Dienstag, 22. Juni 2010

Silberpink





Auf der anderen Strassenseite sehe ich Sarah entlanglaufen, und denke bei mir dass das aber eine interessante ältere Dame ist. Erst beim zweiten Hinsehen begreife ich, dass sie viel jünger ist als ich zunächst vermutet habe. Vom Trend der grau gefärbten Haare habe ich bisher viel gehört; aber so mitten auf der Strasse hab ich bislang noch keine junge Frau getroffen, die dies so konsequent ins Leben bringt. Sarah selbst sieht die Sache ganz gelassen; zuerst hat sie Robyn mit sehr weißen Haaren gesehen; das gefiel ihr und so kam sie nach und nach zum Grau. Dafür verwendet sie ein Silbergrau-Shampoo; "Das lass ich einfach lange drauf..." Ob sie nun älter aussieht oder nicht ist ihr total egal. Für sie kommt es im Leben darauf an; "...nicht das zu tun, was andere von einem erwarten." Daran hält sie sich, auch wenn das nicht immer leicht ist; "Wenn mir etwas überhaupt nicht gefällt, dann höre ich damit wieder auf. So ist das bei mir; ich habe eine Ausbildung zur Pferdewirtin begonnen, aber das hat mir gar nicht ge- fallen. Also hab ich es beendet." Den Traum mit Pferden zu arbeiten will sie nun anders umsetzen; sie beginnt demnächst ihr Studium; Soziale Arbeit. Damit kann sie später den Weg als Reittherapeutin ein- schlagen.: "Mit Kindern zu arbeiten, oder mit Menschen überhaupt, und mit Tieren, das finde ich sehr reizvoll."
On the other side of the road I spot sarahwalking down the street. And I think to myself what an interestin older lady she is. At second sight I realize that she's much younger than I expected her to be. I've heard a lot about the trend to dye the hair grey; but yet I didn't meet a girl which puts it into practice so consequently. Sarah herself stays calm; first she saw Robyn with white hair and she liked that so much that she copied it. Step by step she changed even to gray; therefore she uses a silver-gray-shampoo, which she keeps in her hair for a long time. If she looks older or if she doesn't; she wouldn't mind. To her in life is important ; "...not to do what you are expected to." She does so even if it isn't always easy; "When I really don't like anything I just stop doing it: I'm just like that. I started to become a fully qualified groom. But I thought it was horrible; so I quit." Her dream to work with horses may come true anyway; soon she will start to study; social work. By doing so she can run another path; therapeutical horse riding: To work with children, or generally with humans, and with animals, that's very exciting I think."



Kommentare:

  1. ...und wie alt ist sie nun?!?
    Neugier Neugier...kennse?

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  2. vom grauem Haartrend hab ich auch schon gehört, aber noch nie gesehen...
    frag mich echt, wie alt sie ist.... ist schon irritierend.
    LG
    Christina

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  3. Ja, ich habe sie auch älter geschätzt, als ich das Bild oben in klein sah.

    Ich finde diesen Stil gewagt und klasse zugleich!

    Alter ist zwar immer relativ, aber des Ratespaßes wegen, hätte ich gerne ihr Alter gewusst *hihi*

    P.S.: Ein dickes Lob an Euer tolles Blogkonzept.

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  4. Von dem Trend der grauen Haare werde ich nun profitieren - kommt mir ganz gelegen ☺.

    Bei so einem strahlenden Lachen kann man gar nicht anders, als hingucken,

    ♥lichst Manu
    P. S. Toller Ohrring

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  5. Diese auf den ersten Blick seniorinnenartig anmutende Jacke in Kombination mit dem Pony-Ohrring: GENIAL!! Kompliment!
    Und an Dich natürlich sowieso, Smilla!
    Birgit

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  6. @Birgit; merci :-)
    ja, ich musste erst mal an die golden girls denken, und naja, dann kam eben der 2 Blick..

    @Manuela; ja, nicht? und dann ist sie auch noch Pferdeliebhaberin...sehr passend

    @Glitzerpony, danke sehr, freut mich. (Bin hier allerdings allein zugange :-) )
    (Sarah ist übrigens 25)

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  7. Class and sass!

