Mittwoch, 3. November 2010

Nachbarschaft





Ich muss mal ein wenig ausholen: gestern nämlich war ich bei einer Buchpräsentation in Wuppertal mit anschließender Podiums- diskussion. "Das war nicht Monaco hier" lautet der Titel des Buches. Stadtplanung, deren Entwicklung und Auswirkung, war die Überschrift des Abends. Dabei hat die Gesprächsrunde dem Thema Nachbarschaft ein erfreulich hohes Maß an Aufmerk- samkeit zuteil werden lassen. Nicht allein der große Wurf des Städtebaus wurde dis- kutiert, sondern der Blick dorthin gerichtet wo der Alltag für den Einzelnen startet oder stattfindet; im unmittelbaren urbanen Umfeld. Das ist ein interessantes Thema, dem ich mich auch hier im Blog demnächst ein wenig widmen möchte.
Aus meiner beruflichen Nachbarschaft sind Petra und Feli - um endlich eine Über- leitung zu wagen. Beide sind freiberufliche Stylisten für Werbung, Foto, Mode; Feli ist außerdem noch DJ. Nun unterscheidet sich die Produktion eines Editorials zwar von der Herstellung eines Films, aber dennoch waren wir recht schnell beim Thema "Verschwinden".
Bitte hier entlang...


Today I start on a tangent; yesterday I visited a book launch with a panel discussion afterwards. The title of the book is "This hasn't been Monaco here", and the topic of the event was city planning and urban construction, including it's development and impact to urban surroundings. The attendees at the panel payed quite some attention to the subject "neighbourhood". Not only the big dimension of urban construction were discussed, but also the direct surroundings of peoples every day routine were considered, and how neighbourhood affects daily life. That's an interesting topic, I think, and I'd like to apply myself to it some time soon.
Petra and Feli belong to my professional neighbourhood - to finally cross the bridge. Both of them work as freelancer stylists for commercials, editorials and fashion; Feli furthermore is a DJ. Although producing an editorial or working on  a film is quite different, we quickly came to the topic of "getting lost."
Please follow...



Tom Waits - In The Neighborhood - 1983 - MyVideo

Das ist nämlich das, was üblicherweise passiert, sobald man erst mal mit einem Film-, Foto-, oder Was-auch-immer-Pro- jekt begonnen hat; man verschwindet da- rin. Freiwillig oder unfreiwillig, gern oder mißmutig; je nach dem. Wer aber denkt ein 12 Stunden Tag wär lang, irrt in jedem Fall. 14 Stunden und mehr sind keine Seltenheit. "Nie mehr Freizeit" lautete die Überschrift eines kürzlich veröffentlichten Artikels in der Stadt-Revue, der die neue Selbstständigkeit mit verschwimmenden Grenzen zwischen Job und Privatheit  thematisiert hat.
In meiner Blog-Nachbarschaft setzt sich Kai vom Stylespion gerade ebenfalls mit der eigenen beruflichen Wirklichkeit ausein- ander, und rückt das Thema "Auszeit" ins Blickfeld.
Meine Auszeit vom Film hat unter anderem diesen Blog ermöglicht, konfrontiert mich allerdings auch mit einer weiteren Facette des Freiberuflertums: "Die Vielprojekterei" in der man auch ganz prima verschwinden kann.

Wie gesagt; ich hab ein wenig ausgeholt. Aber die Begegnung mit Petra und Feli, die Nachbarschaftsdiskussion und der Post vom Stylespion haben jeweils ein eigenes Echo in mir hinterlassen, nicht ohne jedoch molekülgleich eine sofortige Verbindung einzugehen. Diese Verbindung bereichert nun meine stete innere Gesprächsrunde die sich mit der Frage beschäftigt "Wie möchte ich mein Leben leben?" Und da spielt Nachbarschaft und Arbeit doch eine wichtige Rolle.
Was meint ihr?
Because that is what usually happens if you start to work on a film-, photo-, or whatever-project; you'll get lost in it, you disappear completely. By choice or against your will, appreciating it or hating it; as the case may be. Who thinks a 12 hours day is long is mistaking, no matter what. 14 hours or more aren't rare. "Never again time off" was the headline of an article I lately found, dealing with the subject of self-employment, and it's mingling of job and private-life.
In my blog-neighbourhood Kai from Stylespion currently is facing up to his professional realities and focuses on the idea of  taking a time-out.
My time-out from working on a film gave, among other things, the opportunity to me to start this blog. But it also confronted me with another typical freelancer fact: being multiple project-linked, where you also can get lost pretty well.

Like I said; I touched some tangents. But Petra and Feli, the neighbourhood panel and the post of Stylespion left their own footprints in me, and furthermore they quickly connected together like a chemical reaction. Now this trio is enhancing my ongoing inner debate considering the question of "How do I want to life my live?" And I guess work and neighbourhood matter a lot.
What do you think?

