeitaufwand, zum anderen daran, dass ich schon sehr genau gucke, was mich interessiert und ganz gezielt Ausstellungen auswähle. Manchmal kommt man aber, z.B. studienbedingt, durchaus auch mal in Museen, die einen nicht gleich so wahnsinnig interessieren und man nimmt doch immer eine Menge mit.
    Ich mag vor allem gerade die Ruhe in Museen, die Auszeit aus dem Alltag, das Betrachten und Auf-sich-wirkenlassen der ausgestellten Objekte und die Inspiration, die man durch die Kunst bekommt.
    Zuletzt war ich in sehr vielen verschiedenen Museen in London, wo ich u.a. zum Beispiel in der Tate Modern die Installation von Ai Weiwei gesehen habe, sodass ich nun plötzlich eine sehr seltsame persönliche Betroffenheit über seine Inhaftierung empfinde, die ich ohne den unmittelbar vorhergehenden Museums-Besuch sicher nicht hätte...mal ein ganz anderer Effekt eines Kunstwerks auf den Betrachter, auf das der Künstler sicher in dem Fall lieber verzichtet hätte.
    Was ich auch manchmal sehr bedauerlich finde, sind überteuerte und überlaufene Ausstellungen von den sogenannten "großen Künstlern", auf die ich dann lieber verzichte, als mich an Kassen in lange Schlangen einzureihen und mich dann durch die Räume schieben zu lassen. Ich halte das für eher schlechte Organisation.
    Dagegen hat mich in London sehr fasziniert, dass Museen dort generell keinen Eintritt kosten und man das auch durchaus am Publikum ablesen kann. Es ist dort das normalste von der Welt, einfach mal in der Mittagspause einen Abstecher ins Museum zu machen, und nicht nur die vor allem kunstinteressierten Intellektuellen, sondern auch die OttoNormalverbraucher gehen ganz freiwillig moderne Kunst oder alte Meister angucken, schließlich kostet es ja nix! Das, muss ich sagen, hat mich wirklich positiv beeindruckt!

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  27. Aus beruflichen Gründen habe ich bis vor einigen Jahren sehr viel zeit in Museen verbracht. Mittlerweile bin ich nicht mehr so oft in Museen, weil sich meine Interessen etwas verlagert haben. Meine Motivation ist auch eine ganz andere geworden, ich gehe rein zur Inspiration hinein, nicht um Fachkenntnisse auszubauen.

    Ich liebe das Museum für ostasiatische Kunst in Köln, es ist mit Abstand mein liebstes Museum. Dort ist es auch nicht überlaufen und fast kontemplativ.

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  28. Taniia; dein london-eindruck klingt gut.
    wie wohltuend auch ganz kurze museumsbesuche sein können, das merke ich momentan bei meinem projekt ganz deutlich.
    dass eine bindung entsteht, wie bei dir mit weiwei das kann ich gut nachvollziehen, und besser kann kunst dch gar nicht wirken, denke ich.

    beautyjagd, was war denn der berufliche hintergrund dazu, wenn ich mal neugierig nachfragen darf?
    vielleicht geh ich heute mal ins museum für ostasiatische kunst??

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  29. Ganz einfach, ich bin Kunsthistorikerin :) Im Museum für ostasiatische Kunst habe ich mein liebstes Praktikum gemacht, auch weil ich mich sehr für japanische Farbholzschnitte begeistere. Sonntags ist es im MOK auch nicht gerade leer (um 12 Uhr ist immer eine Führung, soweit ich das weiß), ich gehe auch lieber unter der Woche dahin. Auf jeden Fall viel Spaß!

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  30. Wenn ich auf Reisen bin, gehe ich auch gerne täglich in Museen (und in Kirchen und Hinterhöfe, das sind ja Freilichtmuseen), solange, bis ich die mich Begleitenden nerve.

    Im Alltag kann ich Museen aber nicht wirklich genießen, dort wo ich lebe, gehe ich praktisch nie in Museen. Wenn wir dann mal Gäste haben, fällt mir auf, was ich alles noch nicht gesehen habe.

    Ich brauche aber diese besondere, herausgehobene Situation, um mich am Museumsgang zu erfreuen. Wenn ich den Alltag hinter mir gelassen habe, kann ich von morgens bis nachts Informationen und Eindrücke aufsaugen und auch gerne mit meiner Frau, Freunden und Bekannten teilen.

    Deswegen hatten in Europa diese Museumsnächte für mich auch diesen großen Reiz, weil sie trotz tagsüber Alltag abends auf einmal diese besondere Situation schaffen. Das geht auch vielen so, die ich persönlich kenne. Deswegen haben sie und ich dann so große Freude daran Gästen seine Umgebung zu zeigen, weil man erst durch diese Situation selbst richtig erkennt, was die Dinge um einen bedeuten.

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  31. VonFernSeher; ich bin immer eher erschüttert wenn ich dann feststelle, was ich alles nicht kenne/gesehen habe/weiß, und denke so innerlich: na, der Besuch ist auf Zack, ich nicht.
    Ich stelle bei meinen täglichen Besuchen fest we schnell man ins Museum abtauchen kann, trotz Alltag oder sogar Alltagsstress. Das erstaunt mich selbst, aber ich freu mich.

    Museumsnächte gibts doch noch...du schreibst 'hatten'?

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  32. @smilla
    Museumsnächte gibt es hoffentlich noch, allerdings wohne ich nicht mehr in Europa, sodass sich der angesprochene Vorteil nicht mehr ergibt.

    Wenn mich ein Gast bittet, ihm etwas zu zeigen, bereite ich mich als Gastgeber natürlich darauf vor und lerne dabei auch Neues. Neues, das einem im Alltag verborgen geblieben wäre, weil man einfach den Kopf dafür nicht hat.

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