    Dying to gray hasn't caught on here in the States, as far as I know.

    Is the top vintage?

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  8. Mim, class and sass; perfect words for her and it sounds nice as well!
    Her top is vintage from a litte Red Cross-shop in Ehrenfeld, nice one!

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  9. Dann liege ich ja voll im Trend - nur färben muss ich nicht.
    Konsequenter Silberlook bräuchte dann aber Silberknöpfe und eine Silberkette ;)

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  10. Wie bescheuert ist das denn?
    Mit Absicht grau färben. Wir Ü 50-jährigen versuchen krampfhaft, die Haare jünger aussehen zu lassen. Für mich ein typisches, an "den Haaren herbeigezogenes" kreativ sein.

    Sabine Reinert

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  11. Na ja, da fällt mir echt nichts mehr zu ein, als die Welt steht Kopf! Warum Haare färben und dann noch grau? Mir hat mal eine alte Dame gesagt, dass man früher die Menschen (auch) an den Haaren erkennen konnte, weil sie sich bei Jedem im Laufe der Jahre anders "einfärben". Es ist schade, dass so wenige (Frauen) heute damit leben können, so auszusehen, wie die Natur es einrichtet. - Ansonsten - toller Blog - DANKE!!! ich schaue so oft rein, weil die Menschen so interessant sind, die du vorstellst.
    Herzliche Grüße Gertrud

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  12. Dachte ehrlich gesagt im ersten Moment, die Haare wären leicht rosa... ;o)

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  13. Mit dem, was ihr gar nicht gefällt, hört sie auf. Beneidenswerte Einstellung und logisch sowieso. Ich bin eher der Type "was ich anfange, ziehe ich durch", egal, ob's mir noch gefällt oder nicht.
    Von dem Mut zum Aufhören würd ich mir gern ne Scheibe abschneiden...

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  14. @Sabine; mh, bescheuert is'n hartes Wort.
    Ich persönlich finde diesen grau trend ganz witzig; weniger wegen der Farbe oder dem Trend, sondern weil so ein netter Seitenhieb zum Jugendwahn daran versteckt liegt..
    Haare färben ist ja ohnehin weit verbreitet,warum also nicht mal silbergau ?

    Und, Gertrud, das mit dem "an den Haaren erkennen " finde ich sehr interessant; da wüsste ich gerne welche Annahmen und Theorien es so gibt.

    Tania; ..eher leicht blau in echt.

    @Ulrike, ja, da haben wir auch ein Weilchen drüber geredet, Vorteile und Nachteile von durchhalten und aufhören...
    Es gibt sicher Situationen, da waren wir uns dann einig, wo es gut ist etwas durchzuhalten, auch wenn es unmittelbar nur schrecklich zu sein scheint.

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  15. Also, nun misch' ich mich doch schon wieder ein, auch wenn ich mich über mich selbst wundere...
    Im ersten Moment ging ich auch von einer älteren Frau aus, dann habe ich mich - auch wenn's ein hartes Wort ist - auch bei dem Gedanken "... bescheuert..." erwischt, dann die Kommentare (weiter) gelesen. Ehrlich gesagt neige ich immer noch dazu, zu unterstellen, dass es eher doch kein "netter Seitenhieb zum Jugendwahn" ist, sondern eher um auffallen wollen geht - und wenn's mit "an den Haaren herbeigezogenen" Methoden erzielt wird. Andererseits ist es meines Erachtens in der Tat ebenfalls fragwürdig, die Haare (und wer weiß was noch!) "krampfhaft jünger aussehen zu lassen"! - Was auch immer aber das Motiv dieser Frau ist - abgesehen von dem, was sie Dir, Smilla, verraten hat, können wir alle nicht in ihren Kopf gucken! - Bleibt also nur das abschließende Resümmee, dass es doch wunderbar ist, wenn durch diesen Blog solche Diskussionen entstehen können und Menschen ihre eigenen Standpunkte zu Haaren im Allgemeinen und Durchaltevermögen im Speziellen in Teilen vielleicht neu überdenken! Danke dafür - an Dich, Smilla, und an uns alle!

