Samstag, 16. Januar 2010

Die Heldinnen im Hintergrund





Screenshots "Vor der Show- Fendi" Arte by Loic Prigent
Arte bringt derzeit 4 Dokumentationen mit dem Titel "Vor der Show" ; bestens informiert wird man darüber z.B.bei maikitten. Mich beschäftigt seit dem ersten Teil über Fendi eines; wie bodenständig und wie wenig glamourös die beiden Heldinnen im Hintergund der Fendi-Show rund um Karl Lagerfeld im Leben stehen. Oben Silvia Fendi unmittelbar nach der Show, deren größtes Anliegen war "nicht mit raus" zu müssen; unten Anna Calabrese, die Schneiderin, von der Maestro Lagerfeld seine Skizzen erstmals verstanden sieht. Schön auch Blicas Beitrag kürzlich... weiter gehts...
Arte shows in these days 4 documentations titled "Before the show", you'll be best informed e.g. at maikitten. Since I've seen the first movie about Fendi my mind is occupied about how down-to-earth and less glamourosly the two heroines in the background of Fendi and the maestro Karl Lagerfeld show up. Above Silvia Fendi, right after the show, whose most important concern has been not to find herself in front of the audience,; and below Anna Calabrese, the first tailor, who gave Lagerfeld the feeling that his sketches were understood correctly. Interesting aswell Blica's post a while ago...read more...


...über den Blick hinter die wenig schillernden Kulissen, in diesem Fall von Gareth Pugh. Wie oft ich schon, vorsichtig ausgedrückt, nachlässig gekleidete Kostümbildnerinnen ( mich gerne mit eingeschlossen) in diversen Fundi und Innenstädten identifiziert habe, möchte ich an dieser Stelle lediglich andeuten. Prioritäten setzen bedeutet eben oft, kaum an das eigene Outfit zu denken...
...about the hardly-shimmering-behind-the -scenes, in this case of Gareth Pugh. How often I identified, to put it gentle, carelessly dressed costume-designers - myself included- in the diverse costume stocks or shopping malls I just want to hint most cautious. To set priorities means quite often not to care too much about the own outfit.






Silvia Fendi über ihr (Privat)leben
Silvia Fendi about her (private)life; "I like to be by myself"; "I rarely go out".

Kommentare:

  1. ENDLICH! Ich dachte immer, ich wäre ein schlechter Kreativer, weil ich äußerst wenig Aufhebens von meinem Outfit mache. Jeans, Turnschuhe und oben irgendwas tragbares. Du würdest mich sicherlich nicht fotografieren, weil ich Dir gar nicht auffallen würde ;). Leider liegt man bei vielen Menschen als Designer in der Schublade: Designer-schillerndes Outfit und extrovertiertes Verhalten unabdingbar. Leider wird an diesem Äußeren auch oftmals die Kreativität des Menschen gemessen.

    Frau Fendi ist mir jedenfalls äußerst sympathisch. Ich schätze mal, sie hat "dat Karlchen" engagiert um ein buntes Zugpferd für die Marke zu haben. Ich bin auch fest davon überzeugt, dass Maestro ohne seine "Wasserträger" nur ein Bruchteil des Erfolges hätte.

    Danke für den Tipp, Smilla, ich habe die Termine bereits vermerkt!

    LG Doris

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  2. Frau Fendi( geschätztes Vermögen 200 Mio.?!...) als Wasserträgerin oder graue Maus im Hintergrund zu bezeichnen, finde ich amüsant.
    Sie sagte von sich, dass sie wenig Freunde habe und meistens schlecht gelaunt wäre...sehr sympatisch:-))

