Sonntag, 11. Juli 2010

Kleidreise




"Ach, das ist ja interessant", sagt diese Frau als ich frage ob ich sie fotografieren darf; "Ich bin Malerin, und ich spreche meine Modelle auch oft auf der Strasse an." Sie malt Raumbilder, Deckenbilder, Portraits; und sie hat auch schon mal einen Sarg bemalt.  Im September wird sie eine Ausstellung mit großformatigen Menschen- bildern machen. Sie reist gerne; besonders der afrikanische Kontinent hat es ihr angetan. Das spiegelt sich in ihrer Malerei wider, aber auch in ihrer Kleidung; "Ich mag Turbane, und wickele mir oft bunte Tücher um den Kopf." Wichtig im Leben findet sie die Liebe: "...und Leidenschaft; ich mache alles mit Leidenschaft." Ich frage sie was für sie das Gegenteil von Leidenschaft ist: "Apathie, unbeteiligt sein, Laschheit" ist die Antwort, und zur Unterstreichung macht sie müde Augen und knickt ihren Körper ein.
Der chinesische Name des sogenannten Chinakleides ist übrigens Qipao, bzw. Cheongsam und der Legende nach hat es eine Fischerfrau entworfen; ursprünglich als praktisches Arbeitsgewand. Im Westen wurde das Kleid besonders durch den Film "The world of Suzie Wong" von 1960 populär; nach der es hierzulande auch häufig benannt wird. (Proletkult, wär das nicht ein kleines Feature wert?)
"Oh, that's interesting" this lady says when I approach her for a photo; "I'm a painter, and quite often I find my models on the street as well." She paints in rooms, on ceilings, she makes portraits; and she even painted on a cascet once. In september she will open up an exhibition with large-size paintings of humans. She likes to travel, and especially the african continent means a lot to her. That's mirrored in her work, and also in her clothes: "I love turbans, and often I wrap colored fabrics around my head." In life love is important to her; "...and passion. I do everything with passion." I ask her what, in her opinion, the opposite of passion is: " Apathy, being detached, flaccidity." is her answer, and to point that out she makes tired eyes and folds her body.
The chinese name of the china-dress besides is Qipao, res. Cheongsam, and  according to the legend it was originally designed by a fisherwoman, who needed a convenient working-dress. In the western world it became popular back in the 60ies, through the movie "The world of Suzie Wong", and so it's byname came up.
(Proletkult; isn't that worth a little feature?)

Kommentare:

  1. suzie wong...von der hatte ich mal einen Cocktail...ne in echt, in einem Cafe in Köln! einer der Gründe, warum ich deine Heimstadt gut leiden kann! Es gibt noch mehr!
    kleider, find ich gut! wickel auch, ob kopf oder körper...oder finger

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  2. Mir wurde der Film tatsächlich schon empfohlen!:D Da gibt es auch wieder ganze Kollektionen, die sich vom Film haben inspirieren lassen, der ja - wie du schon sagst - einfach nur etwas bekannt gemacht hat, was schon lange da war.
    Ich habe übrigens auch zwei Qipaos in meinem Besitz, allerdings viel zu klein.:D Ich empfehle zu bedenken, dass asiatische Größen kleiner ausfallen!

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  3. Liebe Smilla, wieder einmal herzlichen Dank für die interessanten Menschen, die Du vorstellst. Und immer gleich die Querverweise auf geschichtliche Hintergründe. Auch ich trage gern solche Fischerkleider, und habe immer ein aktuelles, der jeweiligen Größe angemessen. Man fühlt sich einfach immer toll angezogen darin.
    Ich bin immer froh, wenn ich die Zeit finde, bei Dir reinzuschauen. Ich wünsche Dir weitere schöne Menschenbegegnungen.
    Noch einmal Nachtrag zu dem "GraueHaareThema": Da ich zwei Töchter im Alter der jungen Frau habe, spielt das bei allen Gedanken, die einem spontan durch den Kopf gehen, immer eine Rolle. Und der Sympathie (oder auch Antipathie) tut wohl eine Haarfarbe keinen Abbruch.
    Liebe Grüße Gertrud

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  4. schön, wenn Frau Smilla wieder tätig würde,
    dann fühlte man sich echt beruhigt!!!!!

    ANONYM

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  5. Hallo ANONYM,
    keine Bange, bald gehts weiter, mir hat nur grade ganz erfreulich das Leben meine Pläne durchkreuzt; und so verbringe ich meine Tage mit 2 kameras um den Hals im brütend heissen Osten der Republik; dazu bald mehr hier..

    Proletkult, mmh, wenn dir der Film schon mal vorgeschlagen wurde...dann wär das doch vielleicht wirklich was :-) ...und gibt ja auch noch andere mit solcherlei Mode... ich hab die Bilder im Kopf, und krame schon dauernd nach den Titeln...

    gertrud, danke :-) ich freu mich auch wenn du immer mal zeit findest hier hereinzuschauen ..
    Übrigens ist mir die Dame bei der großen Hitze momentan gerade auch deswegen aufgefallen; sie sah so 'angezogen' aus. :-)

    klickerklacker; wo war denn das?

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  6. also mir gehts wie ANONYM, dass ich mich freu und beruhige, von dir zu hören. 2 kameras...ist das nicht übertrieben?für jedes Auge eins?
    also: wann gibts wieder was? und was?
    dann sag ich auch wo!

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  7. im café frank tippe ich mal....da haben die cocktails alle so herrlich asiastische namen. ;-) und lecker sind sie allemale

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  8. Schönes Kleid.
    Schöne Frau.
    Danke für den tollen Blog, Smilla. Ich schaue immer wieder gerne rein.

    Gruß C.

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  9. Ich glaube, Du hast eine Art, auf Menschen zuzugehen, daß sie nicht anders können als froh lächeln. Mithin kannst Du gar nicht genug auf Phototour gehen, einfach damit mehr gelächelt wird!

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  10. C.; schön...bist immer willkommen!

    Kalliopevorleserin; danke, ich neige beschämt mein Haupt :-)

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  11. Erfreut stelle ich fest, dass es in diesem Blog überdurchschnittlich viele Bilder von rothaarigen Menschen gibt (auch wenn die Frau in diesem Post ihre Pracht durch ein Kopftuch verdeckt). Bedeutet das, dass Rothaarige (auch wenn sie gefärbt sind) das meiste Stilbewusstsein haben? Oder dass stilbewusste Leute sich die Haare rot färben, eben weil die Haarfarbe so stilvoll ist?

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  12. Herr Mathieu, tja, bin selbst betroffen :-)
    Aber Rückschlüsse würde ich nicht ziehen, da muss ich dich enttäuschen.
    Mein Eindruck ist ja eher, dass ich ganz schön Multikulti hier vereine; mehr noch als rothaarige, das fällt mir selbst manchmal so auf, aber vielleicht täusch ich mich?

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