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  16. ah, sie kenn ich aus einem cafe, da arbeitet sie als
    kellnerin. sie ist ein so auffallend freundlicher Mensch!!
    in real sieht sie noch viel besser aus, finde ich! :-)

    ai

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  17. Die grauen Haare sind wirklich schick! Und sie stehen Sarah tatsächlich gut. Es gibt auch genug gefärbte Blondinen, Rotschöpfe oder Brünette denen ihre gewählte Haarfarbe weniger gut zu Kopfe steht. Warum nicht also nicht jeden rumlaufen lassen wie er mag? Also Smilla: danke für diese (wie immer) schönen Fotos und den (wie immer) netten Artikel dazu.

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  18. Yours is the first blog I`ve stumbled over that I really enjoy. The pictures and comments are wonderfully done!! I will continue to stop by.
    Thank you.

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  19. Da bin ich irgendwie beruhigt....ich hab "leider" von natur aus mittlerweile schon einene ordentlichen grau-weißen Ansatz mit dunkelbraunem Resthaar...und irgendwie wollte ich immer diese -für mich tolle Farbmischung-rauswachsen lassen, habe mich aber immer wieder von Familie und Freunden aber auch Außenstehenden abbringen lassen. Das dunkelbraun hab ich zwar jetzt durch mittelblond ersetzt aber von meiner Ansatz Theorie bin ich nach der Begnung mit Sarah nun nicht mehr abzubringen =)

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  20. Na, hier ist ja eine richtige Komentarschlachtdiskussion am Laufen. Ich habe eben alle sehr amüsiert gelesen. Auch ich war auf den ersten Blick etwas irritiert, was das Alter der Dame betrifft. Und dann dachte ich, mmh, sie macht das freiwillig, mit den grauen Haaren und ich schau besorgt auf mein Haupthaar und beobachte die sich mehrenden Silberfäden und überlege mir Gegenstrategien .... Und womöglich wird sie das machen um aufzufallen (oder sie hat, trotz ihres jugendlichen Alters schon etwas grau im Haupthaar und überspielt das so; ich kannte mal einen Typen, der immer behauptete, sich eine Glatze zu rasieren, weil es so cool sei, in Wirklichkeit hatte er schon mit 17 einen "Rentnerhaarkranz"....), ich mußte da auch irgendwie an Punk und die Wave-Kultur (sagt man so, jedenfalls meine ich diese schwarzgewandeten Gestalten, welche durch die 80er Jahre wankten).
    Viele liebe Grüße.

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  21. Liebe Smilla,

    ich finde es schön zu sehen, dass auch die Farben sehr häufig zu den Leuten passen, die Du fotografierst. Auch bei diesem Beispiel. Das Pink und Schwarz sieht klasse aus und passt zu den Haaren, weil es buchstäblich ein Guss ist vom Scheitel bis zur Sohle! Ich hätte mir hier zum Beispiel kein Rostton oder sonstige Herbsttypfarbe vorstellen können.

    Wintertypen, denen diese Farben gut stehen, ergrauen sehr häufig früh, und das kann bei einem flotten Haarschnitt und den richtigen Farben dazu sehr pfiffig aussehen. Graue Haare sind keine Frage des Alters. Und wenn schon! Männer stehen auch zu ihren grauen Haaren oder Schläfen. Warum habe Frauen dann solch einen Färbewahn? Oft sehen sie natürlich und in den Typ gerechten Farben viel vorteilhafter aus, als mit irgendeiner Wunschfarbe, die dann aber gar nicht zum Rest passt. Wenn schon Typ verfremden, dann gekonnt, und das haben hier viele auf den Bildern echt gut drauf! Es macht mir immer wieder Freude, diese Fotos hier zu sehen!
    Im Grunde kann wirklich jeder "rumlaufen", wie er mag, die Hauptsache, er oder sie fühlt sich wohl. Ich schreibe hier also nicht als dogmatische Beraterin! ;-) Die Leute, die zu mir kommen, wollen ja die Tipps. Da ist das ja was anderes. Und ich drücke niemanden etwas auf, rede aber auch nicht nach dem Mund. Es ist immer ein gemeinsames Erarbeiten ... und am Ende fühlt sich die Kundin oder der Kunde auch gesehen, verstanden und sooooo schön! :-) :-)

