Samstag, 21. August 2010

Anziehsache





Auf einer der angesagtesten abendlichen Flaniermeilen Istanbuls läuft Ayumi ge- meinsam mit ihrem Mann vor mir entlang. Ich bin fasziniert von ihrem Kimono und spreche sie an; Ayumi kommt aus Yokohama und arbeitet als Software- spezialistin für Versicherungsgesellschaften in Tokio. Da fährt sie jeden Morgen mit dem Zug eine Stunde hin, und abends wieder zurück. Das ist aber noch gar nichts, denn ihr Mann arbeitet in Osaka, wo er hinfliegen muss, und das tut er natürlich nicht jeden Tag. Also sehen sich die beiden nur ca. 2 mal im Monat. Ayumi liebt Kimonos und lernt in einer Schule wie man sie anlegt. Ein Zertifikat hat sie bereits; für den Yukata-Kimono, den sie hier auch trägt. Dabei handelt es sich quasi um Freizeitkleidung; ungeeignet für fest- liche Anlässe und nur abends zu tragen. Zur Arbeit geht sie allerdings nicht im Kimono, aber am Wochenende trägt sie ihn meist. Natürlich einen den man tagsüber trägt; damit geht sie dann einkaufen oder essen, oder trifft Freundinnen. Im Leben ist ihr alles was sie umgibt wichtig; "Die Natur, die Menschen, alles was mich lebendig sein lässt, was mich am Leben sein lässt." Außerdem bedeutet ihr Japan viel, das Land in dem sie lebt. Deswegen legt sie auch Wert darauf die Traditionen zu bewahren und zu erlernen, damit sie nicht aussterben. Das Wort Kimono bedeutet übrigens Anziehsache.
On one of the most famous streets for an evening stroll in Istanbul Ayumi and her husband walk right in front of me. Her kimono fascinates me and so I approach her; Ayumi is from Yokohama and she works as a software-operator for insurance companys in Tokyo. There she goes by train every morning, which lasts one hour, and then she goes back at night. But this is nothing compared to her husband; he works in Osaka, where he needs to use the plane. Of course he doesn't do this daily, and so they see each other only once or twice a month. Ayumi loves Kimonos and she goes to a school to learn how to wear them. She's got already one certification; for the Yukata-Kimono which she wears herself right now. This is kind of casual wear; inappropriate for festive ocassions and only to wear at night-time. For going to work she chooses 'modern' clothes, but at the weekend she mostly wears the kimono. Of course one which is ment for the daytime. Then she goes shopping, or having food with some friends. In life everything what surrounds her is important to Ayumi: "The nature, the people I live with; everythings which makes me alive." Furthermore Japan, her country, means a lot to her. That's why she puts emphasis on traditons and keeps learning them, so that they won't die out.

Kommentare:

  1. Wow, sie sieht so anmutig aus in ihrem Kimono!
    Ich frage mich nur die ganze Zeit, ob diese Schuhe bequem sein können und wie klein ihre Schritte beim Gehen sein müssen in diesem schmalen Rock?!
    Es beeindruckt mich immer, wenn Menschen so selbstverständlich ihre traditionelle Kleidung in völlig fremdem Kontext tragen. Hierzulande fiele es ja den meisten im Leben nicht ein, in irgendeiner Tracht rumzulaufen, höchstens auf dem Oktoberfest... ;-))

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  2. eine in jeder Hinsicht edle Erscheinung, wie mag sie dann erst einmal im Kimono für festliche Anlässe aussehen?

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  3. Taniia; ich hab sie ja beim gehen beobachtet, das war nicht anders als all die clogs oder dr. scholl schuhe die vor ein paar Jahren mal so modern waren, Und sie musste auch leine kleinen schritte machen, alles ganz entspannt. Vermutlich ist das bei den festlicheren Kimonos anders; die sind ja auch schon viel aufwändiger zu binden..
    Dass sie eine Ausnahmeerscheinung ist in ihrem Kimono hier in Istanbul hat sie gar nicht weiter beeindruckt; für sie ist es einfach normal und wichtig den Kimono zu tragen. Sie war damit sehr unaufgeregt.

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  4. liebe smilla, ich finde es ganz toll, dass du in einer komplett fremden umgebung trotzdem deinem stil treu bleibst.
    und ist jemandem schon mal aufgefallen, dass das licht bei den istanbul-bildern so viel wärmer erscheint als bei den vorherigen aus köln? hachja, fernweh...

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  5. Ich stimme Anonym in allen Punkten zu und möchte noch hinzufügen, dass ich mich ein bisschen in die Dame im Kimono verliebt habe. Aber das würde vermutlich nichts werden mit uns ;-)

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  6. MMhh, pip...sie ist ja auf jeden Fall nun schon mal verheiratet... :-)

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