Dienstag, 28. September 2010

Bunter Ernst


Demo von Köln-Pelzfrei am Samstag in der Innenstadt. Und weil Sex nicht nur sells, sondern auch zum hinsehen animiert, hat Peta viele Jahre lang das Motto "Lieber nackt als im Pelz" ausgerufen, nun abgelöst vom Sinnspruch "So trägt man Pelz". Das Erlebnis, über das Paul McCartney hier spricht, muss man nur ein bisschen abstra- hieren, und den Ort der Handlung an eine schicke Ladenkasse verlegen. Und wenn man dann noch dieses Video, mit dem Titel "Wenn Schlachthäuser Wände aus Glas hätten, wäre jeder Vegetarier" ansieht, in dem er als Erzähler auftritt, dann endet die Gedankenkette schnell auf dem eigenen Teller.
Nix für schwache Nerven übrigens, das Video.
Demonstration of fur-free-cologne, down- town on saturday. And for the reason that sex doesn't only sell, but also lures to view, Peta was running the campagne "Fur? I'd rather go naked" for years. The experience which Paul McCartney is talking about here can easily be abstracted and relocated to some stylish store-register. And if one furthermore takes a look on this video, called "If slaughterhouses had glass walls, everyone would be vegetarian" which he narrates, the line of thoughts quickly ends at the own dining table.
The video, besides, is not for the faint-hearted.

Kommentare:

  1. Bah! Wenn ich nicht bereits seit ungefähr 20 Jahren vegetarisch essen würde, wäre mir wohl spätestens jetzt wieder einmal der Appetit vergangen! Mein Englisch und meine Konzentration sind derzeit nicht gut genug, als dass ich den gesamten Text des Videos verstanden hätte - aber die Bilder haben schon gereicht...! Widerwärtig! Pflanzen leben auch, klar. Dennoch ein: Hoch soll er leben, der ernste bunte Protest gegen dieses Gemetzel!!!

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  2. Wer die Nerven hat, Fleisch zu essen, muss auch die Nerven haben dieses Video anzusehen und auszuhalten. Vor der Wahrheit die Augen zu verschliessen, ist jedenfalls keine wirkliche Lösung.

    Im Übrigen ist das Video quasi die visuelle Version von Jonathan Safran Foers Buch "Tiere essen", in dem er u.a. all diese Mißstände detailliert beschreibt.

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  3. Anna, 20 Jahre, das spricht für wahre Überzeugung..

    Liisa, danke für den Hineis, hab einen ganz interessanten Beitrag dazu bei Nutriculinary gefunden:

    Nutriculinary über "Tiere essen"

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  4. Vielen Dank für das - wieder einmal - sehr gelungene Foto!

    Ich lebe seit 15 Jahren vegetarisch und versuche seit einiger Zeit, möglichst auch auf Leder zu verzichten. Es lässt sich vielleicht (noch) nicht alles ersetzen, aber oft gibt es bei Möbeln, Kleidung und Schuhen schöne, strapazierfähige Alternativen aus (Kunst-)Stoff.

    Zum Thema 'Fleischkonsum':
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Vorleben und/oder das Probieren lassen (von leckerem, vegetarischem Essen) häufig wirksamer sind als Schock und Vorhaltung, wenn man Menschen zu einer fleischärmeren/fleischlosen Ernährung anregen möchte.

    Die erwähnten Videos, Bücher und Werbekampagnen sind alle hervorragend und es sollte mehr davon geben ... doch wenn man in der Realität Fleischkonsumenten mit ihrem Verhalten konfrontiert, reagieren sie oft trotzig, nach dem Motto: "Dann kann man ja bald gar nichts mehr essen!" oder "Ich bin doch kein Karnickel!"

    Dazu sage ich dann, dass es - der eigenen Gesundheit UND den Tieren/der Umwelt - schon viel bringt, wenn man WENIGER Fleisch isst und beim Kauf auf garantierte, artgerechte Haltung achtet. Das wird dann eher angenommen als eine Aufzählung der Qualen der Tiere, weil sich naturgemäß niemand schuldig fühlen möchte.

    Ups, das ist lang geworden ...

    Zusammengefasst:
    Ich hoffe sehr, dass wir irgendwann in einer fleisch(und natürlich ebenso pelz)freien Gesellschaft leben - alle gesund, zufrieden und immer satt, ohne dass irgendwer vorher dafür leiden musste.

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  5. Eszter, ich kann Dir nur zustimmen, nur das mit den Schuhen praktiziere ich nicht.

    Smilla, "wahre Überzeugung" - weiß nicht. Anfangs war es jedenfalls eher die Tatsache, dass ich, wenn ich nach fleischlosen Phasen dann doch wieder Fleisch aß, schlichtweg körperlich merkte, dass es mir ohne Fleisch eigentlich besser geht. Dann ist es nicht mehr gar so schwer, sich eben für den generellen Verzicht zu entscheiden. Im Laufe der Zeit fand ich dann immer mehr gute Gründe für diese Entscheidung - der Artikel über das erwähnte Buch fasst diese Gründe gut zusammen.

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  6. Eszter, ja, da hast du sicher recht. "Positive Verstärkung"
    Ansonsten kann ich deinen Kommentar nur unterschreiben.
    Bewusstsein ist wichtig, und die Bereitschaft Gedanken auch Taten folgen zu lassen ebenso.

    Was die Kleidung angeht möchte ich in diesem Zusammenhang mal wieder

    Frau Jonasson is on the way
    empfehlen. Die schreibt mit Leidenschaft über die Möglichkeiten sich ökologisch korrekt und auch vegan chic zu kleiden.

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  7. Wenn es Dich interessiert, kannst Du hier auch noch meine Rezension zum Buch finden.