    Kunterbunten Regenbogengrüße aus dem Farbenreich
    die Farb- und Stilberaterin
    Sabina ;-)

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  22. @Paula; also ich glaube nicht, dass das der Grund ist, ich glaub sie macht das einfach aus Spass an der Freud, muss ja nicht immer "Verschleierungshintergrund " haben.. :-)

    @Tracy; thanks a lot; a warm welcome

    @Anna, über Diskussionen hier freue ich mich auch sehr, und ich merke dass das Thema graue Haare scheinbar auch 'ein heißes Eisen' ist. Was dabei allerdings nicht vergessen werden sollte, mal so ganz allgemein gesagt, ist dass die abgebildeten ja auch mitlesen, und so sollte man seinen Kommentar entsprechend rücksichtsvoll verfassen.
    Falsch eingeschätzt oder gesehen zu werden kann verletzend sein, auch wenns gar nicht beabsichtigt ist.
    @PaulaQ; :-) nicht besorgt gucken... und was Gertrud schreibt klingt ja auch ganz interessant..
    Was wäre denn am auffallen wollen verkehrt? Obwohl ich das noch nicht mal glaube, dass es so ist. Aber nur um nicht in den Verdacht zu kommen, dass andere denken man wolle "ja nur auffallen" und einen dafür kritisieren, Dinge zu lassen kann ja auch nicht Sinn der Sache sein. Da wirds dann ja auch langsam richtig kompliziert... So wie ich Sarah vestanden habe hatte sie einfach Lust das mal zu machen, und dann kommt sicher was anderes, und wieder was anderes...und alles halb so wild.. liebe Grüße auf die Alb :-)

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  23. Liebe Smilla,

    habe gerade versucht, meinen Kommentar mit anderen Augen als den meinen zu lesen -was ja nicht so einfach ist - und vielleicht ist er dann tatsächlich un-rücksichtsvoll. Auch wenn das sehr leicht wie eine Floskel klingt, sage ich sehr ernsthaft: So war er wirklich nicht gemeint! Im Laufe meiner zugegebenermaßen komplizierten Gedankengänge habe ich dann versucht, meine Einschätzung eben NICHT als bitteschön allgemein gültig erscheinen zu lassen. Bedauerlicherweise ist mir das offenbar nicht gelungen! Wenn ich also Dich, Sarah, Dich Smilla oder irgendwen anderen aller hier Beteiligten falsch eingeschätzt und (somit) unrücksichtsvoll kommentiert habe, dann sage ich von Herzen: Sorry, das tut mir leid! Meine Gedanken zum "auffallen wollen" sollte ich hier vielleicht nun nicht auch noch ausbreiten - dann wird's schon wieder kompliziert...

    Liebe Grüße

    Anna

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  24. Ich bin richtig froh, diesen Eintrag jetzt gerade gefunden zu haben. Graue Haare sind tatsächlich ein Tabu wenn die Fünfzig herannaht. "Jungfärben" ist ein Muss, jedenfalls in meinem Umfeld. Ich kenne so viele Frauen, die mit dem Älterwerden, dem Verlust an jugendlichem Aussehen, überhaupt nicht klarkommen. Das stimmt mich traurig - vielleicht hat man ja mit fünfzig die Hälfte seines Lebens noch vor sich! Jedenfalls bin ich froh, dass Sarah sich vom Jugendwahn nicht beeindruckt fühlt. Ich werde das dann auch mal versuchen und ungefärbt ergrauenden(+vielleicht Silbershampoo probieren...).