    Mari

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  3. hoho!
    da hast du mal bei mir einen ganz interresanten Gedankengang ans laufen gebracht, noch nicht fertig, aber:
    Hoch lebe der mit seinen Alltagsdingen handwerklich vertraute Mensch und oha! da muß ich doch tatsächlich auch Kleidung dazutun seit eben...
    Ich verspüre oft so ein Schlückchen Verachtung vor zB den "besonderen Auto(zB oldtimer)"-Fahrern, die eigentlich noch nicht mal wissen, wo die Batterie ist, sich aber mit sowas schmücken.
    - vor Bewohnern, die die komplette Schwedische Möbelkultur zuhause haben, und sich ja unheimlich individuell vorkommen,
    - vor den Leutchen, die in Kleiderfragen genau 2 Läden kennen und meinen, total coole Klamotten zu haben...
    oder Fastfood...nee...das IST Fastfood
    und ich hab nix gegen Autos, Ikea oder h&m...hab ich selber alles... aber wenn man so gar nicht willens ist, in die surrounding things einzutauchen, sie zu nehmen, zerkauen, sich für das eigene Leben anzunehmen, aus
    "hat jeder" ein "das ist Teil von mir" zu machen...und da zählt mir echt weniger das können...als das wollen.
    und auf der Suche nach solcherlei Individuen wird man hier bei Smillas blogspot echt fündig! das ist echt bereichernd zu sehen, wie beinah jeder gezeigte EIGEN ist. Jippie jaja jippie jippie jeh!
    und überhaupt geht mir das Herz auf, bei Leuten, die schneidern. (oder kochen, schreinern...und schrauben!)
    das selber machen, das verbindet einen ja auch mit dem eigenen Leben.
    und all das ist noch nicht fertig gedacht, aber dolle um den Bereich Kleidung erweitert worden. Grazie, Smilla

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  4. aaahh, so macht bloggen Spaß! Schöne interssante, anregende Kommentare, toll! Gern mehr davon...


    @mari: ich denke die wasserträger die Doris anspricht, sind die ganz ungenannten Menschen im Hintergrund, so verstehe ich es zumindest. Und Frau Fendi hat nicht gesagt sie sei schlecht gelaunt ( den Eindruck hat sie auch nicht vermittelt) sondern "tough", wie auch immer man sich das übersetzen mag. Eine gewisse Härte mag ihr zu eigen sein, aber auch ein sichtlich großes bedürfnis nach genauer Differnzierung.Uns so verstehe ich die wenigen Freunde auch mehr auf diesem Hintergund; wenig bedeutet nicht unbedingt Mangel, sondern Auswahl.

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  5. @mari
    smilla hat es erkannt. Als Wasserträger ( und das noch nicht mal abwertend) meine ich all die vielen Helferlein im Hintergrund ohne die die Grossen nicht gross wären und ohne die solche Shows nicht laufen würden.

    Frau Fendi als Wasserträgerin zu bezeichnen würde mir nicht einfallen. Ich halte sie für eine sehr kluge und äußerst tüchtige Geschäftsfrau, die tough sein muß, um in dieser Branche ein Unternehmen dieser Größe leiten zu können.

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  6. Als kleine Unterstreichung meiner Aussage empfehle ich das Buch von Arnaud Maillard, 'Karl Lagerfeld und ich'.
    Sehr interessant, wenn man sich für dieses Spektakel interessiert.

    Mari

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  7. ...stimmt, sie hat nicht gesagt, sie sei schlecht gelaunt,das hatte ich in falscher Erinnerung...sorry. Sie sagte,wie man bei Arte noch nachschauen kann,sie sei eine schwierige Person(!), hätte wenig Freunde und ginge kaum aus... Aber,sie könne auch süß/nett sein - wenn sie wolle... Wie das alles zu verstehen ist, können wir aus der Distanz überhaupt nicht beurteilen. Ob sie jetzt nett ist oder nicht...

    Mari

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  8. @mari, danke für den buchtip, und ; ja, das können wir nicht beurteilen. Allerdings ging es mir persönlich auch weniger darum wie nett oder nicht nett Frau Fendi im speziellen ist, sondern eher wie wenig glamourös sie und Anna Calabrese, stellvertretend für manch andere, in Erscheinung treten.

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  9. Ja, diese Sendung habe ich auch gesehen und fand sie sehr interessant.
    Und diese saumäßig gute Laune im ganzen Team, obwohl das ja Stress hoch 5 über Wochen/Monate war, das war echt toll anzusehen. Und die Näherinnen, die diese ganzen hochkomplizierten Teile genäht - teilweise von Hand - haben.
    Karl fand ich amüsant, aber auch ein wenig hochnäsig, aber so kennt man ihn ja. Auf jeden Fall können alle sehr viel in ihrem jeweiligen Bereich, das fand ich toll zu sehen.

    Silvia Fendi fand ich auch beeindruckend mit ihrem Statement über sich selbst. Wer traut sich schon, so was nach außen hin zu sagen.
    Aber ich konnte sie sehr gut verstehen, empfinde ich mich selbst doch auch als ziemlich kompliziert und dergleichen... Manchmal doch sehr beruhigend, dass es noch andere von der Sorte gibt.

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