Kommentare:

  1. Ich hatte gerade beim Lesen ein Déja vu Richtung heute Mittag. Du weißt schon... Was ich dazu meine, kann oder will ich hier (aus Dir bekannten Gründen) nicht auspacken. Frage mich nur gerade, ob man Deinen Blog wohl bis nach San Francisco liest?? Da jedenfalls wohnen meine Lieblings-Ex-Nachbarn jetzt... Huhuu Ihr Lieben!

    Vom vielen Lesen etwas zwischen den Ohren pfeifende Grüße sendet Dir, liebe Smilla,

    Anna

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  2. anna; mmhh. pfeifen zwischen den ohren...ich geb ja zu, das liest sich vielleicht alles etwas unklar...

    dinge die mich grade sehr beschäftigen hätte ich vielleicht besser drüber geschrieben.

    ich freu mich jedenfalls über Rückmeldungen zum Thema Nachbarschaft, Arbeit, Auszeit und wie das so bei euch zusammenhängt..

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  3. unsere nachbarin ist sehr alt. möchte nicht im laub des wilden weines verschwinden, der von unserem haus zu ihr rüber fliegt. ich fege im dunklen oft, da kam sie angeschlichen,ganz in schwarz, mit krückstock- und brachte mir ein glas ihrer süß-sauer eingelegten gelben gurken, wir plauderten ein weilchen- als ihr winzermann noch lebte, hatten sie über ihrer scheune den spruch: alter wein und junge weiber sind die besten zeitvertreiber.
    so ist das auf dem land...ab und zu und genau hier. gruß aus rheinhessen von sonja

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  4. sonja, ganz bezaubernd :-) vielen dank für diese schöne Geschichte!!

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  5. äähh...wie war die frage nochmal?

    also das war mir jetzt alles zu verwirrend...und dann noch kryptische Kommentare...herzlichen Dank. erstmal ein bisschen "in unserm veedel"von den Fööß auflegen, kaum das Tom fertig hat. da gab es doch auch so eine schöne "piano has been drinking"Version von,oder?danach lass ich wieder meine Nachbarin Accordeon üben,das ist mir eh das liebste "Geräusch".get lost in sound.

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  6. hey! also ich habe da so eine methode: alle 2-3 jahre überlege ich mir, was ich in den letzten monaten so getrieben habe, was ich neu entdeckt habe, was mir gar nicht gefiel und was ich machen will. nachdem ich dann alles wieder zurechtgerückt habe und einen klareren blick für die zukunft habe, heißt es: leben! wie gesagt, alle paar jahre mal. das macht spaß, probiers mal aus :)

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  7. Klickerklacker, in unserem veedel ist ein schöner tip, danke, und stimmt; in der Nachbarschaft :-) von Piano as been drinking...für Nichtkölner: Tom Waits op kölsch.

    Roland, was meinst du denn mit: leben! dass du dann lebst was du dir neu zurechtgerückt hast, oder dass du dann erst mal nicht mehr so sehr über alles nachdenkst was grade los ist?
    Klingt jedenfalls nach einem guten Plan; und man muss ja auch den Dingen die man sich überlegt eine gewisse Zeit geben, damit sie sich entfalten können. oder man sich selbst in ihnen.

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  8. Liebe Smilla,

    diese verschwimmenden Grenzen sind wirklich ein Problem. Ich denke auch an das Verschwimmen der Grenzen von Freundenschaften, Kontakten usw. Jeder muss ein "Netzwerk" sein bzw. in einem mitwirken. Alles wird schnell funktional. Ich versuche mehr und mehr, einfach innnezuhalten, mich sozusagen temporär "abzumelden". Klingt auch banal, ich weiß, ich finde es aber gar nicht so einfach, da "Daueraktivität" - egal ob kommunikativ, projektmäßig, privat bzw. eben alles verwoben - zum Anforderungsprofil geworden ist, dem bei Nichtbefolgung (zumindest scheinbar)das soziale Aus droht. Herzlich, Elke

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  9. Hello, dear Smilla--

    Long, long hours at work, day and night: soul-destroying. Now I don't have to work full-time. We have to breathe in, don't we? Or else we burn out.

    Social networks like Facebook create "a false sense of urgency" and keep us hopping.

    Please keep on with your blog.

    Warm regards from cold Boston . . .

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  10. Liebe Elke; du sprichst mir aus der Seele.
    Ich bin ja sehr gerne alleine, und für mich ist dieses dauernde Kontakten wirklich eine Herausforderung. Bislang habe ich zum Beispiel meine Jobs auch nie über permanente Präsenz bekommen, obwohl es gerade in der Filmbranche immer heißt, man müsste ständig feiern gehen mit den Leuten.
    Der Preis wäre mir zu hoch.Und ich wäre ganz davon abgesehen auch gar nicht glaubwürdig und "locker"
    Innehalten; das ist gut und wichtig.

    Mim schreibt es sehr schön in ihrem Satz:

    "false urgency.."
    yes, we have to breathe in, and to slow down with regularity.
    I sure will keep on with my blog :-)
    it makes me happy
    all the best to you, Mim

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