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  25. Liebe Anna, ooohhh, das tut mir nun leid,
    Ich hatte Dich im speziellen gar nicht gemeint; daher meine Zusatz "ganz allgemein gesagt".
    Das Du Deinen Kommenatr im Gegenzug allerdings noch mal mit "anderen Augen liest als Deinen" finde ich wirklich toll. Das möcht ich Dir gen sagen; auch wenn ich Dich damit gar nicht allein gemeint habe.
    Ich hatte ohnehin überlegt ob ich überhaupt was schreibe, aber weil so hie und da in den Kommentaren Worte und Vermutungen drin waren, die ich ein bisschen 'mmmhhh' fand, hab ich es eben mal geschrieben.
    Und Deine Gedanken zum auffallen wollen" würden mich sehr interessieren; das ist nämlich ein Thema was hier auch immer wieder anklingt, und wo es ganz kontroverse Meinungen zu geben scheint.

    @Suschna; Der seltsame Druck jung aussehen zu müssen ist perfide; ich finde ja prinzipiell bleibt es jedem selbst überlassen wie er bzw sie aussehen möchte. Und dann darf man ruhig auch mal rumprobieren und plötzlich alles wieder anders machen. Neulich hatte ich doch

    diese
    Frau fotografiert, die immer mit ihren ungefärbten weißen Haaren zufrieden war, bis sie plötzlich dachte; Och, jetzt mal blond...
    Das ist doch ne feine Sachen, denke ich.

    Kritisch finde ich, wenn aus der vermeintlichen Unmöglichkeit so alt auszusehen wie man ist, oder im Zweifel sogar älter, ein unglücksbringender Druck entsteht, der Frauen wie Männer zu absurden Massnahmen greifen lässt. Das ist einfach traurig...also, für alle.

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  26. Liebe Smilla,

    danke für Dein Kompliment mit den "anderen Augen"! Ich würde es allerdings gern mit Dir teilen, denn: Zwar bemühe ich mich ohnehin, meinen eigenen Blickwinkel immer mal wieder zu hinterfragen, zumal wenn ich darauf gestoßen werde, dass etwas auch ganz anders gesehen werden könnte als ich es bisher sehe; aber genau das: zeigen, dass es ganz unterschiedliche Sichtweisen gibt, und dafür eintreten, dass sie alle gleichermaßen Berechtigung haben, tust Du mit Deinen Bildern und Deinen Texten dazu und auch mit Deinem feinfühligen Reagieren auf die Menschen hier im Blog auf eine wie ich finde unvergleichliche, liebevolle Art und Weise! Und damit machst Du es mir (und sicher auch anderen Schauenden und Lesenden Deines Blogs) beträchtlich einfacher, meinerseits den Versuch zu unternehmen, "mit anderen Augen" zu schauen - eben auch auf das, was ich selber fabriziert habe... Somit hast Du viel mit dieser Blickveränderung zu tun! Das möchte ich meinerseits Dir gern sagen - und dafür gebührt Dir Respekt und Dank, nicht mir! - Noch fast etwas ungläubig staunend nehme ich Deine herzliche Einladung zur Kenntnis, doch noch meine Gedanken zum "auffallen wollen" zu äußern - und bin von dem Gedanken fasziniert genug, um Deiner Einladung gern zu folgen! Vorsichtshalber sage ich aber dazu, dass meine Sicht auf das Thema "auffallen wollen" eine sehr persönliche und damit wohl kaum repräsentative ist. Auch wenn es auf den ersten Blick unwichtig zu sein scheint, möchte ich noch mal eine Information zu mir vorwegschicken, die ich in meinem allerersten Beitrag (an Deinem Geburtstag) eher beiläufig schon einmal platziert hatte: Ich bin Rollstuhlfahrerin, genauer: "geborene" Rollstuhlfahrerin seit 33 Jahren - oder seit 30 Jahren, da ich unter 3 Jahren wohl einfach noch zu klein für die damals verfügbaren Rollstühle war. Meine Kindergartenzeit verbrachte ich in einem und dann noch einem anderen Körperbehindertenkindergarten und später einmal wöchentlich auch in einem "normalen" Kindergarten; letzterer war wohl einer der ersten Schritte ein Stück weg von einer "Welt", in der ich erstens sehr schnell das heute noch hilfreiche Bewusstsein dafür entwickelte, dass ich mit meiner Situation nicht allein bin, und zweitens mich unter Gleichaltrigen mit einer Chancengleichheit oder -ähnlichkeit messen und als eine der Fitteren auch nicht zuletzt Erfolgserlebnisse genießen konnte. -
    Mit meinem Schuleintritt sind wir dann spätestens beim Thema, denn: Wenn du die über Jahre hinweg einzige Rollstuhlfahrerin auf der ganzen Schule bist, dann fällst du auf - und zwar ob du willst oder nicht! Ganz kurios wird es, wenn du bald noch mehr als ohnehin schon gerade dadurch auffällst, dass du eben trotz deiner Situation sooooo selbstständig bist... Da hast du so gut wie nichts unversucht gelassen, um dich deinem "normalen" Umfeld soweit anzupassen, dass du eben möglichst NICHT auffällst, sondern einfach so mit"läufst" - und dann fällst du genau dadurch erst recht auf...! Nicht negativ, nein, beileibe nicht, aber du fällst eben auf, während du eigentlich versucht hattest, NICHT aufzufallen. - Was Deinen eigentlichen Ausgangspunkt angeht, Smilla, die Kleidung, so tut dann der von meiner Mutter nicht so gemeinte, von mir aber dennoch als eine Art "Makelausgleichsverpflichtung" empfundene Satz: "Wenn das Kind schon eine Behinderung hat, soll es wenigstens gut angezogen sein!" sein übriges und trägt mit zu meinem heute eher zwiegespaltenen Verhältnis zum auffallen wollen bei. - Ja, diese ganze chaotische Gedankenschublade öffnet sich in meinem Kopf, wenn Du, liebe Smilla, mich nach meinen Gedanken zum Thema "auffallen wollen" fragst! Ob Du dies wirklich der Allgemeinheit zumuten willst (was mich wirklich freuen würde!), oder ob Du entscheidest, dass es den Blog überfrachten würde, bleibt nun Dir überlassen!

