Sonntag, 3. Oktober 2010

Durststrecke


...und die Wege damit umzugehen. Durst- strecke lautet der Ausruf beim Ehrenwort an diesem Sonntag. Als ich gestern dieses Foto gemacht habe hatte ich das Ehrenwort allerdings gar nicht im Sinn.
Stattdessen habe ich später zuhause an die sich immer weiter öffnende Schere zwisch- en Arm und Reich gedacht. Immerhin ver- mittelt das Wort Durststrecke ja auch die Aussicht auf Verbesserung. Wie lautet wohl der gegenteilige Begriff zu Durststrecke? Die Artikel im Handelsblatt und auf der Seite der Deutschen Welle geben jedoch wenig Hoffnung auf baldige Veränderung. Das Satire Magazin Extra 3 nähert sich dem Thema sehr eigenwillig und ein wei- terer Lesetipp ist der Blog "Das Gespenst der Armut".
Ich mache es heute wie Annett die letzten Wochen und fahr ein bisschen ins Grüne. Mein ganz persönliches Ehrenwort heißt heute also eher Wanderstrecke. Allen einen schönen Herbsttag!
"Way of thirst" is the bold translation of a german word, which means something like "Hard times" in english. It's the word of the week at the Ehrenwort- blog this sunday. Yesterday I took this picture, certainly without having the word "Durststrecke" in my mind. When I was back at home I had to think on the divide of the rich and the poor, instead, which is diverging more and more. For the reason that the german word "Durststrecke" even implys the possibility of recovery I wonder now, how is the word of the contrary? The papers indeed tell no getting-better-news,like this article of the online Sunday Times, or this BBC-report.
I personally will spend my day like Annett did for the last weeks; I go the countryside for a long walk. I wish you all a wonderful autumn-sunday.

Kommentare:

  1. Ich kann nicht aufhören dieses Foto anzusehen!
    Die Gedanken kreisen dabei.....

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  2. Danke für den Tipp auf das Blog "Das Gespenst der Armut"

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  3. Tja, zu "Durststrecke" fällt mir auch kein Gegenwort ein - auch der Duden scheitert bekanntlich an einem Gegenwort zu "Durst haben/durstig sein"... Daran wird's wohl liegen... Na, ich werde weiter drüber nachdenken... Mir fällt bloß ein, dass Grün die Farbe der Hoffnung ist - so passt die Tatsache, dass Du, Smilla, heute im Grünen bist, zu Deiner wohltuenden Entdeckung, dass das Wort "Durstrecke" ja immerhin auch die Aussicht auf Verbesserung vermittelt.

    Dir also auch einen schönen grünen oder bunten(!) Herbsttag!

    Liebe Grüße -

    Anna

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  4. da ist ein bild , was mich sehr berührt.. dieses vertrauen des hundes.. und die liebe des besitzers.. ich hab tränen in den augen..

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  5. Schönes Photo! Liebe Grüße aus Kairo ;)

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  6. unglaublich starkes Bild!!
    Und auch deine Gedanken dazu und einer der wichtigsten sozialen Fragen unserer Zeit.

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  7. Liebe Smilla,
    das Foto finde ich sehr gelungen - es "schön" zu finden, ist angesichts des traurigen Sujets ja schwierig. Was mich am meisten beeindruckt: Es stellt den Bettler nicht bloß.
    Vielen Dank auch für den Hinweis auf Extra 3 und natürlich für den Lesetipp!
    Herzliche Grüße
    Elke

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  8. Das Bild bewegt-Tränen nah. Toller Text.

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  9. Was für ein starkes Bild - das hat Aussagekraft - spricht mich voll an !
    Hach !
    DANKE
    Bibo

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  10. Ich lese deinen Post seit Monaten und immer wieder bin ich begeistert. Dieses Foto hier hat mich aber zutiefst berührt und ich wünschte es würde.....
    keine Ahnung...
    lg
    Margot

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  11. Dieses Foto treibt mir die Tränen in die Augen. Es berührt unheimlich...

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  12. Ein wirklich sehr rührendes Bild...

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  13. Smilla, ich hab mich lange hier nicht mehr gemeldet, obwohl ich regelmässig Deinen Blog aufsuche. Würdest Du mich fragen, welches für mich das beeindruckendste Bild ist, so würde ich dieses Bild, davon ausgehend das der Abgelichtete damit einverstanden war, nennen. Es berührt mich sehr!

    Viele Grüsse
    Doris

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  14. Mitgefühl
    - ist das Wort, was mir dazu einfällt. Ich weiß nur nicht, wer da mit wem mit fühlt.

    Danke für dieses Fotos, Smilla! Ich schau da viel zu selten wirklich mit dem Herz hin.
    Du schon!

    eva

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  15. Du hast einen außerordentlichen, berührenden und wahrhaft menschlichen Moment eingefangen, über den ich eine ganze Geschichte schreiben könnte - sobald die Tränen weggeblinzelt sind und der Kloß im Hals runtergewürgt ist ...

    Ich danke Dir für diese Kostbarkeit, Smilla.

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  16. Sehr schönes Foto!
    Es ist bewegend zu sehen, wie sie einander in der rauhen Umwelt eines Bettlers oder Obdachlosen Halt geben.

    Aber ich find es aber nicht gut von dem Bild eines Bettlers den Spagat zur allgemeinen sozialen Situation in Deutschland zu machen.
    Obdachlose mögen vielfältige Gründe haben, so zu leben, wie sie es tun und ich will da nicht urteilen oder werten.
    Materielle Armut allein zwingt in Deutschland aber niemanden auf der Straße zu leben. Da braucht es schon weitreichendere Gründe.