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  8. Liisa, danke!
    schön auch deine Überschrift zum persönlichen Artikel im blog

    "Essen wir noch oder fressen wir schon?"

    und sehr anregend auch das Interview der Übersetzerin Isabel Bogdan mit sich selbst :-)
    Schöne Idee

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  9. Ich find Pelz tragen auch überflüssig, zumindest in unseren Breitengraden. Was nicht unbedingt für Grönland, Sibirien, Russland oder andere sehr kalte Regionen gelten muss. Ich kann mir vorstellen, dass dort zumindest in früheren Zeiten Pelz für die Menschen überlebenswichtig war.

    Ich gebe zu bedenken, dass auch für den Konsum von Milch, Milchprodukten, Eiern Tiere gehalten werden müssen. Kühe geben nur Milch, wenn sie kalben. Ich kann mir vorstellen, dass wir bei unserem Milchproduktekonsum ganz schön viele kalbende Kühe brauchen. Was geschieht dann mit all den Kälbchen...?

    Und Leder durch Kunststoff zu ersetzen, halte ich ebenfalls für mindestens bedenklich. Schlecht zu recyclen, unökologisch in der Herstellung, es gibt eh schon Mengen von Plastikabfall in der Welt und den Meeren...

    So, und nun dürft ihr auf mich eindreschen! ;-)

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  10. Ulrike, nein, ich habe nicht vor, auf Dich einzudreschen, sondern stimme hier besonders dem von Dir zuletzt genannten Punkt zu - wiederum aus persönlichem Hintergrund: Für viele Menschen (meine Mutter zum Beispiel) ist auch das Umsteigen auf Kunststoff nicht möglich, weil sie sich dann wegen einer Allergie leider für offene Haut entscheiden müsste... Womit wir dann aber beim nächsten Thema wären...

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  11. @Ulrike: Eindreschen?! - Aber keineswegs!

    Wie so vieles im Leben hat doch auch die Entscheidung für/gegen Leder (mindestens) zwei Seiten, oder?

    Einerseits denke ich, dass Leder im Grunde genommen nichts anderes ist als Pelz ohne Haare, sprich abgezogene Tierhaut; das liest sich jetzt wahrscheinlich ungelenk, aber ich hoffe, Du weißt/Ihr wisst, was ich zu schreiben versuche ... und obwohl es für viele Menschen undenkbar ist, Pelze zu tragen, tragen sie (und auch ich) Kleidung, Schuhe, Taschen etc. aus Leder. (Der Unterschied liegt nur darin, dass die meisten Ledersorten als 'Abfallprodukte' der Fleischproduktion entstehen und die Tiere nicht extra dafür gezüchtet/gejagt/getötet werden.)

    Andererseits hast Du natürlich Recht wenn Du schreibst, dass Kunststoffe auch nicht unbedenklich und nicht nachhaltig sind - wobei es Schuhhersteller gibt, die recyclte Kunststoffe verwenden, was immerhin ein Schritt in die richtige Richtung ist.

    So oder so fühle ich mich immer wieder dazu angehalten, meine Lebensweise und mein Kaufverhalten zu überdenken. Jede/r von uns muss täglich Entscheidungen darüber treffen und DAS alleine, das Bewusstmachen, das Nachdenken und Abwägen, ist in meinen Augen schon löblich; denn es zeigt, dass einem die Konsequenzen des eigenen Tuns nicht egal sind.

    Niemand ist perfekt und die wenigsten von uns führen ihr Leben so bewusst und rücksichtsvoll, dass es keine (negativen) Auswirkungen auf andere hat. Wichtig ist dabei doch, dass wir uns gegenseitig darin zu unterstützen versuchen, es besser zu machen, einander auf Dinge hinweisen und Tipps geben.

    Darum: Sollte auch bei der Lederfrage jede/r für sich Pro und Contra abwägen und nach bestem Wissen und Gewissen entscheiden. So habe ich in diesem Herbst zwei Paar Stiefel gekauft, eins aus Leder und eins aus (Kunst)Stoff. Die Lederstiefel habe ich so schlicht und 'klassisch' gewählt, dass ich sie bei guter Pflege mehrere Jahre tragen kann.

    Vielleicht nicht konsequent, aber nach reiflicher Überlegung entschieden ...

    Ich freue mich übrigens, dass wir uns hier so sachlich und freundlich über solche Themen austauschen können.

    Mit bestem Dank an die 'Gastgeberin'! :-)

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  12. Das Thema ist ja extrem komplex; so sehr dass es beinahe verständlich ist wenn viele Menschen die Augen verschliessen davor. Zumal in einer derart anonymen, globalisierten Konsumwelt wie wir sie vorfinden. Der Eindruck ohnehin nichts ausrichten zu können ist vermutlich sehr tief in vielen Köpfen drin.
    Los gehts, denke ich, immer mit dem Bewusstsein, so ganz grundsätzlich, dass das eigene Handeln Relevanz hat. Und auch mit dem Bewusstsein, dass "immer neu" einen nicht zwangsläufig interessanter, schöner, besser werden lässt. Eine Überschrift, die ich, gerade in Modeblogs, immer wieder lese, ist "Haben wollen" oder wahlweise "Haben will".
    Diese unfreiwillige und kokette Anspielung auf die eigene Unmündigkeit bebildert vielleicht ganz gut wie die eigene Bedürfnisbefriedigung einem Hinterfragen von Konsum voransteht.

    Das liest sich jetzt vielleicht ein bisschen geschwollen und oberschlau, aber so seh ich's und schöner krieg ich's grad nicht raus.
    beste Grüße von der Gastgeberin :-)
    die sich über Gäste freut

    ach, und noch ein Link zut ZEIT, wo es einen ganz interessanten Artikel gibt zum "re- down- und upcyclen":

    Bloß nicht in die Tonne!

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