    In der Hoffnung, dass Deine Nerven nach dem Lesen noch leben, grüßt Dich herzlich Anna

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  27. Liebe Anna, ganz herzlichen Dank für deinen Kommentar, den ich mit Freude 'der Allgemeinheit' zumuten möchte. Und auch Danke für Deine Worte über meinen Blog; damit beschreibst du eigentlich sehr schön ein tieferes Anliegen, das ich bei der ganzen Sache habe.
    Deine Geschichte über das Auffallen, bzw. Nicht-Auffallen wollen ist wunderbar, und beschreibt in meinen Augen auch sehr gut wie jeder seine ganz subjektive Erfahrung/Bewertung/Sichtweise zum Thema ( und eben auch zu allen möglichen anderen Themen) entwickelt, und genau das sollte meiner Ansicht nach auch immer mit berücksichtigt werden. Deswegen gibt's im Prinzip auch keine Regeln; jeder so wie's für ihn richtig ist.
    Jemand der auffällt, mit etwas ungewöhnlichem gut sichtbarem oder sehr eigenwilligem, motiviert oder inspiriert im besten Falle andere sich was-auch-immer auch zu trauen. Ob die dann damit auffallen oder nicht ist doch zweitrangig; wichtig scheint mir nur, das zu tun was man für richtig hält. (Amen :-) )
    Sehr schöne schönes Wort übrigens, 'Makelausgleichsverpflichtung'
    beste Grüße Smilla

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  28. Liebe Smilla,

    gestern habe ich fast einen Herzkasper gekriegt, als ich meinen Kommentar tatsächlich und in voller Länge auf dem Bildschirm wiederfand - und gleichzeitig habe ich mich gefreut wie ein Honigkuchenpferd! Danke für's "der Allgemeinheit zumuten" und damit danke für den Raum, den Du mir und meinem Er-Fahren damit gegeben hast! Und danke für Deine wieder einmal zugewandte und liebevolle Begrüßung meiner chaotischen Gedankenschublade!
    Ja, nicht wahr - "Makelausgleichsverpflichtung" ist ein schönes Wort! Fand ich auch, als es mir eingefallen war!
    Schön, wenn Du Dein eigenes Anliegen in meiner Beschreibung Deines Blogs wiedergefunden hast - freut mich!