    Trotzdem: tolles Foto.

    Viele Grüße aus Dublin!

    Boris

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  17. Wahnsinnsfoto! So viel Aussage! Echt super!

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  18. Boris, der Mann auf dem Foto ist gar nicht obdachlos. Ich bin mir aber auch nicht sicher ob es in Deutschland nicht sehr wohl möglich ist durch Armut obdachlos zu werden... Und vielleicht ist es auch nicht unmittelbar die Armut, die einen auf die Strasse treibt. Aber gesellschaftlicher Druck in einer Leistungsgesellschaft kann schon genügen, um sich dermßen am Rande zu fühlen, dass man eben diesen Schritt geht, und "aussteigt" So ähnlich hatte Elvis es damals beschrieben.

    John Wayne auf Platte

    Der wollte und konnte einfach nicht mehr mitmachen, und hat sich eine neue Welt gesucht.

    In meinen Augen bebildert das Foto ganz gut einen allgemeinen Zustand. Es ist so gesehen etwas weniger "persönlich" als sonst, es ist ja kein Kurzportrait geworden.

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  19. Ein wirklich sehr berührendes Foto! Man muss schon wirklich ein gutes Auge und die Hand in der richtigen Sekunde am Drücker haben, um so einen intensiven Moment festzuhalten, liebe Smilla!
    Mir kommt unwillkürlich eine Textzeile aus Peter Fox' "Schwarz zu blau" in den Kopf, wo es heißt "Jeder hat 'nen Hund, aber keinen zum Reden." Angesichts dieses Fotos ist es wohl immer noch weit besser so, als weder das eine noch das andere zu haben...!

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  20. Ich komme gar nicht nach mit dem gucken und lesen...

    Das Bild von Mensch und Hund berührt etwas in mir. Da schaut man nicht mal eben so drüber.
    Ob nun obdachlos oder nicht.
    Mir fällt dazu so vieles ein.
    Grüße
    Oona

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  21. Durststrecke here in the USA too, for some. The divisions between classes widens, and hate-mongering against outsiders goes on with politicians' appealing to bigotry, etc. to gain power.

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  22. Toll, ich bin erstaunt wie du das immer hinkriegst ganz verschiedene Menschen genau im richtigen Moment zu fotografieren. Ich schaue schon fast ein Jahr fast täglich auf deinen Seiten vorbei und du hast mich noch nie enttäuscht oder gelangweilt. Dieses Foto ist ganz besonders! Danke
    Ulli

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  23. toll geschrieben, gerade deinen blog entdeckt. bin fasziniert.
    ganz toll!
    dankeschön....

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  24. Ich möchte mich den vielen Kommentaren eigentlich nur anschließen. Dieses Foto ist für mich Foto des Jahres! Man wird mit sich konfrontiert und wenn man innehält spürt man sehr viele Gefühle, die in die verschiedenen Richtungen weisen...Vielen Dank
    Ich habe deinen blog auf meiner blog-roll-Liste.
    www.boridesign.blogspot.com

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  25. Noch mal ein herzliches Dankeschön an jeden eintelnen für all die Kommentare zu diesem Bild, (und auch zu meinem Blog.)
    Auch für mich ist dieses Bild besonders, weilder Moment den ich gesehen habe einfach sehr "voll" war.
    Es freut mich, dass ich das scheinbar im Bild festhalten konnte.

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  26. Ich wusste nichts von diesem Blog, habe aber dieses Bild in der Rundschau gestern gesehen und war ergriffen. Ich bin scheinbar nicht besonders nah am Wasser gebaut wenn ich hier von vielen lese, daß sie tränen in den Augen bei Anblick des Bildes hatten. Diese Liebe des Mannes zu seinem Hund und dessen Vertrauen zum Herrchen, ist ergreifend.

    Ich bin seit gestern bewegt, als ich dieses Bild sah, in der Tat eine Kostbarkeit dieser Moment.

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  27. Ich bin leider skeptisch, da ich öfter in Köln bin und der auf dem Foto dargestellte Mann+Hund immer in der selben Position vor dem Dom sitzen. Mich beschleicht die leise Vermutung, dass der Hund für diesen "herzergreifend"-Effekt ruhiggestellt wird oder krank ist (ein normaler, gesunder Hund liegt nun mal nicht gerne stundenlang in den Armen seines Besitzers)...Das ist kein netter Gedanke, aber wäre genauso indikativ für das Elend der Armut.

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  28. S_V; puuh, das ist ein schlimmer Verdacht..wenn das so wäre.. das wäre nicht allein indikativ, sondern kalt. Es erinnert mich an Bettlerkommandos mit Gebrechen die eigens zum Betteln erzeugt wurden, was eine ebenso schlimme Wahrheit ist, und an dem im Hintergrund die "Chefs verdienen".dein Kommentar gibt mir nun sehr zu denken,
    das Foto ist eine Momentaufnahme, ich war eigentlich schon vorbeigegangen, und bin dann umgedreht. Ich nehme an, ich hätte das Bild anders oder gar nicht gemacht, wenn ich den Hund immerzu so still da liegen sähe, (wobei ich mich mit Hunden kein Stück auskenne)
    Letztlich hat mich die isolierte Intimität der beiden berührt, das war das was ich gesehen habe.

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