    Beste Grüße gleichfalls - Anna

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  29. Liebe Anna, MICH freuts! :-)
    lg smilla

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  30. Vielen dank ihr beiden für den anregenden Kommentaraustausch. :-) Ihr habt damit meine Mittagspause um einiges wertvoller gemacht.

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  31. Ich habe jetzt auch noch mal hier sehr interessiert die Kommentare gelesen, ist wirklich spannend!
    Und das "Auffallen" ist, finde ich auch ein sehr diskussionswürdiges Thema. Ich selbst wurde, glaube ich, schon ein bißchen dazu erzogen (irgendwie war bei uns immer alles anders, schon mein Vorname (nein, nicht "Paula"), welcher auch noch anders ausgesprochen wird als er geschrieben wird, ließ mich als Kind immer wieder auffallen....). Und so fiel ich irgendwann später dann auch durch Kleidung (wobei ich da aus der Not eben auch eine Tugend machte, und wegen wenig Geld Klamotten vom Flohmarkt trug) auf, oder auch durch Verhalten/Meinungen, welche nicht "üblich" waren....und so finde ich gar nichts dabei am "Auffallen". Mal mag ich mehr auffallen und manchmal gar nicht. Und das Sarah auffällt, ist ja unbestreitbar, sonst wäre sie nicht hier in Deinem Blog zu sehen. Und irgendeine Aussage trifft sie auch durch ihre Haare und ihre Kleidung, ob sie will oder nicht. Und was da hinter dieser "Kostümierung" (ich finde, auch Alltagskleidung ist immer eine Art "Verkleidung") nun tatsächlich für ein Mensch steckt, läßt sich ja schlußendlich erst beim Kennenlernen sehen. Und manche Menschen lernt man ja erst dadurch kennen, daß sie einem aufgefallen sind... mmmh, ich werd schon ganz wirr im Kopf...jedenfalls wollte ich Sarah, wie auch Anna, auf keinen Fall zu nahe treten durch irgendeine Vermutung!
    Auf noch viele auffallende Mensche für viele auffällig schöne Photos hier in Deinem Blog!!!

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  32. Liebe Paula, ja, das mit dem auffallen ist echt ein Thema, und was du schreibst versteh gut; und auch mal mehr oder weniger auffallen zu wollen ist ein wichtiges Moment, das allein ist dich schon interessant wahrzunehmen, also für jeden selbst.
    Dass man eine Aussagen trifft mit allem was man tt, oder eben auch trägt ( das berühmte man kann nicht nicht kommunizieren) ist auch so ein Punkt, aber da geht eben auch beim Gegenüber das interpretieren oder projizieren los, jeder hat ja ne andere Lesart...
    ach, ich bin so sehr in eile gerade... mir fällt soviel ein zu diesem Thema... :-) lieben Gruß auf die alb

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  33. Liebe PaulaQ, mir bist Du auch nicht zu nahe getreten!- Eher freue ich mich, dass wirklich Menschen auch meinen längeren, wie mir schien irgendwie unbequemen Kommentar gelesen UND dies auch noch sichtbar gemacht haben - danke ganz herzlich dafür!

    Dass Du, Smilla, gerade in Eile bist, kann ich mir lebhaft vorstellen - drücke Dir ganz fest die Daumen - und nqlb auch, bei dem ich in den letzten Tagen auch reingelesen habe - sehr spannend!

    Liebe Grüße

    Anna

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  34. Anna, danke sehr, ja der kommt gleich auch schon am bahnhof an, und dann machen wir uns gegenseitig nervös :-)
    lg smilla

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  35. Ich dachte auch an eine fesche Oma, die sich am Schmuck der Enkelin vergriffen hat. In einen Club würde ich sie wohl erst nach langem Grübeln über ihrem Ausweis lassen. Ein fraglicher Trend...

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  36. super blog, allerdings nervt mich das ständige benutzen des wortes dame, bei allen vermutlich weiblichen wesen, die älter als 30 erscheinen...

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  37. nina, ist nicht so ganz ernst gemeint, und Frau klingt immer so gebellt

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  38. ich find dame klingt immer so etepetete...dabei sind die das gar nicht...
    :)
    okay. also weiter "diese dame" ...
    nina

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